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Full text of "Klemens von Alexandrien und seine Erkenntnisprinzipien"

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Klemens von Alexandrien 



und 



seine Erkenntnisprinzipien 



von 



Dr. Wilhelm Scherer, 

Priester der Diözese Regensburg. 



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München, 1907. 

Verlag der J. J. Lentnerschen Buchhandlung, 

(E. Stahl.) 



Klemens von Alexandrien 



seine Erkenntnisprinzipien 



Dr. Wilhelm Scherer, 

Priester der Diözese Segenaburg. 



München, 1907. 

Verlag der J. J. Lentnerschen Buchhandlung. 

(E. Suhl.) 



Library 
907 

ri:y 



Vorwort. 

Die vorliegende Arbeit verdankt ihre Anregui 
fach den großen Grundzügen, in welchen Exzell 
Dr. Georg Freiherr v. Hertling auf dem V. inten 
Kongresse katholischer Gelehrter zu München 19C 
Ziehungen zwischen Christentum und griechischer F 
entrollt hat. Wenn der Verfasser es wagt, seinei 
dem Druck zu übergeben, so geschieht dies einen 
er sich durch dessen wohlwollende Aufnahme bei 
sophischen Fakultät München dazu ermutigt fühl 
die Abhandlung als Dissertation zur Erlangung dt 
würde anerkannte, andererseits die Hoffnung, da 
bescheidenen Beitrag zum Verständnis jener eij 
Periode wissenschaftlicher und kirchlicher Lehren 
zu liefern und insbesondere die eigentümliche, für t 
so bedeutungsvolle Lehrmethode der alexandrinisch 
in ihren Anfängen zu beleuchten. Als Textausgab« 
benützt: Migne, Potter (Venet. 1757) und Klot: 
1831 — 34) hauptsächlich für die Stromata, die ne 
zension von Stählin I. Band (Leipzig 1905) für Pr 
und den Pädagogen. Der II. Band Stählins (Lei 
war leider erst beim Abschlüsse des Reindruckes z 

Regensburg im Januar 1907. 

Der Verf 



1—6 



bau der Erkenntnis . T — 40 

irau&setzuDgen . . . 7—14 

ehung der Erkenntnis 14—28 

rkeDDtDis .... 28 — 40 

in seinen Grundlinien 40—83 

liehen Erkenntnis . . 40—54 

DBchliehen Erkenntnis 54—66 
eh ihrer erkenn tnis- 

68-83 



„Vorn unf 



Einleiti 



Stets hat die in ihren Anfi 
ihren Forschungen so fruchtbar' 
chetenschule von Alexandrien d 
wie auch des Philosophen auf : 
letzteren in ganz hervorragende 
damalige Stellung der Weltweish 
mit sich brachte. Wohl hatte 
siegreicher vordringenden Chris 
Schüler bereits zugeführt 1 ), di 
Justinus , Quadratus, Athenago 
nommcne Religion auch mit den 
zu verteidigen suchten und wii 
Kern der Wahrheit im Heidenti 
liehen Logos freudig anerkannt 
gehendes Bemühen unzureiche 
dem Auftreten des Gnostizisnr 
kirchlichen Kreisen sich Geltun 
etwaiger Gefährdung der christli 
Kultureinflüsse zu verdrängen. 

Das ist die Lage der Umst 
Alexandrmus gegenüber befant 
wir es ihm anrechnen, daß er t 
einer mächtig gewordenen Mehl 
daß er freimütig in seinen Schi 
Weltweisheit und den wahren 



*) Vgl. Apol. II 8. 10. 13; dial. < 
] ) S. Wagner in Zeitschr. f. wies 
Wert und Verwertung der griech. Bil 
Alexandrien, Marb. 1Ü02 S. üff. 



Scherer 

n Christentum eine Stelle anzuweisen ver- 

dosson Idee der Verbindung von Natur und 
lr entspricht. 

sr vorchristlichen Bildung durch Lehrer der 
^bilosophenschulen 2 ) warKlemens wie wohl 
ner christlichen Zeitgenossen zu diesem 

aber nicht minder vermögen wir daraus 
erstehen, welche demselben anhaften. Es 
nblick auf die eigenen Berichte des Klemens 
Idung, der Behauptung de Fayes a ) die Zu- 
sn, als hätte erst das apolegetische Bedürf- 
ng der (Jnosis unseren Verfasser zur Be- 
er Philosophie veranlaßt. Die Bekämpfung 
. überhaupt nur einen Nebenzweck unseres 
it allerdings in den erhaltenen Büchern der 
r hervortritt, als in seinem für gläubige 
len „Erzieher" oder in der reifsten Frucht 
em „Mahnwort an die Heiden". Diese drei 
frilogie" sind vorzugsweise unserer Dar- 
3 gelegt, sonstige fragmentarisch erhaltene 
ijen Arbeit des Alexandriners werden ge- 
uziehen sein*). Das VIII. Buch 6 ), welches 
gehängt ist, muß als zweifelhaft in seiner 
r Betrachtung ausscheiden, wiewohl sich 
kbarste Material für unseren Gegenstand 

ein anderes Extrem ist bei der Beurteilung 
des Alexandriners zu vermeiden, daß wir 
*lich als Benutzer von Spruchsammlungen 

Schriftsteller anzusehen hätten, wenn er 
iederschrift seines Werkes solche Samm- 
t haben mag 6 ), so besonders im 14. Kapitel 
ler Stromata') und im 6. Kapitel seines 
Sine bloße Kompilation von Quellen zweiten 



1, Griechentum und Christentum, Freib. 1892 S. 94 A. 2. 
[ 1 P. (Potter) 322 ff. KI. (Klotz) § 11 ff. 
Clement d'Alexandrie, Paris 1898 p. 123 ff. 
Die Geschichte der all christlichen Literatur bis Eu- 

ie Diss. von Chr. v. Wedel, Berl. 1905. 
Philologische Studien über Klemens Alexandrinus, 
3ardcnhewer, Geschichte deraltkirchlicheo Literatur II, 
Bratke, „Die Stellung des Clemens Alesandrinus im 
en" in Theol. Stud. u. Krit. 1887 8. 658. 
. § »Off. 
■I. .'Stühlin) S. 59 ff. 



Klemens von Alexandrien 

und dritten Ranges könnte uns kaum das f 
Wort an seinen ebenfalls als gebildet ge< 
nischen Leser im „Mahnwort" erklären: ich ] 
gelegt, was von eueren Schriftstellern geschri 
ist, du aber kennst nicht einmal deine Schrifts 
als Zeugen gegen deinen Unglauben anführe' 
seits ist begreiflich, daß gerade seine Vorl 
dem Stoiker Pantaenus und dem Einfluß 
alexandrinischcn Religionsphilosophie die besc 
zugung der Schule Zenos, Pythagoras' und Plato 
aber auch diese nur, weil und insofern sie 
Grundgedanken am nächsten zu kommen sei 
welchem Klemens die Philosophie betrachtete, 
gedanke, der nicht minder eine wahre übe 
zur Weltweisheit, wie ein selbständiges Pri 
zelnen Weltanschauungen voraussetzt und beg 
der Gedanke der providentiellen Stellung 
sophie 3 ). Leider ist die noch von Maximus Cor. 
Chronologie S. 314) zitierte Schrift nsgl nqovola 
gangen, welche vielleicht noch klareren Ein 
Grundauffassung geboten hätte. Die Philosop 
Heiden auf Christus vorbereiten, gleichwie d 
Gesetz die Juden*), in gewissem Sinne (oi n 
sogar rechtfertigende Kraft eigen 5 ), vor allem a 
der überzeugenden Beweisführung für diejei 
den Glauben aus solcher Quelle empfangen"), 
Daher verteidigt Klemens gegenüber dei 
Sionswächtern, welche die Philosophie als ur 
fährlich 7 ), ja selbst als teuflische Erfindung 
seinerseits die Weltweisheit als Gottes Ges> 



Vgl. 
'Äke^arÖQeios 6 nQoiQeniixö;, Boukarest 1890 a. 83, 

') cf. Bigg, The Christian Platonists of Alexandria 
Oxford 1886 p. 25. 

s ) »not igror noovoiiK str. IIP. 326 Kl. § lf 
Kl. § 159; I 2 P. 327 Kl. § 20; c. 5 P. 331; VI 15 P. : 
P. 819 Kl. § 153. 

') I 5 Kl. § 28 enaiSaydiyei yap xal ai'tr) to ' Etätj 
lobe ■Eßeaiovs ek Xqww, VI 17 § 153. 

«) I 5 <6 28); VI 6 P. 762 Kl. S. 44; P. 763 Kl 
Preische, De gnoeei Cl. Alex, Jenae 1871 p. 21 ff. 

') I 5 P. 331 Kl. g 28 .i(Jwra,<Wa r<« otoa roi 
änoAe&OK xanxovukrois str. I 9 P. 341 Kl. § 43. 

7 ) VI 10 P. 781 Kl. 5 82: ^do^ yeväo/io^w «mov; 

"] Btr. VI 8 P. 773 Kl. § 66; VI 17 P. 822 Kl. § 
Kl. § 44; vgl. I 1 P. 326 Kt. § IS. 



Scherer 

als Nahrung und Stütze der Seele*); wäre 
mutz, so würde es trotzdem frommen, sie zu 
ihren Unwert kennen zu lernen 3 ); wäre sie 

sollten die Gegner wissen, daß dieser sich 
inen Engel des Lichtes hülle*). Was über- 
siehe Wissenschaft betrifft, so ist sie nicht 
les Glaubens, sondern wirkt mit zum Guten, 
ehalt die Kraft der Seele zur Aufnahme des 
tes (str. I 19 P. 373 § 93). Noch mehr läßt 
, aus wirklichem Vertiefen in die Schriften 
ieit stammende Sicherheit der Überzeugung 
3ns schließen der Umstand, daß er die Ver- 
büßen Glaubens" 5 ) sogar der Lächerlichkeit 
wagt: sie fürchten sich wie Kinder vor den 
r der Philosophie*). 

• den Heiden 1 ) und auch den Gnostikern 8 ) 
die Überschätzung der Weltweisheit bezw. 
steme auf seinen Grundgedanken zurück. Als 
tuf Christus hat die Philosophie ihre Existenz- 
je nach dem Gehalt von Wahrheit und Ge- 
len sie aufzuweisen vermag. Darum läßt sich 
■r auf philosophische Probleme, wie von der 
;r Erkenntnis 10 ), niemals ausdrücklich ein, 
von seinem Grundgedanken abseits zu liegen 
er ist es auch verlorene Mühe, bei Klemens 
s philosophisches System zu suchen; aber 
es, daß er bald der einen bald der andern 

\ 327 Kl. §20 $äa Siogcä "EUym drdo/ttry. VI § 157. 
319 Kt. S 7 (v»Jt«') J""Q {Se) ri/y , FMrivix} l v vtpöpeycu 

1 11 P. 778 K. § 89 (ottojbo). 
'. 327 Kl. § 19. 

P. 773 Kl. g 66. 
'. 341 Kl. § 43 yiXi) nioug, 

V. im Kl. g HO ™W.ti(«; stat&ts tä uootioXiixia. 
•II 6. 849; II 20. 487. 486; Quis dives § 11 P. 941. 

P. 511-12 KL § 5; P. 514—15 Kl. § 10; c. 3,3 
518 § 16. Vielleicht ist die den Gnostikern Öfters vor- 
igkeit ihrer Berufung auf Plato (cf. III 2 § 5} mit ein 
häufige Anfuhrung. 
. 338 Kl. § 37; VI 17 P. 823 Kl. § 159; I 19 P. 373 

ipdoaöipovs — rijf äktjitiiag tpü.oVcaiiovas; II 2 B. 432 
älrjdeiav — tö h ^ulv vyüs xal änlarig (xQtttjQtor) 

1 19 P. 373—74 behandelt die verschiedenen Erkenntnis- 
sophie, ohne deren Beurteilung hier als nötig zu er- 
stellt sie Kl. alle in Beziehung zur Wahrheit, die er 
achtet 



Klemens von Alexandrien 

Richtung sich zu nähern scheint 1 ), je nachdem 
„Gerechtigkeit zugleich mit der Gottseligkeit" ä ) 
findet, daß er bei jenen Philosophen am liebster 
die «— wie bes. Pläto und Epiktet 3 ) — den V( 
gedanken am klarsten ausgesprochen, während er < 
leugner*) und falschen Sophisten 5 ) brandmarkt. ' 
es, daß Klemens infolge seiner Hinordnung der 
Systeme zu der einen Grundidee bald der St( 
Ethik*), bald Plato 1 ) und Pythagoras in der Gottes 
Vorzug gibt; für seine erkenntnistheoretischen Erö; 
insbesondere über den Glauben, hat ihm die Sto 
den Ausdruck geboten 8 ), wenn man überhaupt vc 
„Erörterungen" sprechen kann, da sie sich doc 
legentlich in Klemens' Schriften zerstreut find 
wir dürfen nicht glauben, daß er seinen 1 
sklavisch folgt. Selbst Plato und Pythagoras m1 
Abstriche von ihrer Lehre gefallen lassen 9 ) und 
nennt er einmal eine „kunstlose Schändung der Philos 
Aristoteles mag vielleicht eben wegen seiner St< 
Idee der Vorsehung 11 ) verhältnismäßig zu kurz £ 
sein (s. Protr. c. 5 P. 58 St. 51/66,4. 5; str. V : 
Kl. § 91). Ein neuerer Schriftsteller nennt Klei 
christlichen Philosophen xur e£oxtjv (W. Capit 
Moral des Klemens von Alexandrien, Paderb. 19' 
Darin liegt aber zugleich der Grund für d 



') Darum wird Kl. bald als Stoiker (Merk, Cognat), Plato: 
Huber), Neu plato u iker (Daehne) betrachtet. 

') Str. I 7 P. 338 Kl. g 37 Soa e r eV xai nag' feaoi^t. 
TOVTtar Kaktus dacaioavvqv fiirä ivoißovs t.Tini?;ui;s ixäidäo, 

oi/inaY to irJ-fr.nrAir ifi/./ii.uiifit:r </>.ut. 

>) Vgl. Faye p. 227. 

') Bes. Epikur, Die Skeptiker cf. str. VI 8 P. 774 Kl 
P. 340 Kl. § 50. 

*) etr. I 3 P. 328 KI. § 22; II 2 P. 432 Kl. §7; Qui 

■) str. II 4 P. 438 Kl. § 10; Paed. I 13 P. 159 St. IE 

') Mit Vorliebe auch auf dem Umwege und in der Vi 
des Philo. 

'} Vgl. Merk, Clemens Alesandrinus in seiner Abhängigl 
griechischen Philosophie, Leipz. S. 17. 

*) Vgl. str. V 5 P. 662 § 29; c. 11 P. 691—92 Kl. § 
Kl. § 79 c. 12; I 8 P. 341 Kl. §42; Protr. P. 59 St. p. 52 u 
F. 662 KL §28; III 6 P. 819 Kl. § 32 (gegen die pyt. Seele. 
Über Plato siehe erstes uud zweites Kapitel dieser Abhaudlui 

'•} Protr. 66 St. 50/66, 2—3: cf. str. I 5 P. 332 Kl. § l>! 
Gotteslehre str. I 346 § Öl (abvvoisfrjdes Urteil). Protr. c. 5 

"1 Vgl. Zeller, Philosophie der Griechen vol. III p. 
str. II 6 P. 767 Kl. § 53; 766 § 50. 



lementinischen Ausdrucksweise, die, aus allen Systemen 
fend, an Unklarheit leiden mußte 1 ). Außerdem konnte 
die aprioristische Tendenz, gepaart mit dem Charakter 
rsten Versuches, einige übertriebene Schlüsse und Aus- 
;e zeitigen, welche geeignet wären, das Verdienst des 
•ns um die Philosophie etwas zu beeinträchtigen, 
wir sie nicht eben als zum Wesen seiner Erkenntnis- 
pien gehörig würdigen müßten. Ihm ist so die Philo- 
s „das Suchen" nach der Wahrheit, der Weg zur 
inschalt der göttlichen und menschlichen Dinge*), 
diese selbst, auf der sich das Gebäude der Gnosis 
nt (str. VII 3 P. 839 § 20 3 ). Insofern ist es auch 
;ch der Ausdruck, nicht der Gedanke, den Klemens 
-oischen Philosophie entlehnt, welch letztere sich mit 
'issenschaft selbst identisch erklärte (cf. Winter a. a. 0. 
, H4; str. IV 26 § 165 VII 874 § 70). 
Vie dieses Suchen nach der Wahrheit im Geiste des 
ldrinischen Katecheten sich vollzog, soll den Gegen- 
der folgenden Darstellung bilden, welche sich füglich 
'ei Hauptabteilungen scheidet: Die erste befaßt sich 
len Grundlagen sowie dem Aufbau der Erkenntnis, 
iweite hat deren Anwendung auf die Gegenstände 
Vissens bezw. deren Unzulänglichkeit für gewisse 
intnisinhalte und ihre Beziehung zur theologischen 
;nschaft, von welcher Klemens ausgeht, zu prüfen*). 
Iit doch nach dem Urteil von Hertlings 5 ) das Haupt- 
inst und die reine Absicht unseres Schriftstellers darin, 
christlichen Wahrheit Eingang zu verschaffen in die 
leten Kreise, welche sich nunmehr auch der griechi- 
Philosophie bedienten für die Aufnahme christlicher 



i Abgesehen vod unrichtigen Zitaten 8. Christ, Philol. Studien, 
en 1900 S. 11—12, Hiller in „Hermes" XXI (1886) 8. 126ff. 
rmin, Mysterien wesen, Berl. 1896 S. 131 ff. 
i Cf. Faye (p. 158) und Winter; vgl. str. I 5, 325 § 32. str. I 5 

Kl. § 30 tmöijäevoig . . fattov Kai äväowmvtor Kai tüv tovrcov 

Vgl. P. 33ß § 35 str. VII 3 P. 839 § 20; c. 17 P. 81? § 149; 
i P. 874 § 70; IV, 3, 567 § 9; VI 823 § 160. 
) Das VII. Buch der Stromata dient bcRonders der Darstellung des 
tnisses zwischen Christentum und Philosophie im Zusammenhang 
r Gnosis. 

) Vgl. Knittel in theol. Quartalschr. 1873 8. 382, 415. 
I „Christentum und griechische Philosophie" in den Akten des 
i internationalen Kongresses kath. Gelehrter, München 1901 8. 67. 



Erster 
Grundlagen und A 

Erstej 

Psychologische 

Wollen wir in die biintj 
einige Ordnung zu bringen 
vor allem den von Philo 1 ) 
eines xoo/tos votjt6g und ai 
halten (str. V 14 P. 702 I 
der x. v. nicht nur den ] 
(W. Capitaine, Die Moral 
Paderb. 1903 S. 49), sonden 
Welt der Ideen, welch letzt* 
real gedacht sind 3 ). Dem enfc 
wesen "aus einem geistigen 
baren Teile zusammengesets 
aber nicht gegensätzlich, wi 
str. II 20, 488 § 113), getr 
dem Leibe (str. IV 26, 639 
lichere (a. a. 0.) s ) und vo 
gesenkt (ineioxgivETai Str. \ 
etwa nur eine Idee des Gei 
wirklichung in ihrer Erscha 
das geringere, irdische (Proi 
Allein diese beiden Teile d 
ähnlich wie später im Apoll 
ein nvevfta belebt (diaaä n 
nvevfta ouQxixöv, SXoyov, oa> 



') Philo de muod. opif. 5 D 
*) Nach Kiemen» mit Uezict 

rov per voipov olfierij ßdgßauog <pi 

Kl. § 39; c. 25 P. 637 KI. § 163. 
Kl. § 94 

') atr. IV c. 25 P. 635 Kl. f 

ex äiaipöotor ovvtozäya% äXk' ovx ei 

Paed. I 2 P. 101 Kl. g 6. etr. IV 
V. 13 P. 698—99 Kl. § 89. 

( ) KoriTTor fiiv roß av&Qcoxav 

•) str. VI 16, 808 § 134—13' 
'> a. a. O. 



Ata 

als 



art 



ab 

cf. 
zen 

ccit 
der 

ind 

He- 
lar- 



Kl f; mens von Alexandrien 

durch die Kraft des -f/ye/iovacöv zur Einheit 
Menschenwesens verbunden 1 ), die sich in 
Daher spricht er nur von einem Leben 3 ) 1 
art, selbst beim Widerstreit der beider „Ge 
Allegorisch unterscheidet Klemens auch ei 
Wesensteilen s ), deren erste 7 (die stoischen E 
{nvtvfxa aaQxixöv) sich unterordnen *} mit ihn 
lische Begriffe erinnernde) Tätigkeiten'), der 
den Stoikern benannte (Ziegert 1894, S. 4 
darstellt, wozu noch im Christen das „Sieg 
Geistes" tritt (TiQosyivö/iEyov) 6 ); da aber das . 
durch die erstgenannten „zwei Geister" ber 
gebildet erscheint, so müssen wir jenes „Si 
die Natur erhöhende Kraft und Eigenschaft ■ 
insofern redet unser Verfasser von der „dreiget 
Da wo er 11 ) den Ansatz zu der dreifachei 
platonischen Sinne zu machen scheint, nen 
nicht TQtftegtfs, sondern T@tyevye (= dreiarl 
will trotzdem dabei nur den inneren Mens( 
dem in die Erscheinung tretenden (zov <f 
gegensetzen. Wiederum hat er die Zweiteili 
und yivxi} 13 ), sowie der seelischen Lebensäuf 
kennen und Begehren (str. VIS, 774 § 68), 



') str. VI 16 P. 808 § 135: w Xoyaiuxö» toi, 
atttov elvai fd/nr tijs mcräoivK iqj £töto. cf. Piatos Ti 

*) fltr. VI 16 a. a. 0. ovröSai y/vy^ xai acbpaio. 
axokov&Ü. 

') akXa yÖQ ij jidnaiv ävatpoQa eis ev awieinxtai 
iV if.tXva Cfi i« ö AvQntaxoe. xat sw tf). 

*) cf. VI 6 P. 767 Kl. 3 52 oaextx$ xvßifiai 
haOvfiovvrt. Vgl. VI 16 § 134. 

«) VI 16 a. a. 0. Aixas (n S ) negi tAv SyOo^or. 

•) Vgl. Philo de miind. opif. 27 C.-Zeller 445. 

*) VI 16 P. 808 Kl. g 135. cf. II 11 P. 455 g ! 
8. v. Hertling, Materie und Form, ßorni 1871 S. 144. 

6 ) Mit den beiden Seelen tätigkeiten yvmaig te xai 
Kl § 08); VI 16 P. 808. 

') Öexuiov rö dia Tijg xioieoie XQOsytröuEVo 
Xaoaxjt/eiouxör Idicjpa; vgl. I 12, 348 § 56; IV 26 I 

") str. V 12, 694 g 81 : ij toiftQ^ ■ . odiCexai yvyj 
ßeioav ai-tjj y.aia rijv niam strtvfiattxi/r ivvafuv. 

würdiger weise nicht angeführt, wiewohl diu Beziehung 
formell und zum „dritten Seelentoil" nach Z. (xvevfii 
sehr nahe liegt. Vgl. dageg. str. III lil § 93. 

") Mit Philo (Zeller 447). 

'■) Paed. III 1 P. 250 St 236/1, 2. 

") str. V P. 668 § 38. 



n länglich, wie er nur 
;ers dargestellte Ver- 
wirf? und der em&vfiia 
eilen wollte, nachdem 
der Seele 
9 belehrt uns auch, 
ehre hielt zu sagen, 
ier läßt sich aus sol- 
! Dreiteilung der Seele 
folgern, das Klemens 
sgeist beseelt dachte. 
le der biaaä jtvEVfiara 
von unserem Schrift- 
niögen zu beurteilen 
istern", im tfyefiovtx6v 

es Erkemitnisgebiet 5 ) : 
dazu besitzt es eine 
esvermögens. Gleich- 
et mir die Idee des 
fl ), so erscheint der 
•mögen nur als Werk- 
is zur sinnlichen Er- 
das Sinn es vermögen 
indem er in sinnlich 
schien s ). Aber damit 
abgeschlossen 9 ) noch 
erschöpft 10 ). 

■tiai eis dv^tini Kai enidv/tiav. 

hißii/tiiii; rjuf'ooi.' yi'zijc. 
wtov y.ar.riyafjhir ypayti , . . 

, welche Ziegert und nach 
nente (s. oben) bezw. dem 
brauchen wir wohl nicht 



jiov.. xai' ircgyciav. § 136 

. . nvsvjiaios atn&ävexat o 

P. 669 Kl. § 40. IV 3 

; yitQ 6 toig aloäijioTg <!>s 

aieJ.^'jisaSai 



II G, 443 § 27. 



Kleinen» von Alexandrien 

Über der Sinneserkenntnis des nvsvfia 
VI IG P. 803 § 136) 1 ) steht die Erkennti 
fiysnovtxöv, die Kraft der erkennenden „körpe 
des Menschen eigentliche geistige Kraft, die 
unterscheidet, während ihm das Sinnesver 
Tieren gemeinsam ist 3 ). Klemens nennt diese 
satz zur atcrfhjote die vötjotg, desgleichen im 
vorjxöv, gegenüber dem ata&tjtöv (str. VI 16 < 
Jedoch ist dies nicht so zu verstehen, al 
kenntnissphären im natürlichen Parallelism 
einander liefen, ohne sich gegenseitig zu beruh 
vör/aic hat die von den Sinnen gewonnene Erkei 
zu unterscheiden 5 ) und so in das geistige Gel 
das Vermögen hierzu nennt Klemens Xöyos 
Xoyixtj"), die eigentliche Kraft des philosopl 
aus der menschlichen Natur entspringend (s 
§ 96) 7 ), die im Antlitz des Menschen sich o 
lediglich der geistigen Tätigkeit entsprecher 
gegenstände, die Welt der Ideen, werden voi 
der yvüifi-q erfaßt. Beide zusammen führen 
deren auszeichnende Merkmale (VI 1 P. 737 § 
wird der vovs als Schauplatz der Ideen, des I 
zeichnet 11 ). Doch spricht Klemens auch wiede 
ohne Zuhilfenahme der Sinneserkenntnis (äret 
nur durch die rdijot? des verstandesmäfiigen j 



031 § 150. 

') Str. VI § 52 P. 706 >" (yv/i'i) xni äaä/iatos 

*) str. IV 22 P. 630; II 20 % 111 P. 4S7: 'H 

i/ita cloa irjz ävItpaaEictg yvp'jg, oi'% Soavnoe roic äf. 

tufcil.Ki tu.ui xnl (Xay.givF.IV r<i s - 1/ (iiumitlQ etc Vgl. VI 

') 'Q$ litnilrinic .-r.fjri; II) alnili.tiir, oihlü rärjOtS XQÖs 

P. 647 KI. § 7 nilnliiiirm yan i'y yfiSiüet noi/iiiTi i(Bi 

ntöuaio; ändn/i^iy.iiin'l/i, t,~,v ,\'f •nijio.-f <V ttviijq ii}; , 

*) jl 20 Kl. § 111 P. 487 Üiaxo'rt,,- t«s tpavraai 
') str. V 1 P. 647 Kl. § 7 aioOi'jatis — >.oy>y.i) Straft! 
') Xnyixoi orte; loytxijz ovoi/s i/J; q-i/.aao<i. , <tis 

") str. VHP, 0Ü7 g 37. 

°) str. VI 1 § 3 P. 737 xaxä ydl/r tft rfl,- V '»jE»7 

her: xai)' fjv (yntjnjr) ui'ma ixi hr.-iyjv hvvüiinc yyCnr.u: 

10 ) 'H 'Vt. . . yriTim: d.to vi): yriüuljq y.a'l lOp tÖyOV 

") V 3 P. 653 Kl. 5 16 tdi y<p -ratjiA st. IV i 
Novs ät yö„,i töiär V 11 M. 112 P. 690-91, KL * 7 
Kl. g 10. Der menschliche vov S hat daher die göttlich, 
zudenken, wenn er die Wahrheit erkennen will. 



idziel der Tätigkeit gelangt (str. V 11. P. 691 
nach Plato", und Paed. III 1 (P. 250—51 St. 

das ftegog vosq6v, des Menschen „innerer - 
zugleich als Xoytaztxöv bezeichnet im Gegensatze 
ov, äußerlich sichtbaren, das üv/mköv und hti- 
snthaltenden Wesensteile 3 ). Dagegen unter- 
nens wiederum den Xöyog von vovs, wenn er 
Her 447) von den drei Kriterien der Erkenntnis 

der ata&i]aig die Sinn es Wahrnehmungen, dem 
mg der Worte als der Verbindung von Geistigem 
Wahrnehmbarem 5 ), dem vovg die Denkgegen- 
tjid) zuweist, nachdem er zuvor 8 ) der Beweis- 
■hetorischen Mitteln oder dialektischen Schluß- 
Erwähnung getan und so den avXXoyiafiög mit dem 
.enstellt 7 ). Aber immer steht die Erkenntnis des 
tos"), bezw. wie oben der yvtö/ir/ ttal Xöyo^ (VI 737), 
»'liehen als die höhere geistige Erkenntnis gegen- 
us folgt, daß Klemens dieselben gleichsam als 
en des einen Erkenntnisvermögens des Geistes 
laß er sie den Gegenständen gegenüber umwer- 
te, aber in ihrer Wurzel als Einheit betrachtete 10 ). 
ie Vernunft ist die Ordnerin der von außen 
h die Sinne — kommenden Eindrücke, der 



Hertling, Materie und Form S. 158 'Eäv tiuxeiqfj i« 
v ala&^oecav Siö zoii X'iyor , . tii'if; ynt'/nii — Li' nvaP> 

vor/Tov re7.fi xaia IlXänova. 

III 1, 250 § 1 70 vae s 6v, 5 SS) Xoyiaiixär xaishat 6 &•■- 
!räor, & iov (pairo/ievov ivvSc äijx''"' iwi?£)<u.TOU etc. (str. V 1 
aloöi/aiK und Xoyixl; ovvafiig), 
. V 1 § 7 P. 647 — 48 ror/iwv (ärrdafißaröfitita) diävzfjs 

I § 50 P. 455 Tgia ZQtzygia . . aio&t/oig ithv ala&r)OEO>r, 
ifiaTiiir nai pi/iäiair d IdytK, yorjuiiv de vove. 

str. I 24 P 417 Kl. g 159 dem vovs mit der Seele die 
aucren Kräfte, dein ioyia/iös die Anwendung derselben 
den sinnlichen Eindrücken zugeteilt. Vgl. str. II 20 

V 3 P. 703 Kl. g 95. II 2 P. 487 Kl. g 110; P. 454 

do^aaitKij änodci^ii . . ;ro(k t<»>- iirjzownior yirofliitri Int- 
d htaXrxuxär avUoytapmr; I 1 P. 316 Kl. g 1 : y>v X i}s dt 

II P. 454 Kl. § 48. 
erk S. 63 platonisch). 

19 g 102 P. 483 ov xaiä o<7,,ta |ii,™«u 6\M\ >', xara vovv 
[ 16 P. 889 Kl. § 93: fori piv . . xqui/oio: xadäjitg ia 

' ä/.'/.a hui voT? y.ai /.tiyio/tov. 

.11, Geschichte d Logisidee, Leip. 1899, 417 f. 



Klemcna von Alexandrien 

vovg hat seine Tätigkeit im Innern der Seele '), e 
ziert sich so gewissermaßen mit dem fjysjiovtxöv 
sehen*); aber auch der Xoyiouög wird zugleich 
fjyefiovixvv als „bleibende und leitende" Kraft, 
„Lenker der Seele" aufgeführt (str. II 11 P. 45 
Doch gilt vor allem der vov$ als der Träger des 
Ebenbildes 4 ), als das Abbild des geistigen und 
Logos, der sich eben durch den vovg dem Mensel 
bart (str. VI 9 P. 776 § 72), wiewohl auch hierin de 
den vovg begleitet (str. in 19 P. 438 §102)»). 
vovg erscheint sogar als der Ausfluß des Logos i 
Gottes im Menschen {dvva/üe xig xov ■deov olov 
TOtJ Xöyov avzov vovg yevö/tsvog) 8 ). Nur will Kien) 
die pythagoreische Lehre ausgeschlossen wissei 
nach seiner Meinung deu vovg als ein Stück dei 
in der Seele betrachtete (str. V 13 P. 698 § 
damit wendet er sich auch gegen die platonisc 
(a. a. 0.) s ), „denn nicht wie ein Teil Gottes woh 
der Geist (nvsSßta)", der hier mit dem im voraus 
bezeichneten vovg lv ipv%fi gleichgesetzt ist und von 
als fjyeftovutöv gedacht wird. Wohl aber erscheint, 
dessen „Auge" die Gnosisist 9 ), als der Träger der 
wonach er auch zu Erleuchtungen und Erkennt 
hoben werden 10 ) kann, die an sich über seine n 



') str. I 24 § 159 P. 417. *Fvxn id tAttot tozi xai vov 

ifj; ifv/tj; Ttaitemr <hr exixoaivvitee n) äo/nfj ''vgl. P. 808) . 

rd taxTixör. Vgl. str. VI 6 P. 766 § 52. 

') str. II, 11 § 50, 51 P. 455 X e i/ 3i . . j&r ÖXXatr ji 
ßalroyias (alle anderen Vermögen außer acht lassen) «rt cor vc 
Paed. II 2 P. 183 8t. 173/28,3 xvßegvfriis 6 coßf. 

') '0 layto/iös xai rd yyeiiovtxov cbiiatarov fteyov xai x 
■ir/s u.'c^i/i- xrjlFiiftja.-i ninij: sTotjTai. Vgl. str. VI 16 P. 809 

*) Protr. X P. 79 8t. 98. str. V 14 P. 703 § 95: eixw* 
deov 6 iöyoe avrov. — ibcotr Öe iov köyov 6 aitÜQwnos — 

ih-Oiji!>:itii\ — F.lxiltv . . <-kov ifr.tog Xoyos Eixair 6' dxävat ävftt- 
*) Tä yäß Hat' rixöra xai öpioimoiv . . . xaiä rovr xai X 

*) Photius cod. 109 bei Zahn, Snpplem. Clement. III i 
schuogen zur Geschichte des neutestam entliehen Kanons 
1884. Vgl. str V 1 P. 648 Kl. § 8. Vgl. fragm. 17 M 77 
p. 1335. 

') EriEV&er oi ä/iifi rüv T/rbuyooai \'tei/f jJoiQrf tot yniv ei. 
tjxrtv 'i-iu-.i y.ttiluxtg ///•rn.,r y.ei.i " Aijioj im e. '/,>:; oitoloyovoa 1 . cf. 2 

*) Ol Sc ä/iipi nXd-itara vovv ftev iv ytvyj'j ihia; ituiity. 
vnäf>zoria . . . äXX' ai'% tu; tif.ntK He.oü er exäoToi ijuütv ih ;i 

*) str. III 5 P. 531 Kl. g 44. Vgl. v.' Hertling, I 

Form und die Definition der Seele bei Aristoteles, Bonn 1871, 

') Str. III 5 P. 530 Kl. § 42 xaöago; yä & &v xai m< 



Scherer 

;ehen. Dies allein kann Ziegert zugestanden 
, hauptsächlich gestützt auf ein Fragment 

aus Theodot" hei Klemens, die Lehre von 
Seele dem onigjia nvev/unutöv herauslesen 
äe Fähigkeit als verschieden vom natürlichen 
Anen (Ziegert 1894, S. 31), besteht keine 
gesehen davon, dass jenes Fragment, selbst 
theit, nur die Meinung Theodots bezeugen 
jedoch die Erhebung selbst stattfindet, was 
igota -defai} 1 ), unter den göttlichen Lichtfunken 
*otr. P. 64 St. 57*), dem Anhauch heiligen 

St. 53/71; str. V 13 P. 698 Kl. § 89) 5 ), den 
Wahrheit [str. I 13 P. 349 Kl. § 57; c. 12 
>6) „des Logos" 6 ) näherbin zu verstehen ist, 
unter dem Zaubertrank Gottes {(piXzQov) im 
[enschen'), dem voeqöv (cf. Paed. III 1 P.250 
emeint hat, kann für unseren Zweck nur 
Belang sein, als darin das Grenzgebiet der 

Erkenntnis angedeutet erscheint (s. das 

Abschnitt). 

II. Kapitel. 

in und Entstehung der Erkenntnis. 

rheit beruht nach Klemens in dem, der uns 
n und Vernunft mitgeteilt B ). Alle Erkenntnis 
an der göttlichen Wahrheit 9 ), an den gött- 

ux6; na>s ?™dojffi riji idü Ofov SvväjiF.oig ävtotaßht]; 
slxörog, 

23 ff. vgl. Marquardt p. 5 A. 17. 

P. 776 Kl. § 72 io yä@ t!do$ exdaiov 6 ro£f q> x a ß a>t ' 

iser Wesen). Vgl. str. III 13 P. 553 g 93, s. Capitaine 
6 P. 60 St. 52/68, 3. 

ä ztra iov Aöyov iov Qcov. 

60 St. 52. str, VI, 808 g 134. 

,317 'pvx>l y>0 '"'"'" 'i''"/.fi ~ y -<" xvtvfia xvFV/iaTi owcurtö- 
Xöyov onoeäv; vom höheren xvevua ist die Rede, nicht 
Seele identischen jtk. fysuorixör, wie aus dem Zusatz 

lervorgeht und aus dem Zusammenhang bestätigt wird, 

/ort soll dadurch begründet werden xagaßaküs • — xag- 

ijaiv inj vitä ooi'. 

: P. 102 St. 94(7,2. 

147 gC 5 de fieiadovs ijutv inv ih-tit i:: aal ilijy u.F.iu.fiK&^ir.fr 

'xi't'i^ , . . ~>~:i- ii>//.wv i/iiii-. 

■-> P. 634 KI. § 157. VI 1 P. 737 El. g 3 ix (uzadöatm 



Klemens von Alexandrien 15 

liehen Ideen 1 ). Hier aber fragen wir nun schlechthin 
nach den natürlichen Wegen der Erkenntnis. Wir er- 
innern uns jedoch aus früherem 2 ), wie Klemens die ver- 
schiedenartigsten Meinungen hierüber anführt, ohne seine 
eigene auszusprechen (str. I 19 § 94). Indessen geht aus 
der ganzen sonstigen Ausdrucksweise hervor, daß er weit 
entfernt ist, die an jener Stelle berührten Meinungen von 
einer mit der Natur gegebenen Idee {cpvoixrj k'vvoia) 3 ) oder 
„allgemeinen Vernunft" (xoivög vovsY) zu teilen. Str. V 698 
§88 redet zwar von einer nach Xenokrates „selbst in 
den unvernünftigen Geschöpfen" wohnenden Idee des „Gött- 
lichen" ; daselbst ist auch von der Annahme einer Mitteilung 
des göttlichen vovg an die einzelnen Seelen gesprochen, aber 
auf die Offenbarung im Paradies bezogen (Gen. 1, 7). Was 
Klemens von der uns „eingeflanzten Gemeinschaft mit dem 
Himmel" sagt, bezieht sich, wie der Trieb zum Guten (V 1 
§ 7) auf die Anlage der noch nicht durch Unwissenheit 
verdunkelten Natur, die dann durch den Logos wieder her- 
zustellen und zu erwecken war 5 ). Nach ihm stammen alle 
Erkenntnisse, insoweit sie nicht höherer Erleuchtung oder 
dem unmittelbaren Selbstbewußtsein entspringen, von der 
Außenwelt und sind durch Anstrengung der einzelnen Ver- 
nunft zu erwerben 6 ) nach dem Grundsatze: du wirst finden, 
wenn du suchest 7 ). 

Ziegert 8 ) wollte bei Klemens auch die platonische Prä- 
existenzlehr^ erkennen, so daß wenigstens ein Teil unserer Er- 
kenntnisgegenstände ihm sich so erklären würde. Aber ab- 
gesehen davon, daß Klemens ausdrücklich sogar die Absicht 
kundgibt 9 ), er wolle ein ganzes Buch gegen jene von den 
Gnostikern mißbrauchte Anschauung schreiben, spricht er 
an der von Z. dahin gedeuteten Stelle 10 ) lediglich von unserem 

*) str. V 3 P. 653 — 54 Kl. § 16 r\ de ISsa iworjfia rov üeov — 
Aoyov xov fteov. 

5 ) Vgl. Einleitung S. 4. 

8 ) Vgl. Preische, De gnosei Clementis Alexandrini p. 25. 

*) cf. str. I 19, 373 § 94. 

8 ) cf.' protr. 2, 21 St. 19; str. I 349 § 57; I 330 § 26: e X ov<n 
fxev xi olxelov cpvoecog idicofia oi ooqpoi xfj diavoiq. cf. str. VII 2, 833 § 8. 

•) V 3, 654; VI 17, 818 § 149 § 150 avxrjv ds xrjv älrj&eiav jioXv- 
jiQayficvrjzeov . . £rjTOvvxeg fia^elv. VI, 9 778: ov ovyysvvärai yvcooic. 

') str. IV 23, 631 § 150; c. 2, 565. 

8 ) Die Psychologie d. Kl. AI. S. 8. In der 2. Auflage 1894 S. 11 ff. 
etwas gemildert. 

B ) str. III 3, 516 § 13. 

10 ) Protr. I, 7 St. 7. Z. benützt bes. das oben berührte Fragment 
der excerpt. ex Theod. vgl. Marquardt p. 9—11; str. IV 26, 640 § 169 
ist nur ein Zitat des Epicharmus. 



Scherer 

: der Erschaffung als „gewissermaßen in Gott" und 

dessen wahren Charakter als bloße „Bestimmung 
n der Zukunft" , daher nur als ideales nicht als wirk- 
en '), welches erst durch die schöpferische Einhau- 
vernünftigen Seele seinen Anfang nimmt 2 ). Äußer- 
tet er entschieden die von der Präexistenzlchre 
itzte Umwandlung des besseren Zustandes der Seele 

hlcchicren (str. III 14, 554 §94*), gleichwie über- 
Seele von Haus aus weder gut noch schlecht ist, 
ur die Anlagen zum Guten oder Bösen mit zur 
gt*). Dem entspricht darum auch die Auffassung 
:ns von der Entstehung der Erkenntnis. Wohl 
iel von Gedächtnis 5 ) und Erinnerung 6 ), wodurch 
ungen des eigenen Lebens 1 ) sowohl, als auch die 
der Vergangenheit 6 ), wie die Eindrücke und Er- 
: der Vernunft selbst 9 ) festgehalten werden, um 

wieder zur Grundlage neuer Schlüsse auf 
t und Zukunft zu dienen. Allein niemals spricht 
on Erfahrungen, die einem vorweltlichen Zustande 
hätten 10 ), der Inhalt der Erinnerung beschrankt 
üe im gegenwärtigen Leben aufgenommenen Ge- 
>uren. Um so lebhafter betont unser Schriftsteller 

Unterricht und Belehrung empfangene Bereiche- 
Wissens und nennt den Mangel an Gelehrigkeit 
n die Quelle der Unwissenheit 1 *), 
n bewahrt Klemens so dankbare Gesinnung gegen 

p deTr üoco&ai noötegov yeyerrij/ievot iiü #f(fi s. oben S. 7. 

V 14, 703 § 95 — im Unterschied von Platos Ideerilehre 
gl. VI 9, 778 § 76. 77. 

[wiwniioärcan) ovx äv xort tf ä/isivwr elg ia %eioQi xaiäyoi 

IV 26 § 169; III § 94. 

IV üti f,:i9 § 166; VI 11, 788 § 95. 

VII 15, 888 g 91 miY &«(.( ykvxtta Äo,; «.- y.,d „hJ«.,; 

14; VI 2, 750 § 22. 
i. III 11. 289 § 60 vnöprqon; P. 298 g 76 St. 278: ävd,<- 

II 12, 457 § 53 tov yaq X S 6rov W f' cr naeVXV 6 '" V /'"VI"} 
ti ihttq lau. 

I !>, rii2 S 11 : ü <)! .Ti»'.' ii/v ßior ävaipifjo>y i'xaoza juv öijttir 

'/./.i:rty.ihv xui T'Tji- ßayßamHÖir vnoätiyftaia xt>/ii(ror :ui/.vni:iiin; 

tj&fiae i%t>euirji;- xai i<ii üVk xuIviujik. Vgl. I 19, 373 g Q3; 

§ 91. 

d. III 11, 298 s. unter A. 7 n. 8. 

I doch mülite dies bei der Voraussetzung der Präexistenz zu- 

V 679. 680 g 58 : 



r 



KlemetiB von AlexaodrieD 

alle, die ihn belehrt (I 1 § 11 P. 322) ; er red 
gegenseitigen Abhängigkeit und Lehrmitteilung 
soph'en untereinander 1 ), von der Einteilung der 
— Heiden, Philosophen und Juden, Häretiker, G 
in vier Klassen; wie er wohl selbst als hochgefeie 
dies für nötig hielt*). Und er bleibt beim iridis« 
nicht stehen. Um wie viel mehr muß uns Go 
über das, was unser Ziel und der Weg dazu 
Piatos Meinung" a ). Darum nennt Klemens de 
Wahrheit den Glauben (str. II 2 P. 430 § 4) 4 
Glauben hinwiederum, der das Wort des Lehrei 
ienige Gottes auffassen muß, zunächst ohne de: 
Begründung zu kennen, bezeichnet unser Schri 
vorläufige und freiwillige Annahme des gehörte: 
ixovoios)*) oder — mit stoischen Ausdrücken al 
Stimmung (ovyxaTä&eois) des gottergebenen Geist 
Klemens zum eigentlichen Offenbarungsglauben 
Auf den Glauben gründet sich sodann das H 
die Wissenschaft'), er ist die Grundlage der Wahr 
wie die vier Grundstoffe 8 ) die Wesensbedingungen 
bilden. Aber wir dürfen uns mit der y>dt) nl 
bloßen Glauben, nicht begnügen, sondern mi 
nach dessen wissenschaftlichem Verständnis trai 
der ntoue dogaottxi] l0 ), der freiwilligen Unterwe 
die Offenbarung, muß die jtbmc imorypovtxq 11 ), 
schaftliche Glaube, werden und daraus die ZVcüo 
falten 13 ). Aber nun erhebt sich die gleiche Fraj 
ist der Anfang der wissenschaftlichen Erkenn 
Klemens gibt die Antwort: der Ausgangspunkt i 
schaft ist ebenso unbeweisbar wie der Glaube 1S ) 

') str. VI 2 KI. g 15 P. 745-46; V 9 P. 681 Kl. §{ 

') Btr. VI 15 P. 799 g 119; P. 8Ö0. 

') gtr. VI 15 P. 802 g 123. 

*) '056$ Ji {tijg) ili/folas v «&*«. 

•) Vgl. Epitur b. Laert. Diog. X 33 zitiert str. II 4 M 
P. 437. 

*) str. II 2 § 28 P. 432 /Kons . . xQoXrjyis exaiot^e i 
avyxatA&Eoig. 

') a. a. 0. 

') II 6 § 31 P. 445. 

•) str. I 342; V 678; V 12, 692 g 79. 

,0 ) Btr. II 11, 454 §48 moicaig &i ovar/g Siiiijg rifc fiel 
Tijg de SoSaotixijg . , . nlatig dvvafig roü &to8 — äXrj&ciag. 

») II 2, 433 § 9; 454 g 48. 

'*) VII 10, 866 in nloTiws dg yv&w, II P. 454 § 4E 

**) II 4, 435. agxai e-aotij/tijs uvojiö&eixtqi. P. 437 Kl. 



Scherer 

seinen Glaubensbegriff mit dem An- 
als Zustimmung (vorläufige Annahme) 
-was Einleuchtendem verschmelzen, 
diese Meinung des heidnischen Philo- 
ig der Notwendigkeit des Glaubens 
rieht er seinen Standpunkt klar aus, 
ibegriff nicht als solcher genüge. Ist 
Aussetzung der Wissenschaft mit der 
n Einleuchtenden 3 ) durch Sinn und 
*o bleibt das Glauben immer noch 
iung B ) zum Worte Gottes oder seiner 
der Wissenschaft) ist der Natur nach 
ch der Betätigung nach die aio&r)ot$ *). 
is aber setzt ebenso das Sinnesver- 
;setze zu seiner Aufnahme voraus'), 
ch die Sinne dargebotenen Anschau- 
tJtjj'föiff xal ävriXriyiiq)*) findet statt 
ilisches Empfinden und Unterscheiden 
tyaeax; xal diaxQittxiJg . . . votfo£a>s*), 
les Gegenstandes bezw. dessen Zu- 
rer Tugend der Zustand freudiger 
ien entspricht 10 ). Dieses Empfinden 
schient aber nicht mit Freiheit, wie 
mit Notwendigkeit der Natur 1 '), wie 
ittelbaren Evidenz ergibt, wenn sie 
orhergehenden Prinzipien weiter be- 



g 16 cf. | 17. _ 




iiif ni'rtfi fZi/.o ij :rpöXtji/n's ian <5m 




7K. cf. II 2, 433 § 9 % s. S. 19. 




ov xai aiattr/ocioz id h-anyiz. 
i%vt} tk fpvotxi); II 6 § 25; II 4, 


435 § 13 ; 


t) rf/s Litair/ittjs ovaia. 
V i; IxoioLOS. cf. II § 123. 




i«i fiiv JipiÖio; 6 rovf, i)fiir 8e xa 
09 § 137 ai tiir xaz' gvvaiav, 


niHK r/;i. «; 
ll St MOI> 


' atoätjOtg äop'j rtiori >»; ' 'i.r.'i yiit_ 
it)r ötäroiav ixitivoviat. 

641 § 171; I 18 P. 370 § 88. 


■tavTi/s al 


axoij oi Ötä irjs ooi/iaiixijs Övräfieiäs ej; 1 ' "j* 1 
iijs aioöijafvK «ii xiji diaxgnixiji tföf eijtiat- 


pgoovrrjy . . . tijs unra */;)■■ äit'.ikim 
pvxixifs .... äya&ai xai xalal nga^i 


e Paed. II 


1 e Z ovaa ii/v . . fWOiXTjV aräyxrp 


etc. Vgl. 



Kleinen;; von Alexandrien 

läßt 1 ). Das ist die „Voraussetzung" (m 
ersten Erkennens, die erste Stufe zur Wissensch 
verschieden davon und ausdrücklich ihr als d 
äo&svrjs entgegengesetzt (II 6, 443 § 27 cf. § i 
die imöÄrjyHg und zugleich jtQÖXrjyjic des Glau 
aus der freien Zustimmung der vernünftigei 
einem feststehenden Inhalt 4 ) entspringt und 
mens ausdrücklich der Zustimmung aus phys 
wendigkeit den Gnostikern gegenüber B ) entge 
mithin in seinem Gebiete doch einigermaßen 
wird*). 

Epikur 1 } — aber nicht Klemens — hat d 
die nQÖXfjyjis . . inl tt evagyeg — die vorläufig 
einer evidenten Wahrheit genannt mit Beziehi 
sittliche Leben. Aber das ist es eben, was Klemens 
eigenen Glaubensbegriff ausdrücklich ausschließe] 
benützt nur den Begriff Epikurs, um seine The 
Notwendigkeit des Glaubens zur yv&atg durch 
nischen Gewährsmann zu beleuchten. In Wirklich 
er die Zustimmung inl t< ivagyäs vom eigenen Glai 
aus. Daher kann man nicht mit de Faye v< 
fang der Erkenntnis — bei unserem Schriftsl 
einem unbewußten Glauben reden 9 ). Vielmehr 
Glauben verschiedene Pfade der Weisheit voi 
selbst zum Weg der Wahrheit wird 10 ), bezw. di 
ihn gelangt. Gegenüber den Basilidianern, die c 



■) II 4 P. 435 § 13: xoivör Se yov xt xai alo&^oc^ 

') a. a. 0. 

') II 2, 432 § 8 ngöh/yrts ixovotos , . äcooißeiag ■ 

cf. c. 6, 444 § 28. 

*) y>vx>js aiie&VQiav loyixi/ ovyxaiä&eois Str. V 1, 6^ 
$ 27 ovyxaiä&eots Ioxvqoi im. (cf. Knittel in theo]. Qu; 
S. 193.) 

*> a. a. 0. II 3, 433—34 §§ 10—11. 

*) Christ S. fi bestreitet dies, Unklarheit der Abgrt 
utia nur in der nicht scharf gefaßten Scheidung des Offenb: 
von demjenigen an menschliche Autorität zu liegen. 

') str. II 4, 437 § 16; vgl. VII 17 P. 819 "Avzlk 
nioieiog igctai. Seinem Gegenstande gemäß überträgt Kle 
griff des natürlichen Glaubens auf den Offenbarungsglaube 
allem im Auge hat (8. 20 A. 6). 

») a. a. O. § 17. 

*) Faye, Clement d'Alexandrie p. 198. 

•') VII § 91; II 2 P. 430 § i a! älj 68oi noyias voix 
im tf/v 63oy t?J? ähjDn'ix^, i',f>ä-. iii iriWs (SC. 666s äktj&cla; 

moix. 63al die rechte Handhabung {ägitot. neutestamentl.) 
reitung bieten. 



20 Scherer 

einfach die Zustimmung zu dem nicht in die sinnliche Er- 
scheinung Tretenden nannten (str. II 6, 443 § 27) hebt 
Klemens hervor: Der Glaube ist gegründet auf die Ei- 
scheinung des Logos, und darum keine bloße Vermutung 
vor jeglicher Beweisführung, sondern Zustimmung zu einer 
feststehenden (d. i. wohlbegründeten, auf Beweise gestützten) 
Wahrheit und so ist er nicht eine haltlose, sondern eine 
wenn auch freiwillige Annahme, weil Zustimmung ohne die 
Erfassung seiner Evidenz (jzqö xazaX^tji£<og), so doch eine wohl- 
begründete Vorausannahme {ngöi-yipie) seiner auf dem Logos 
beruhenden Wahrheit. In diesem Sinne glauben wir aus 
dem schon von Knittel (theol. Quartalsehr. 1873 S. 193} 
eingehend gewürdigten Zusammenhang die dunkle Stelle 
str. II 6 (P. 443—44 § 27. 28) erklären zu müssen (cf. V 13 
§ 85 P. 697). 

Vor allem jedoch scheint uns der Schlüssel zu dieser 
Erkenntnis in der Aufhellung der Art und Weise zu liegen, 
wie jenes „seelische Empfinden und Unterscheiden" der 
von den Sinnen gebotenen Anschauungen zustande kommt; 
denn offenbar sind dort die Anfänge für die Betätigung 
der vernünftigen und praktischen Vermögen nach Klemens 
zu suchen 1 ). In den Körper eingeschlossen 2 ) sind wir zur 
Wahrnehmung der sichtbaren Welt a ) auf ihn und seine 
fünf Sinnes vermögen 4 ) angewiesen, die zugleich mit dem 
nvevfia atodtjttxöv in Tätigkeit treten 6 ) und uns die natür- 
liche Anschauung der Außenwelt 6 ) vermitteln, um so reiner 
und deutlicher, je weniger sie durch sinnliche Leidenschaften 
geschwächt sind 7 ), und die uns so die „vorläufige Erfassung 
durch die Sinneswahrnehmungen (ovveois xai &n0.ijy>n &£ 
ato&r)TriQi(Dv) ermöglichen 8 ). Diese Wahrnehmung findet 

») 8. ob.; Btr. 112, 433 § 9 S. 18 A. 9; vgl. IV 23, 631 § 150: >5 
löjr aladrjiwv änoozgtxpii ti/r ng6e id vor/tä oltcsioMUr notolij ov . . . ij jrpoj 
ta votjxä olxeitoe>is j-aia epvotv , . . öaiä t<ür aia&riitäv; vgl. Theophrast II 2 
§,!) angeführt. 

*) str. V 1, 647 § 7 itöv fikv ala&rjX&y Biä ocu^aros ända/ißavofießo ..., 
aio&tjtüis. 

! ) II 2, 430 § 5; VI 1, 73? 8 3; V 6, 665 § 33. 

*) VI 16, 808 § 134; V 6, 665 § 33 xtvt&s. 

«) str. VI 17, 820 § 154; vgl. VI 16, 808. 

') II 2, 430 § 5: ri/r ipvaixi/v aegitllijqre famgiar lijv xazä x&v ala- 
#ijtöv »öa/ior. 

') II 20, 487; VII 12, 874; Paed. II 2, 183, 179 St. 169 P. 209 
8 68 St. 197J66, 3. 198 spricht sogar vom Verhältnis der Sinne zum „Ge- 
hirn" und zu den Leidenschaften der Seele. 

*) str. VI 1, 737 8 3. Das Wort ovvcok erscheint als Bezeich- 
nung für die unmittelbare geistige Erfassung des durch die Sinne 



Kiemen» von Alexandrien 

statt einerseits durch das nun entstehende Sinnenbild (a 
taata) 1 ) andererseits durch die damit verbundenen Regung 
fiiä&t}) 2 ), des nvevfia ocoficmxöv, welche durch unerklä 
Wechselwirkung in der Seele zum Bewußtsein gelanj 
und, indem sie gewisse Reizungen derselben (Ivanegelofi 
tijg yvxf}sY), sei es des Wohlgefallens*), der Verwirri 
der Furcht, des Zornes 1 ) oder dergl. auslösen, wieder 
teils fördernd, teils hemmend auf die weitere Betätigt 
des Erkenntnisvermögens Einfluß haben*). Je mehr 
Seele diese -Eindrücke beherrscht 1 ), desto freier entfal 
sich ihre Fähigkeiten 6 ), desto naturgemäßer 9 ) nimmt 
von den Sinnen dargebotene Erkenntnis ihren Lauf: d 
die Vernunft prüft die gewonnenen Sinnesbilder 10 ), ol 
sich von denselben verwirren zu lassen, bringt Einheit 
sie u ), beurteilt alle, der Verstand aber sucht den geistij 
Begriff 12 ), die Idee im sichtbaren Dinge, er erhebt die 
kenntnis aus der Sphäre einer bloßen phantastischen Kraft 
wie sie die Sophisten herabgewürdigt natten, in eine höh 
geistige Welt; der xdojios voijtös und alo$r}z6s haben in i 

Wahrgenommenen, ähnlich wie die „Perzeption" im modernen Sinne-, 
str. II 2, 430 § 4. 

') str. II 20 P. 487 § 110: 
xai ipavtaoiav xivchai; V 5, 661 
fiij Qvyxa-zaii&Eo&at tfj tpaviaolq. 

') str. VII 12, 874 § 71; II 20, 486 § 108: neosnaooaXoT {= 
unterwirft, heftet an) i^> mü/tan tip> yvz>i v ■ • • f'l äepogi^oyios . . . 
na&üiv (sc. iov oto/tatoe); VI 16, 808 ag&wBia&ovv (rd aaexiHÖv) 
ocü/tttios- ; V 6, 668 § 38 nennt mrjdog das oixiygtav xagötas xe 

*J str. II 20, 487 § 110: 6 . . . äidovs Myos . . . rä näfoj m 
iraxegeioftaia rijs yvxijs (pt/air stvai . . . olov tvoJioo<pQayioptata z&v x, 
HtttixäiY dvrä/ie<w. 

*) str. V 4, 656. 

( ) str. II 7, 446; 13, P. 460; IV 6, 578; IV 15 § 11. 

*) str. IV 6, 578: wavXat dudoytapot; IV 15, 616; VI 6, 764: 
»£fe<M bnmtotOnai; VI § 112, 796, Paed. I 13, 158. 

*) Str. I 6, 335 ixxa&ai e uai te räv ahdtycwv Kai äva£aavgetn 
«wrAi Iva . . . älri&ztar Sti&tTr Bwr/df/. Paed. II 4„ 132; str. IV 6, E 
fragm. IX P. 1005 u. a. VII 6 § 32. 

6 ) IV 18, 617; c. 22, 627 ävaXlohtnor . . . (paviaoiwv; IV 23, £ 
II 2, 433 § 9. 

•) str. I, 377 § 99 xgo&pvöis j IV, 631 a. a. O.: if jrgoj ™ i* 

olniUaiue xaiä qrüaiv nEqtayaiyii . . . (trö zföy alo&rjtair yivtvn; 

875 § 71. 

'•) Str. II 20 P. 487 StaxplvEiv taq (pariaotas xai pi] ovyanotpsQ£< 
afaaiq; V 5, 661 § 28 /») avyxaiartöeo&ai. 
") VI 808 § 135. 

») str. I 6, 335; VII 7, 854 § 40; IV 23, 631 § 150. 
'*) str. II 2, 430 § 5; I 8, 339 § 39: »wapis <pav laa „xtj. 



22 Höherer 

ihre Brücke gefunden, wie dies Klemens in der schönen 
Allegorie Abrahams 1 ) zum Ausdruck bringt: die Erkenntnis 
vollzieht sich in drei „Tagen" d. h. Absätzen, zunächst in 
der Sinneswahrnehmung (^wega 8t' oipems), welche sodann 
das Verlangen der Seele weckt {zrjs yfvvng im&vftüt s. oben 
gntgeio/utia); am dritten „Tage" aber öffnen sich die Augen 
der geistigen Einsicht, und der Verstand durchdringt mit 
dem Lichte der Wahrheit das dunkle Vorstellungsbild 2 ). 
Der Künstler ergreift in der sinnlichen Schönheit 3 ) die 
Idee, nach der er sein Kunstwerk schafft, vom nvev/*a 
aia&ijasoig getragen, den ihm der Schöpfer selbst verliehen, 
der in der Bildung des Menschenwesens Kunst und Ideal 
zur Einheit verbunden*). Die prüfende Vernunft 5 ) aber 
forscht nach dem, was dem erkannten Ding an sich zu- 
kommt und im Verhältnis zu anderen c ), sie löst die sinnen- 
fälligen bezw. natürlichen Eigenschaften von ihrem Träger 1 ), 
bis sie zum geistig erfaßbaren Wesen 8 ), und zum höchsten 
Gedanken*) vorgedrungen. Mit dem Auge der Einsicht 
- (avvsats) ,0 ) blickt die Seele nach außen und ergreift die 
sinnliche Welt, die zuletzt zur höchsten Ursache empor- 
weist 11 ); so wird sie zur Schauung der Ideen angeregt 12 ), 
zur Erfassung des Wesens im geistigen Begriff 13 ) und dringt 
ein in den xöoftos votjiög, um, was das Sinnenvermögen er- 
kannt hat {nat' IvEQyetav vgl. Aristoteles u ), auch begrifflich. 



') Str. V 11, 690 § 74: jrpcörjj . . . ij dt' Ihf/ttas tjfiiga, öeviega äi 
tijs V"'CT C • ■ • Ixt&vftto' tfl <&"ll <> >t'i^" "' xi-fviiaTtxä Stopi/ dtotxffhiicov 

! ) Vgl. Btr. V 5, 661 § 28: räjfa 6'e xai qiavinaiav n)» Zofigitv avj- 
XÜv tp iJj» AlttQeias tpanl deiv firiaatio, 

') Paed. Ht 7, 376 St. 258 § 37; VI 17. 823 § 160 wird diese 
künstlerische Kraft tpQÖrtiate genannt, ihre Anlage nvtSpa cüo&yaeais (VI 
17, 820 § 154), ihr Ursprung mit letzterem auf Gott zurückgeführt 
(a. a. O. cf. str. I 4, 330 § 25; VI 17, 823 § 160. 

*) str. IV 23, 632 g 152: xoivijg ofoijs xai xijs tt/rijs xai tijg ovoias, 
"-— *- ' " " c- *- >J ttx v 1 AX^Scta. 

40: 6 Xoyos &iaxf>iva>it f'xaoza. 
i 83. 

J 72: äipfldrtas ... tag tpvatxag xotözijias. 
§ 40: hzaxokov doirries . . . tig tr/y royiijv ovoiar. 
72 : im li/r ngont/r vör/air nQOXiOQirvviK. 
144 ovveots Öipts ffi/i/ia) zfj; VXV^' T S'- s '* - I 

a. a. O. ovywv t&v to&>, 

7 22 P. 626 § 138; V 1 P. 643; fragm. 4 M. 739 

M. 751. 

. 4 a. a. O. perceptibililer-intellegibiliter; s. ob. A.10. 
P. 809 § 137. 



Klemens von Alexandrien 23 

zu erfassen (xar evvoiav), und sich von den so durch die 
Vermittlung der Außenwelt einströmenden Begriffen zu 
weiteren Erkenntnissen, sei es rein gedanklicher 1 ), sei es 
praktischer Natur in den didvoiai 2 ) bis hin zur höchsten 
ivvoia fteov zu erheben, wie wir dies bei der Betrach- 
tung des Umfangs der Erkenntnis noch näher würdigen 
werden. 

Für jetzt genügt es auf die zweite Quelle der Erkenntnis 
hinzuweisen, die vor allem durch jene Scheidung der Wahr- 
heit von den Erscheinungen gleichsam entbunden wird, 
wenn der Mensch in der Fülle der von außen her ihn um- 
fangenden Eindrücke sich selbst als Teil des Ganzen wahr- 
nimmt 3 ) und der Außenwelt gegenübergestellt sieht, indem 
die Seele von den Sinneseindrücken sich loslösend (jiejzav- 
jbtevrj), sich auf ihr eigenes Wesen zurückwendet 4 ), ihre 
Natur und Herkunft, Bestimmung und Eigenschaften er- 
wägt 5 ) und so in der Selbsterkenntnis sich selbst findet 6 ). Da- 
mit kommt Klemens dazu, die „ohne Beweis" avaTtddeixroi) 1 ), 
auf Grund ihrer durch Verstand und Sinn aufgefaßten 
Evidenz 8 ), angenommenen Grundwahrheiten, vor allem den 
Sophisten gegenüber, aufzuzeigen. Dabei führt er uns in 
seine Anschauung über die „wahre Dialektik" ein, welche 
seine Gegner durch Mißbrauch in Verruf gebracht hatten 9 ), 
und bestimmt sie 10 ) als das „vernunftmäßige Ausgehen von 
dem im Denken erfaßten mit der Prüfung des Rechtes der 



*) str. V 13, 698 § 88: fata iwoia; str. VI 15, 805 § 130; c. 16,808 
§ 136: xd xax 1 evvoiav xe xal didvoiav; V 11 § 75. 

2 ) str. IV 23, 632 § 151; 112, 433 §9; 437 §16; I§26; Paed. III 2 
P. 260 St. 244: fiexdyexai ydg r\ Sidvoia vnö rjöovfjg\ ström. III §§ 75, 76; 
II 2, 433 § 9 ; c. 19, 483 § 102. Auch der allegorische Schriftsinn mit seiner 
prakt. Tendenz erscheint in Verbindung mit der didvcia (str. V 9, 681 
§ 59; I 22, 410 § 149;^ V 12, 695 § 83; V 11 § 75. Aristoteles redet 
von der didvoia ngaxxixr\. Xenokrates nach II 5, 442 von der (pgövrjoig 
ngaxx. und ftscogrjxixf). 

3 ) str. I 14 P. 351 § 60. 

*) str. IV 22 P. 627 § 142: f\ ipvxrj ovwsvsi ngög avxrjv; str. 
IV 22, 627. 

5 ) str. V 4 P. 658 § 21: xb yvco&t oeavxov noXXa ivdeixwxai etc. 
xtg xe oov fj ovola. 

6 ) xovx y ovv ioxi xö evgelv xrjv ywzrjv xo yvcovai eavxov a. a. O. 

7 ) str. II 4, 435 § 13: ai dgxal dvajtoöeixxoi. § 14; VII 16,891 § 95. 

8 ) § 13: xoivöv ' — vov xai alofirjoetog xo evaoyeg; vgl. P. 437 § 16: 
nooXrjipig . . . SmßoÄrjv im xi ivagysg xal im xi\v ivagyfj xov ngay/uaxog 



imvoiav. 



») str. I 8, 340 § 39 P. 339; VI 16, 817 § 148 I 18 § 177. ^ 
10 ) str. VI 17, 821 §156: yj yovv negl xcöv vorj&evxcov Xoyixrj dtej-odog 
fiexd algsoecog xai ovyxaxa&eoewg diaXexxixrj Xeyexai, 



24 Scherer ' 

Zustimmung". Insofern ist dieselbe von Anfang an schon 
„gemischt mit Wahrheit" '), die sie nun genauer „betrachtet" 
;keit, die <pQ6vr)aig, jedes der 
m Begriffe sondernd, die Art- 
iale heraushebend, jedes Seiende 
Ebenso 2 ) trennt sie die Gattung 
von der Gesamtheit und unter- 
ersten und einfachen Wahr- 
ten nur durch die Evidenz er- 
ist der stärkste Schutzwall für 
griffe der Sophisten, der Prüf- 
hrer und falscher Münze 3 ), sie 
ng der Zukunft*), während die 
im Widerspruch s ) beruht. Was 
it, das tut sie durch den Prüf- 
81). Eine solche Prüfung kann 
Urteilskraft, welche die An- 
lie Begrjffe des vovg*) vergleicht 
ügf). Dieses soll in uns ein 
sein 8 ), nicht nach den Launen 
! Stimme Gottes auch den sich 
verborgenen und unsichtbaren 
an ,0 ), wiewohl dies erat voll- 

aotpia fiixir/ ovaa rfj äXrjdetri ij älrjdrjg 
ata . . . avitj yög r«I ovri j) SiaXextixij 
ixr/ exdozov t<öv Övtav , . . Seixttx'q. 
yevij- SiaiQf Tixt;, ftexßl T&y läixmtdiior 
ür örxior xaiktQÖv, oldv £<m <p«ivtoöai ; 
: diiva/iig y>vx>js fteoiQrjzixr/ rtöv Srrtov 



i . . . x 

iXövrojy xazaoTOxaanxtj ; § 155. 

aaxoXia — tov xaievdSvat XQijta . 

u udm/s ~— lyevSodo^ias < 

t de iö fiällov ij Se ovyx 

nioy to tv %/itv vyiis xal äxl.avis. 

■hci&cTr ßid&iat rovreoriv eis ias ddviovs 



Klemens von Alaxandrien 

ständig durch die Prophetie d. i. die positive 
erreicht wird 1 ). Klemens spricht von allgeme: 
und von freien Urteilen 3 ), frei insofern sie i 
Stimmung zur Betätigung der vernünftigen I 
setzen*), und frei, wenn sie auch nach der B< 
nicht in sich einleuchtenden Wahrheiten der 
des Glaubens zu der dargebotenen Wahrhei 
während bei offensichtlicher Tatsache die Zurüc 
Annahme des dem Urteil sich Aufdrängenden w 
oder widersprechend wäre und umgekehrt 8 ). Be 
vereinigen sich das Wollen der Freiheit, Ui 
das Schulen seiner Kräfte zur Einheit des Li 
das Urteil folgt der Schlußsatz der Vernunft, 
bewährt sich Klemens wiederum als gelehrigen 
griechischen 8 ) bezw. stoischen Weltweisheit, 
zum Hinweis auf die Bedeutung der Schlußfolg 
ihm die Irrlehrer, welche ihre Behauptungen 
aufstellen (str. VII 15, 889 § 92 fl )). Daß es ein 
durch Beweisführung gibt, kann nur derjenige 
die Sinne leugnet 10 ). Unser Schriftsteller untei 
mittelbare oder zwingende (Anödet geig ävayx 
eigentliche syllogisrische Beweise "), welch letz 
gewonnenen Begriffen und Urteilen weitere ! 
andere damit gegebene Wahrheiten zulassen "] 
von Klemens angenommenen Einteilung der pe 
Schule in Schlußfolgerungen, die auf bloßer 



') Btr. VI ]5, 805 §§ 129, 130; s. unten über d 



r ») Btr. VII 16 P. 889 § 93 ton pb olv xo,yä uva 

XjjiiijjHa xa&äxcQ rd aioiJijijJpia, id 6' äXka . . . tä ikr}&i, 

loyiopov r^xa. 891 § 9& xmvai ewotar, § 93 P. 890. 

') Quis &\v. c. 14 P. 943 : x^t^ov kkei&E 9 oy Z x ov h k 

*)_ QuiB dir. a, a. 0. ; str. II 17, 469 §77: a! yig 

tov ßoi).io$ai Sidnoyot itttpvxaai. 

«) Vgl. II 2, 432 § 8; 433 § 9; V § 87; Ww 
xatäfow, VII 15, 888 § 91; II i, 434 § 12. 

*) VII 15 fl. fl. 0. fit) nvyxaianäi/iEroi fiij oiaorik 
lievor xai ängexii; xai nagä tpvoir xai yievBo;. 

') II 17, 469 § 77. 

') str. I 28, 424 §§ 176, 177; I 18 § 88^ 

') Toi; Se ahlag dlöyavs ngaßallofiivots ävaxoÄöytj-tot 
"} VII 15 §92: nliim jrrinof öv 6/ioXoyrjoEiv ävev 

oe>; ävatooivTaiv; str. V 9, 681 § 60. 

") Btr. I 18, 370 § 88; vgl.c. 20, 378 § 100; VI 10, 
»Jjrtr. I 18, 371 § 88; c. 20, 378 §100: <pom.fr toi 

iyvolag ayttr dvra/idvats. 



auf wahrer Wissenschaft gründen (Imarr)- 
;hen sollen '). Unter letzterem versteht 
ssenschaftliche Methode der echten Philo- 

aus sicheren und anerkannten Voraus- 
TtgöXtjifig im ti tvagyes) etwas anderes, 
weifel Betrachtetes , nun als zuverlässig 
das Unbekannte aus dem Bekannteren ge- 
Hypothesc" nennt Klemens im Unterschied 
,- oder drw'AiJvtc die subjektive, zugunsten 
kürlich aufgestellte Voraussetzung*). 
lung der Schlußfolgerung, der „göttliche 
5 . 425 § 178) ist der Höhepunkt der echten 
Jenktätigkeit ä ), der Weg zum Wissen, wenn 
^twas in die Länge hinausgedehnt*). Ihre 
, durch die allbeherrschende Folgerung 
im), die Wahrheit vom Schein zu sondern 
*88 Kl. § 91) 7 ), um den Gebildeten, den 

Aufnahme des Glaubensinhaltes vorzu- 
:n Gläubigen zur wahren Weisheit zu führen 
liehen Lehre weitere Folgerungen zu ziehen 
\ 4'26) e ). Und zwar dienen Begriffe aus 
etenzurBegründungderWahrheit(str.VIlO 
' ixdatov fM&rfuaxoe tö ngogtpigov tjj &Ät}- 
VI 15 § 121 P. 800 dia n&orjs drjlovöxt 

:s Schlusses bezeichnet Klemens den Syllo- 



I g 60; cf. II 11, 454 §§ 48, 49: Klemens versteht 
■iS. die auf rein menschliche, unter inioir/fiovtxq die 
laft begründete Beweisführung. 

löyvv *,W {iid^ifiK L-,,ü, V /.oy,x,}v) . . . roh ipqwßr,- 
loioyov/isvior exnogi^oyia jljv nioitr; vgl. Str. V 12 

; 48. 

»26 § 138; g 148; xa&' vnö&cotv IV 22, 630 § 148, 
. str. VI 7 P. 767 § 54; V 11 P. 689 Kl. § 72. 
es Klemens von Alexandrien 8. 110 übersetzt ü.-id# toi; 

79. Vgl. VII 15 g 91 P. 888: xvgtmatoi i6yto/ioc. 
yov VII 14. 883 g 84. 

'. 781 Kl. gg 82, 83. 

t 1 P. 829: ' Eveeytajfeoit 6' oi/iai n^oe toi»; <pt).o- 
Höyoif, ibq i.iahtv in lij; ;iuü' avMÖr xmdeiag rjSti 
9at, xai si /ir/5c.iv] ö£ioi>; eavto»s fiFialaßeiv i^s tov 
aqeopixaot. 

:i! iiji- n/.i.i'h] »«.'i'iii jia,if,ioy!Ä (sc. diaXextuttj) . . , 
i; evt iiahaTii, nansuiov avifj (r$atpfi) "? v äxoXov&iav 



gismus (a.a.O.) 1 ); er spricht aber auch vomEpic 
11 §49 P. 454 120,377 § 100) und hält das, w 
dem Namen Induktion bezeichnet ward a ), die Be 
welche von einzelnen Beispielen ausgeht, fi 
zur frdeifa (str. V 6 P. 664) 3 ). Der zuverläss 
ist ihm aber der auf unumstößlichen Vorausst 
Offenbarung ausbaute (St. B 11 Kl. « 49 P. 4£ 
zur Gnosis. Aber auch nur der natürlichen Fol 
(q>voix7} äxoXov&ta)*), ihrer Vernunfteinsicht, 
haben die Heiden manche Samenkörner der Vi 
gelesen „durch rein menschliche Beweisführun 
äv&Qamixr) b ) • denn die Wahrheit ist mächtiger 
und vermag auch auf fremdem Grunde ihre 1 
zusenken (str. I 13 a. a. O.) 6 ). Ihr Werk ist 
düng (imxeigr)/ia), das Endziel derselben die 
(str. I 8 Kl. § 39 P. 339 7 ), ihr Erfolg die Au 
Wahrheit, wenn es eine wissenschaftliche Bf 
{£iziort)[Aovi)ti] dnödei^ig) d. i. auf wahren Vora 
nicht auf bloßer Meinung beruhende ist (änot 
wie vor allem das Beispiel der Glaubenswisse 
(str. II 11 P. 454 § 48, 49 eha jigos tÖ ^tov, 
laftßavöfteva] äXtj&ij . . . drjXov . . . xal . . . tö 
avTois). 

Bei der Verwendung des Syllogismus b< 
Schriftsteller mit besonderer Vorliebe den I 
wovon uns ein Muster logischer Entwicklun 
Folgerung zur andern der Beweis für die Verei 
Güte und Gerechtigkeit im 8. Kapitel des 1. 
Paedagogen bietet (KI. § 65 P. 136ff. St. 126 
Eine wichtige Anwendung findet die Beweisfüh 
Widerlegung, welche die gegnerische Behau 

*) 6ia löyov av'/ikoyiottxiiv xai Xrjfiftäiiiiv ä).^däiv i\ 
xai älijdij w&£ noii s.Tiiyiav iTifpOQÖv; Vgl. Str. I 4 P. 33 
ttür avXko-ftopöiv oi dta?.ex.itxoi . . . ävrii.a.iijlärriviat, 

•) Vgl. Überweg S. 127 über Sokrates. 

s ) 'AnäxQI 6' olfiai, ra ye vniiv «exnjjufrip iig Mi 
fiivcv iXtya uvä rxiF-üeria xaptidiiy/iaia. 

*) str. I 13 § 57 P. 349; vgl. II 11 P. 454 § 49. 

") itoiv de !tUm> dvvaTOiiioa rofi altovot ?} äXföeu 
oixEta nneQjtaia , . . aaga iaij atgioioi . . . Soai . . . jti 
njv tpvoixijv axoXovöiav. 

*) IIolv de nXiov &wnrt/}tf.r>a iuE aiöivog % ä).y&gu 
olxtta axepftata xär eis t>jv äi>.o5a3iijV fxneajj yijr Btr. 
§ 38: inoi Sr xai ivaioyoroi Sia avreoews eig tär mgi ab 

') "Egyov 5k id bti^eig^/ta ""' t&os $ sretOat, 

") 'Aya&öv ÖQa f) dixaioovrtj. 



■wägung und folgerichtige Prüfung als halt- 
). „Dasjenige gut kennen, was man wider- 
lugleich das sicherste Mittel zur Erhärtung 
nden Gegenteiles 3 )." Die Notwendigkeit, dem 
gen die Wahrheit zu begegnen, bezeichnet 
sogar die Hauptberechtigung der Dialektik 
es Philosophen 3 ). Die sophistische Rede- 
Ausgangspunkt den bloß äußeren Schein, 
her die ernste Forschung (a. a. O.; vgl. 
5). Jedoch ist dabei die Gefahr des Irrtums 
Jie Schlußfolgerung nicht unmittelbar ein- 
I 18 § 88 P. 370) wohl zu beachten [h 
■ovaiv) h ). Daher prüft der christliche Philo- 
üsse und Lehrsätze nach ihrem Wert für 
nach ihrer Beziehung auf die höhere Quelle 
die Offenbarung (str. VI 15 § 121 P.-800 1 ). 
st in unmittelbar erfassender Anschauung (tjj 
p('a dtaxQtreov) sein Urteil sich bildet, da 
dem allgebietenden Schlußsatz das Wahre 
Der Widerspruch der Gegner spornt nur 
Klarstellung der Wahrheit an und zur Unter- 
is ihr erfließenden Folgerungen 9 ); die aber 
ig ihre Einwände gegen die Wahrheit vor- 
in der unerbittlichen Verurteilung der Ver- 
: änödeigis)'). 



iderlegung eines Sophiamas gegen den Grundgedanken 
VI 16 P. 817 g 148. 
327 Kl. g 19. ^ 

339 Aialexiixq yv/ivaa/ia yiXoaaipav xcqi to &r&o$or 

k'vsxcv Svrä/icai;. 

aoi/ iav ttjTovat Toif avayxaanxovg xalnv/tivovg Xöyovg 
-OyiOTixovg ätjXorSil. 

axivoi atoxaoi"» a xal inüriytniiü) (n'i/rjxaam ol ipikö~ 
xQaiiixtovow (str. VI 7 P. 768 Kl. § 55). 
iö ßiov 5tc£ayo>yq xai f) xaiä ins Sta&yxag nokveiSla. . , 
:ov xni Xy/i/idiwr äkt)ft(üv . . . inäyiov enirpogäv Kl. VI 

P. 801-802. 

P. 888 § 91: T<j> xvQitinäzoi Aoyto/Mp t& äXt/deg ÖJid 
:0ii£O*}. 

; Tt/v äxoXov&iav evgiaxeir 6tpetXo/i£v a. a. O. Kl. §91. 
S äüöyovg ngoßaXXoftevQtg ävanoXiiyi/Tog rj xgioig (a.S 0.) 



Drittes Kapitel. 
Die Stufen der Erkenntnis. 

Bevor wir den Inhalt der Erkenntnis nach 
von Alexandrien betrachten, müssen wir den Zu 
Geistes erwägen, in welchem sich dieser den einst 
Erkenntniseindrücken gegenüber befindet. 

Vor der Erkenntnis ist das Los des Geistes di 
das mühsame Suchen (str. VI 1 § 2 P. 736)'). I 
nehmung der Unwissenheit ist der erste Schritt zu 
der Wahrheit (str. V 3, ,654 § 17). Es bildet 
Tätigkeitsform des nvevfxa i)y£/xovixöv (VI 16 P. 8C 
welche dieses mit freier Entscheidung vollzieht 2 ). 
äußert sich zunächst durch ein Verlangen nach derl 
(VI 15 § 121 P. 8U0) 3 ), ein Verlangen, welches sie 
Anwendung der Sinnesvermögen bestärkt (str. \ 
P. 690) und aus der menschlichen Natur entsprin; 
aber zugleich sich im Kampfe mit den sinnlichen E 
und dadurch geweckten Leidenschaften sieht, w 
Vermögen der geistigen Erkenntnis verdunkeln (i 
P. 553 § 93 *). Wer zur Wahrheit gelangen will, 
immer mehr von denselben losschälen (str. II 3; 
§ 84 P. 696)*). Daher gesellt sich zum Verlange] 
strengung (äoxijoi;) der Seele e ), um sich von der U 
der Leidenschaften zu befreien — zur wahren Geist 
zur Freiheit von Unwissenheit und Schwäche ( 
P. 468 § 76; III 15 P. 894 Kl. § 101) 7 ). Und 
durch Anstrengung im moralischen Sinne (str. II 
§§ 76, 77; III 16 P. 895 § 102) 8 ): die Seele muE 



') Tqi xi eis jröjuiv initijdeicji, ei noig ncgitvxoi toiaSe, n 
ipt'gor xai dxpihnov fieiä iäpcuto? ^ Cfjrjjots yeryoezai. 

*) Tijv nßoaigeiixip de 10 yye/jorixiiv i"xei diiva/itr, neoi i 
xai tj ^dtjoig xai $ yvüms; vgl. str. II 17 P. 469 Kl. § 77. 

*) S&ij&eoTÖx'i} natdeiae r.x<frv/iia Tovtioti lij? yrtiiaeaig . 
ooepias äväyei räi ßaoikeiav. 

*) I 28 § 178 P. 425; VI 9 P. 775 El. § 71; VII 15 
Kl. § 101; IV 6 P. 578 Kl. § 33. 

*) Vgl. fragm. 19 bei Zahn, Forsch. 8. 54: Gcov yvöiou 
hi vxö tö>y xa&iör anayo/iivoK Mvvatov; VII 3 § 15 P. 837 
c. 14 P. 953—94 § 33. 

•) Btr. VII 4 P. 844 § 27: avrixa xai ras y>v X äf „ 9 oxaO. 
rpa/tcr äirö [(üv <pavkti>v xai /loydriQÜiv Soy/iariov; paed. III 

P. 299; vgl. str. V 13 § 84 P. 696. 

') 2,j[»ior &vo elolr ägx ai "äoijs äfiagiias ävoia xai äa&si 

§ 115 P. 798; II 17 § 77 P. 469. 

*) ^ «aia Aöyar äoxijoi; ix xioiEcog. 



30 Scherer 

schiedene Weise geschult werden, um sich zur Aufnahme 
der Wahrheit zu befähigen 1 ). Sie gleicht der Wachstafel 
oder dem Erze, die zur Festhaltung von Eindrücken be- 
reitet werden 2 ). Ihre Nahrung maß das Wissen bilden, 
sonst verkümmert sie (str. VII 12 § 72 P. 875)») und bleibt 
im Dunkel gegenüber dem Strahl der Wahrheit (str. V 12 
P. 692 § 79). 

So vorbereitet kann die Seele die wirksame £rjrrjois 
der Wahrheit aufnehmen, das wahre Philosophieren (I 20 
P. 376 § 97*). Was die Sinneserkenntnis anbetrifft, so 
findet sie ihr Endergebnis in der das Sinnenbild auffassenden 
Vorstellung (yavraoia ; s. oben und str. 1 19 § 99 P. 377) für 
sich schon ein Stück Wahrheit, nämlich von allem sinnlich 
Walirnehmbaren 5 ). Vom Verstand aufgenommen aber wird 
S sie zur einheitlichen Wahrnehmung (ovveatg) und unmittel- 
baren Annahme (ävTlXriyns, weil noch ohne wissenschaftliche 
Begründung), welche eine wahre xaxä&yipis d. i. Auffassung 
des Gegenstandes mit seinen Merkmalen (str. VI 16 § 136 
P. 809'), eine Durchdringung desselben in unmittelbarer Er- 
fassung und Verdeutlichung {aaipr)veia I 19 § 99 P. 377) B ) 
in sich schließt, je nach der Beschaffenheit der zur Erkenntnis 
angelegten Natur {neipvxvta). Es bemächtigt sich ihrer die 
Erfahrung (i/inetgia), das Wissen um die Außendinge (eidr/aie), 
ferner die Einsicht, das „Auge der Seele" (Paed. I 9 St. 135 
P. 144 8 ), sodann die Denktätigkeit (vör/oig) des Verstandes 



') AI,).' jj/ifi 1 yf, ük /idiioia Jigoyvftvaniior xoixütos iijr yrvxqF, tva 
cvEQyoe yivtfiat ngos n)p zije yvwoeaig nagaSoxtjv, etc. P. 874 § 71. 

! ) Also vertritt Klemena sicher nicht die Lehre von angeborenen 
Ideen (vgl. etr. IV 23, 631 § 150) bezw. von der Präesistenz (s. oben). 

') 'Axonqia li'tv i) a-.-mm 'j;,- ijn'yij:, >'ji"i>] b> >'/ yräotg; VI 1 736 
§ 2 tieft' ibQüitos ij tijrijois. 

*) oviui xal 7 epäoaoipla jtgds tunAXijtpir rrjg äÄijftetas Jj/h/oj- oloa 
älij&eins avU.a/ißdremi . 

'} isiF.i xai ij 'i'i.'j.- pviifiij.li.ciai xal ij äxorj, xal f) ipairrj ngos älfj- 
Oeiay- vovs de ö yrtogii^air aiiijV XQoyväig; II 17 P. 818 Kl. 150: äty#r.ia 
nanög alotfj/iov ; V 1!) 5 94: tpavtaaitu älr/Se?:. 

*) Str. VI 1 § 3 P. 737 : Jim; yräiat;- ij pir xotviös t) iv näatr 
ayi)i_no;ioiq ittoiws »imbi; tc xtil i'ni.üi.i.i.: . . . mijh,™:»; . . . rW- 
;täaaipi- rqv &i' aloihjTt}giojr andaußüveo&ai xetpvxvlav (yröiatr). 

*) 'El; ä/iifi..tv •:<!•■: )) naJiii>iyi(' aä/uv >r ai' <iic aioih,o/: rcoC.~ d> 
alofcjtöv, ovto, r6im s „q^ to yoqiör {§§ 136—137 str. VI 16 P. 809). 

*) fj yotT ou</ >}vrui nri-iijyn' :-7(i(j,- tj)v -lagäbomv if/z äi.i]Ssins ', Vgl. 

die stoische Lehre von der ipaviaoia «uroJtj^tiKi; und andere Ahnlich- 

") Wie etr. I P. 321 § 10 die Vernunftkraft (oixeiw hpun Dach 
innen), so wird hier die ovveoti (Jas ..Auge der Seele" (nach auften) als 
unmittelbare Aufnahme der Sinneseiud rücke genannt; vgl. str. IV 641 
§ 171; I 18, 370 § 88. 



die höhere j-möoi? (str. II 17 § 76 P. 468)'), jedes 
Weise irgendwie Teilnahme an der Wissenschaft ( 
die eTdrjotg nach dem allgemeinen der Gattung und 
die Erfahrung nach der unmittelbaren Auffassung 
nxtji) ... die vdrjaiq als Wissenschaft des idealen d 
geistig erkennbaren Wesens (iwjroü), die avvsaiq als Zi 
rassung des ihr (durch die Wahrnehmung) entgegen 
Einzelnen, wodurch sie zur Betätigung der einen Verl 
führt (<pg6vT)ots . . . slg hia Xöyov a. a. 0.) a ), für alle abe: 
Vorstufe (inißadga irjg imm^/iT/g) die Erkenntnis de 
Vermögens; denn geht ihm der Natur nach auch 
Standeskraft voraus, so ist im Verhältnis zu uns d. i. z 
Erkenntnis das frühere der Sinn (str. II 4 P. 4;f5 K 
Allein wenn Sinn und Verstandeskraft unr 
Evidenz (das einleuchtende hagyss) ihres Gegenst; 
zu dessen xazdXrmng in der öwonj/«) als Ergeb 
Tätigkeit zur Folge haben*), so erscheint dies im 
zur Gewißheit des Glaubens doch nur als Mein 
lrjij;iq)% da der Glaube nicht auf der natürlichen 
ruht, d. h. auf der notwendigen Zustimmung 
leuchtenden Gegenstand, wie die Gnostiker 8 ) und i 
Epikur den Begriff aufgestellt (str. II 4 § 16 
sondern weil er auf der freien Zustimmung des 
zur dargebotenen Mitteilung beruht und seiner 

') IJaoaxeiiat de iij kmairmg !j i' Ifuicigla xai i) etSijait 
xai rÖT/ois xai yi'&ots. Kai 17 elotjOlt imoitjfnj ttliv xaft' iikov 
eirj är, jj Si t/i--itti>iu i:nrm'jm t ytoi''./;.nnxij . . . vöt/ote 6' ei(«r 
xai ovveoie Imorffttj ovfißXrjxov . . . <uv qsgörtjoi'g Ion xai ii 
hat xai cxdozov xni mvwv uör ctg eva Myov; Vgl. IV 23, 
sie(iiay<ay>! ö.to rar ala&t)täv. 

! ) Über diese Formen des Wiesens vergleiche die prä 
sammen Stellung bei Hebert-Duperroo, Essai sur la Polemiquc i 
sophie de Clement d'Alexandrie, Paris 1855 p. 138. 

') 4>voti uiv xniTuo; ii iT>ff yiiiy ii xai stQOi tf/iSi; JJ 
Si aloöycF.ais xai ioij vnv »J iij; intot^ft^e ovvioiaiai ovoia. — 
lü^si; ärtßd&ga rfs ixtotyfii)S- 

*) xoivor Si rov n xai aioäijnfto^ to ivaoyig (a. a 0. 

vgl. str. I 2, 327; II 2 § 9 P. 433. Den Glauben an Unsichtbs 
einige Gnostiker als ungewiß hinstellen; str. II 6, 443 § 27. 

*) Troaägtov Ai lim» fa r,!,- iü dÄt/Dig, aioi)tjoe<ag, vov, 
hnoi-^ipcois (II 4 § 13). 

') str. II 3, 433 g 10: evratOa q-.va,x,)y ,jyoFnat nje nk 
i6r BaoiXiiätjv . . . it/r ixavoiav mtrtar oi-x tyovoa ; cf. Str II 2 
§ 5; 6. 443 § 27; str. II 3 P. 433 f. § 10: xaU xai öri i 
läiiovotr (yvamztxoi) ava'jv (.n'otii') id /ta-Q-qftaia äraxodtixitiis 
xataXtiyei rotpatg. _ 

') Nai /irjv xai 6 'Enlxot'QOS . . . itoöXij'i'tv tirat ötaroim 
vmAaiißdrc i ' .-loiiii/ira ör ä.Tur'ii'didjfKi' L-itfltif.i.i- .".k' ii Ivagyig. 



Scherer 

i erweckenden Kraft nach 1 ) einem höheren 
ingehört (s. oben) und auf der sichersten 
lfbaut: der Wahrhaftigkeit Gottes (str. VI, 
n sieht zugleich hier wiederum, wie wenig 
jnkt, den Glauben im wahren Sinne zum 
r Erkenntnis zu machen, wiewohl auch 
lssetzungen unbewiesen {ävanoöthttw^ II 4 
uffassenden Fähigkeit des vove vorfindet, 
r bereits betont, nicht mit physischer Not- 
:rn mit freier Wahl 3 ). Nur im uneigent- 
wegen der Eigenschaft der Unbeweis- 
von Epikur) die ngöXr/yiig am Anfang der 
itnis „Glaube" genannt Doch, wieKlemens 
ht der Glaube erst dort an, wo die hq6- 
\y>tg der Wissenschaft aufhört, mag diese 
Stimmung zur Evidenz beruhen (Epikur 
mßoÄtf im n hagyeg), und läßt die bloße 
me der Wahrheit {vndhiyiis) hinter sich, 
eit selbst zu ruhen 5 ), selbst unerschütter- 
mdlage 6 ) und an sich keiner inneren Zu- 
senschaftliche Beweise fähig 7 ). 
dies nur vom wahren Glauben; die Irr- 
her die bloße Ungewißheit der Meinung 
us e ), die Heiden aber leben in Unwissen- 
iin, wenn nicht einige Lichtfunken der 
ch zu ihnen verirren, die aber als Wissen 
Kirche sich vorfindet ). 
Glaubens begriff die Notwendigkeit des 

454 § 48: Kai 17 xioxis Siro/ik Tis 'ov #£oü, ioxvs 

. Kutter io Schweiz, theol. Zeitschr. 1899 S. 145 ff. 

435; II 11, 454. 

, 431; II 12 P. 458: Die Platoniker und Stoiker 

anerer Zustimmung (ovyxatäOeoi;) für abhängig vom 

1 menachl. Verkehr. 

:hon die Einführung des Gedankens mit ei bekundet, 

Fall der epikur. Auffassung als Beispiel setzen will, 
equenz für die Notwendigkeit des Glaubens zu er- 

Standpunkt Epikurs als seinen eigenen zu bezeichnen, 

vnö&eoi; Gesagte. 

13 fj jriot« &i . . . änoXciiiEi ii)v vnöXrjipiv , . , Kai 

', &fi£tantü/TG> XQtTtiplip iß nioisi II 2, 433 § 9. 

33 § 11. 

90 § 93; str. VII 15 P. 888, 889. 

) 100 Tßiäir ovotüv Sia-tfioeaiv r»Jc V"Z? f i äyroiag, 
fth iv äyvola id l&vrj ... h imoirjfin fj ixxAijata-oi 



Glaubens bestätigt, so drückt Klemens n 
die Stellung des Glaubens über der Wissen 
„Richtschnur" aus, insofern er die erst „sc 
tung" der Wissenschaft durch die folgende U 
„starken" werden läßt. Freilich versteht Aris 
der Auffassung unseres Schriftstellers — i 
das auf die wissenschaftliche Erkenntnis 
über Wahrheit und Falschheit ihres Gegei 
4, 436 § 15); so daß es, im Sinne derZusti 
als wahr erkannten, mit der gleich nac! 
(§ 16) 3 ) angeführten Begriffsbestimmung E 
kommt, dem der Glaube als Zustimmung zu 
erkannten gilt, und doch wieder von dems 
insofern bei Epikur diese Zustimmung a 
(nQÖXtiipts) erscheint, während sie nacli Ar« 
kenntnis nachfolgt. Jedenfalls dürfen wii 
führung der abweichenden Ansichten 
Zeichen nehmen, wie wenig Klemens beab 
eigenen Begriff von vorn herein mit einer dersf 
fallen zu lassen*), auch wenn er an ande 
zur Genüge bekundet hätte, daß er zur tiqq 
mal der freien Zustimmung 5 ), zum natürlich 
Einwirkung höherer Kraft*) hinzugefügt wi 
den Glaubensbegriff darzustellen. Was al 
Ansichten gemeinsam ist, soll sowohl zum 
Notwendigkeit des Glaubens im allgemeine 
auch die Stufe der tijii/ais in der Erkern 
leuchten, die durch das Zusammenwirken vi 
vovs zur xatäirpfiis des Begriffes 8 ), sodann 

') str. II 4, 436 S 15 xvgitoxegov rijs rätoiiJjUije 
aiitfjs xgtiqgior. Vgl. Migne 948 A. 61 ixSltjipatg , no# 
weis), atpodod Topica IV c. 5 bei Migne a. a. O. A. ( 

■) io exdftiror ri} hwnfjM) xoi'tia osq (UijiMff rö <5i 
£Aßttmnü.i}e). Woher Kleoiena dieae Stelle geschöpft h 
recht ersichtlich; bei Migne a. a. O. 947 A. 1, 2 ist e 
verwiesen. 

') [rrioitv] ngdltjyiiv dtavoiag-vnoia/ißdrct, XßiXtf 
ini ii tragy ig. 

') Vgl. str. II 12, 458 § 54. 

*) Vgl. II 2, 432 § 8 ngäLtiyne ixoiaiös lau, &eoa, 
II 12, 458 § 54. 

') str. II 4, 435 § 14 fj Sf nibiif j[d(?<S «f äranoi 

§ 48; e. 12, 457 §53. 

') ti toivvr r\ xiasig ovdev ä).).o f/ x(H>Äi}yis eoit 
fiaörjostal nt ärev ittmuot'hul ftT/öi ävev xnoi.i'j\>t6>s. 

') str. VI 16 § 136 vgl. mit II 2 § 13 — xar4X W ts 
Epikur. 



34 Scherer 

weitere Arbeit der nun einsetzenden Dialektik zur wissen- 
schaftlichen Erklärung fortschreitet 1 ). 

Die Erkenntnis drängt nach Befriedigung; sie will beim 
bloßen Suchen nicht stehen bleiben. Die durch die ovveoig 
aufgenommenen Erkenntnisinhalte strebt die nimmerruhende 
Denktätigkeit zu verarbeiten 2 ). Aus dem Zustand des 
- Suchens 3 ) ringt sie sich empor zur H£t? der Wissenschaft*), 
angeregt durch die vom sinnlichen 3ivev/*a s ) gebotenen Ein- 
drücke, ihr eigentliches Feld in der Kunst des Beweises 
findend 6 ), die zur e&s (oder didfeats) äTtodetxTtxt} 7 ), zum 
„beharrenden Zustande" der wissenschaftlich unumstöß- 
lichen Klarheit und Erkenntnis, führen soll. Aber erreicht 
sie auch dieses Ziel? denn nur in diesem Sinne kann von 
der Ruhe der beharrlichen Kraft des rjyeftovtxov 6 ) im 
Forscher die Rede sein. Klemens will dabei nicht von 
Beweisen reden, die sich mit unmittelbarer Notwendigkeit 
der Evidenz ergeben*), er will auch die sich von vornherein 
widersprechenden Behauptungen vom Bereich der Unter- 
suchung ausschließen ,0 ), wie sie die Sophisten aufstellten. 
welche übrigens auch die „notwendig" einleuchtenden Wahr- 
heiten abwiesen 11 ): er betrachtet als Mittel der wissen 
schaftlichen i$ig die apodiktischen Beweise 12 ); das Wahr- 

') atr. 128, 424 § 176 'H . . . diaXtxTix^—^e «ö» *mw Vi 

EÜpenxij nc hailv ejiioiij/hj. (Hier führt Klemens Piatos, nicht Aristoteles' 
Politikus an.) 

') Str. IV II, 626 § 138 ra fihv yag roelr ix ovvaaxfaw dq 
vottv iKtävtxai; V 662 g 28. 

') Btr. VI 803 § 128 Tra Crjiixoi iMn^topir, 

*) str. II 17, 468 § 76 '£k oSv ij humt/pt) ix,oi V ux% iortv «*«.., 
yiritai Sc q xaidÄijyns avifj oiiexäatiaioi imo löyov, oiiico xai ^ äyvoia 
tpaviaaia ioriv iixovaa. 

■) Str. VI 16, 820 g 154 xvevpan aio9rjrtKtp owaax^&iviet — sowohl 
im logischen wie im ethischen SiDne. Swaaxtto&ai, ovraaxr/ots scheint 
Klemens in gleicher Bedeutung wie das einfache AoxtTo&m u. Soxiiaig zu 
gebrauchen, nur will er vielleicht den Begriff der Mitwirkung des ange- 
regten Teiles mit der fortdauernden Nachwirkung der anregenden Kraft 
dabei Ausdruck geben. S. o. S. 23; 16, 336 und 1117,468 §76; IV 22, 
626; VI 17 g§ 149, 154; VII 16 § 98; II 16 S 75. str. 1 8 35 P. 336; 
VI § 74; V g 61; IV g 140; V g 154. 

•) str. II 11, 454 iwonittonxi) änöSetfa; I 376. 

') 114, 435 § 14 >i /iev yi\t> htiutnßrj i£i; öhoSeixiix^. ct. VI 9, 
778 § 78. 

*) Str. VI 9, 778 § 78: äoiäiov jov f^ye/joyixav yimflirov ij ixrixij 
Svva/iie ov oto&tai . . . x&s üi 1 .Toif tV i'sti xal Sta&soet .,, iv inioiyfiiis 
xaia xfi ysvou' äv. 

") str. VI, 646 § 5; vgl. I 18, 370: dmttuf«; ävayxaonxaL 
") V 1 a. a. O. 
") str. VI 18, 825 § 162. 
") I 18, 370 (äjio'äeif. ovMLoywiixai. 



scheinliche soll aufgehellt und sicher geste 
durch Lösung der entgegengesetzten Widerspr 
§ 39 P. 339) a ), durch Scheidung des Richtig 
richtigen, durch Befestigung der Wahrheit (str. 
P. 821). Aber nur ihr Anfang ist die Wabrs 
ihre Tat besteht in der Beweisführung, ihr Z 
der Überzeugung s ). Darum spricht Kiemen 
stehenden Sätzen der Hellenen und nennt eini 
wahre Aussprüche (str. VI 7 § 55 P. 768) 4 ). 
der Philosophie aber 5 ) erscheint in dem Worte < 
gedrückt*), als die Summe der geistigen dur 
Anstrengung erworbenen Anschauungen „die au 
hingerichtete Kraft der Betrachtung, die Fol; 
ähnlichen und unähnlichen prüfend, trenne 
bindend, befehlend und verbietend, die Zukunl 
und ergründend" (VI 17 P. 820) 7 ), bis sie im '. 
Dialektik zum höchsten Sein zu den erstei 
emporsteigt (str. I 28 P. 425 Kl. § 177 ri)v 
oüalav), nachdem sie die ganze Welt und die 
Verhältnisse prüfend durchschritten 8 ). 

Solche Ausdrücke besagen mehr als bloße 
lichkeit für das Endergebnis natürlichen Fors 
mehr faßt Klemens die Frucht der Wissenseti 
dauernden Zustand des Geistes, der in jeder se 
rungen die xazäXyyH; den Besitz des Erkenntnis 
in unerschütterlicher Erfassung seines Inhaltes 



') lr noXXois rd clxoia . . . m&artvtiai qitXoooqila, i 

ixi&axlCtt. str. I 19 P. 375 § 95; 14 P. 330—31 § 26 
') diakextixq Fv/ifau/ia . . . itegi lö HvSol-or Seixrvtat • 

Swä/tsois; ct. str. I 8, 339 8 39. 

*) Vgl. I g 39 P. 339 xadätiig njjs pijrogudjs ägxi 

fQyov Si tö intx s '9V! la ' xa ' "Aos jj na&t!>. 

*) str. I 19 P. 371 § 91. älr,dij uva Soy/iaziCcv xai 

7 § 55 P. 768 ddiäflhtxa döyftata. 
<■) Vgl. VI 17 § 154 P. 820. 

■) Vgl. Faye p. 174 in der yr&ott als ygortjoit telda g 
') $t>övtjai; . . . övraftis yivx>js &e<oqtjiixjj töiv Sri 

lov&ov öftoiov Tt xai ärouolov diaxpiiixij ie av xal ovr&sttx 

xai äjiayoQtvaxt) zä>y zc jie)16vziov xaiaaioxaoitxy. Ki. § 

■) $gövt/<;is ist die vöijov;, insofern diese sich den 
nähert; str. V § 155. 

r ) § 155 : flohi/iegi/s 3e ovoa r/ cpQÖvqots Ji* SXov zeto 
Sia n nDy äp&Qfoaaitov äjiävitav . . . (iszaß6£Xei njv neos ä 
AtaXexuxtj ippdvijoiV iau, 

;°) str. II 17 P. 468 Kl. g 76 'Üs ovr t) ctw^m 
sfif ä<p' fys io ix(oiao9ai ov/ißaivei, yiveiat de i) xazältjyic i. 

vno loyov etc. Die Stoiker sprachen ran der npdiijv's : 



issen des einzelnen (IfiTtetQJa) oder des Allge- 
;) oder des geistigen Wesens (vdtjois rov votjtov) 
nander-Beziehungen, alle diese Arten des Wis- 
ingefaßt unter der imorrf/ti} als <pgövr/aig, oder 
isis, die das Seiende selbst ergreift (yvmais de 
5vtog atitov), der Imaty/it} xov övrog, der Uber- 

mit den Dingen selbst in unmittelbarer 

Es ist der Zustand der Wahrheit, die Wissen- 
wahren" unerschütterlich durch die Vernunft 
'tgründe). Die cpQÖvrjotc wird durch die be- 
mnft 1 ) zur yvcöaiq des Christen und diese steht 
den der n(ou$ ; die Gnosis aber führt auf 

unseren Schriftsteller von der näheren Be- 
ier natürlichen xazäAr]yns zur Erkenntnis des 
tes s ), zu dessen Ergreifung, „dem Besitz der 
. 1 5 P. 333 Kl. § 30), wozu die Philosophie stets 
n ist*); daher wird die Philosophie fuxwtj, die 
os genannt (str. VI 9, 7 79 § 78 a. a. 0.)- So ist es 

wenn Klemens zuweilen der Philosophie die 
iisprechen scheint 4 ), wenn er — ob mit Recht 
? — mit Aristoteles den Glauben ihr Kenn- 
, s ). Daher bildet die zweite Erkenntnisstufe, 
mr Ergänzung der fijxijoic (str. I 20 P. 378 
von Klemens, seinem Zweck entsprechend 7 ), 
: die /iddrjoi? de3 göttlichen Logos (VI 5 §39; 
gen: den Offenbarungsglauben 6 ), welcher ihre 

ist. Die Philosophie erscheint dann nur als 
■ Vorbereitung zu dessen Aufnahme, freilich 



jeder geistigen Betätigung, wenigstens der Schlußfolgerang 

lurch letztere bestätigt, zur xazältjipis wird. 

'. VI 17 P. 820 Kl. g 155: die tpgövttoK, ,,axobeixiixtp loyto" 

lie ganze Stelle § 155. str. II 435 g 14. 

. P. 454 Kl. g 48. 

a avzij nqi/s ootpias xitfoiv ovregyci I 20 P. 376 Kl. §' 99. 

i. O. ovx ahia otoa xatatfyaos VI 17 P. 820 Kl. § 154. 

P. 430 Kl. g 15. id ixö/ieror zfj enurryftfl xgifta . . . nioztv 

gttijeiov. 

I&t*ff ovv xataktpmxäk tmyräooyia: VI 18 P. 826 ; 114, 

15 P.888 Kl. §91. Klemens behandelt die „Wahrheit", 

t bezieht VII 2, 831 g 5. 

*$t)BieK wieio'njs Paed. 16, 115 St. 107. Vgl. VII 15 

q nuVi'v ~EX?.ijoir r/ stgötpaats aiJrr/ (sc. ai •plkavxot ainiaeig). 
io/drois cl-iaiai xai iö tvotiv ii/v äirjöeiar. 'AnoStifatog 
7(5). yQatp&v ixfiar&dvttr; VI 18 P. 826. I 6 § 35 xlaut 

[ 286 P. 771. 



auf einleuchtende Gründe (tragycoreeots X 
für diejenigen, welche aus der Beweisführung (l£ äriot 
den Glauben schöpfen 2 ), der zuletzt sowohl auf dem 
Willen {vgl. str. II 17 P. 469 KL § 77) wie auf 1 
Gnade beruht (str. II 4 P. 435 KL § 14) s ), der a 
stehende Wahrheit a priori für das „Suchen" dei 
weisheit die unerschütterlichen Richtpunkte für dere 
zum Ziele*) der Wissenschaft, den Prüfstein zur 
Scheidung echter und falscher Münze bietet (str. II 
Kl. 8 15'). 

Während wir im vorausgehenden zugleich di 
philonischen Stufen der Erhebung über die Sinn 
erkenntnis theoretisch verwertet fanden (jpvats, äontjc 
■&t]ok str. I 5, 334 § 31), prägt ihnen Klemens m 
„Siegel der Herrschaft" (i^j- xvgiav arpgaytda) auf (a 
Denn auf dem Ergebnis der ftd&qotg als Grundlage 
die Philosophie das Gebäude der yv&ois 9 ). Aus der 
do$amactf, dem bloßen Glauben, der nlang xvQiaxrj ( 
§50, M. 766) wird der wissenschaftliche Glaube, der 
Geheimnisse eindringt, um sie durch Wissenschaft : 
teidigen (str. 120 P. 377 § 99; VI 9 §§ 78 und 79 
und die vernünftigen Folgerungen daraus zu ziehei 
I 28 P. 426 § 179). Daher spricht Klemens von 
gläubigen yvwoig, aber ebenso von einer gnostischei 
(str. II § 16 P. 436) 7 ), er stellt mit Aristoteles den G 
über die Wissenschaft (str. I 4 § 15 P. 436) 6 ), aber 
auch: höher als glauben steht das „Erkennen" (yv< 
„Faßt der Glaube gleichsam die notwendigen Erke 
inhalte (biayövrmv aivzofiog) zusammen", so ist „die 



>) str. VII 1 P. 828—29 Kl. § 1 iragyemieoie SW/. 

ipiXooorpove x°^ n ^ a i ngoaTjKii tots Xöyoig. 

') str. I 5 P. 331 Kl. § 28 IJooxaidti« wc »Saa tots 
a^iÜFi^eMii xagnov/ievots e. oben VII 15 § 92; V § 39 c. 5; 
II 11,554; V § 2; g 7, § 88. 

s ) fj Sc xfoiti; x'""i tS dvfixoäsixicov. 

*) str. I 20 P. 376 Kl. g 97 Mövr, »i xvgia aihri ätf&eta & 
Qtjtoc, fjv nagä t0 vif ioü {rcov muitv6fu6ai str. V 3, 654 § 17, 

') Söxtfiov rö/un/iit xai äkia xiß&r]Xor . . . taaai fia&ovics . . . x\ 
oh> rifc EjuaiiJ^iij; xloTif xal eotiv avirjs xQirtiQiov. 

*) V 7, 769 kx fia&ijotto; jj yv&ate xal huotT/ß^. str. II 
Avu'xa 17 iteXei>i iijt ifoiiUE iniarrj/it/ jbetai faftelioi ßeßaitp h 
(SC. liCyäXrjv Eis yriüaiv eoxrjr nagi^oiv) nfaltt emoirifiorixi?. V 
yväait ex lev /4aätTr. 

*) Iliozi/ xolvw ij yriömg ' yvuiozr/ Si fj nions dctq xivi &xo 
xal ärtaxokov^iif ylvexai. 

') KvotaixeQov — tijs c'.-tiarij^ijjs ij nioxti. 

•) str. VI 14 g 109 P. 794; nUev xov wxevoai to yvürat. 



Scherer 

nerschütterliche Beweis" dafür, „aufgebaut 
", aber diesen „zur wissenschaftlichen Be- 
festbegründeten Erfassung" seiner Lehren 

VII 10 P. 866) '). So wenigstens be- 
usdrücklich den Begriff der vollkommenen 

änrjxgißaifiEvriv Iftovoav tijv iavxrjg tpvotv 
. 454) 8 ) im Gegensatz zur „mangelhaften" 
lf dem „bloßen Glauben" beruht, während 
ssenschaftlicher Beweisführung dem, was 

durch Begründung zuverlässige Geltung 
,die wissenschaftliche Erhärtung der Lehren 
»sophie" (a. a. O). Die Gnosis dringt zu 
iden der Wahrheit vor. Hier kommt das 

zur Ruhe *). Die C rjxrjois des Philosophen 
I ävdjiavoig befriedigten Wahrbeitsdranges, 

Glaubens, die üitölrjyHS der Wissenschaft 
xaxäXrjyis ßsßaia zum wandellosen Besitz 
eisheit und Wissenschaft (str. VII 3 § 17 
urch die geistige Erfassung der wahren 
i d. i. des Weltgrundes (str. VI 18 P. 825 
änigung mit der Wahrheit selbst , zur 
(a, &eo)QUt) der höchsten Ursache nämlich 

ist die Aufeinanderfolge der Wege des 
v Gnosis auch bezeichnet ix tr/TrjoEwg (£rj- 
afNjoecos (ud&rjme) xal avvaaxrjatwg {yvcöoic)''. 
n Gnostiker dies wie zur neuen Natur ge- 
V § 138 C 22 P. 626), zur xazaXrjintxrj 
15 P. 888 § 91), die Gnosis zum aus- 
jmal der vernünftigen Seele (VI 7 P. 774 



I« aivra/tog säur, <üg eIheit, n&* xaiEafiyömiov yräjots'y 
~>v dia xiaiEias nageiiijji/iEKOv h^vgö xai ßEßaioe . . . 
'aisi Eis io äfiEianTtaiov xal fiEi' imai^/jr/g xal Xttia- 

P. 865—66 § 57. Vgl. str. VI 773 § 67. 
Kapitel im II. Abschnitt, 
a. O. S. 20 A. 3. 

121 P. 801: xigas xal äräxavoti; tyirjOEois et xaza- 
i'oii fi yr<öoK . . . xatdUtjyits CmÄottoe t>xä(/rovaa. 
; 15, 335 § 32. 

»Iitöv yriüois xal xatäi.rpi'tg ßeßala SeöriOK äv XiyoiTO 
'xviov (o yvuiOTixoz) . . . ßtßaiav xaiiü.t]\jnv lijg diiag 
ij'i tüi;&i:i'if yyrjolfog ngötetotv, 

laia Sia löyav älrföviv xal ßrßaitov Inl zi]v zijg atziag 
däf imßäXXn ZOK xQtetOtl aJtime rör/aig xalshai. VI 

10 M. 481 P. 865 ; atr. VI 17 § 149. 
16 § 98: II 16, 468 § 75: /<«<> äoxfaas — zijr 



Klemens von Alesand rien 

§ 68) '), ihr Wissen zum unwiderleglichen (<b>ef£U 
Bildungsbestand s ), so daß es dem sie Besitzend! 
ist, anders auch nur zu denken (str. I 6 P. 
Gnostiker fallen Wille, Neigungen, Urteil, L 
in eins zusammen (str. II 17 § 77 P. 469)*). 
im unvergänglichen Besitz der ihm zuteil 
Bevorzugung (str. VII 3 § 13 P. 835) s ), durch 
heit der Schauung über jede heilige Lebensord 
gehoben (a. a. 0.)'). 

Und mag uns eine so überschwengliche E 
den hier dargebotenen spärlichen Umrissen de 
sehen Gnosis seltsam anmuten: wir werden sii 
drinischen Denker nicht nachtragen, wenn wir 
ist das Einströmen hellenischen Geistes in d 
Gedankenwelt, es ist das Aufflackern der Freud* 
gewordenen Philosophen, der die Brücke gefun 
glaubt, welche seine liebgewordenen Überliel 
den neugewonnenen Anschauungen verbinden 1 
die friedliche Berührung des gläubigen Geisi 
Schüler der platonischen Idealwelt. Da mui 
und Forschen verschmelzen zum Ruhmessan 
erleuchteten Wissenschaft 8 ). Sodann hat Kl 
Gnosis in begeisterten Worten uns nicht a 
erreichbares Paradies geschildert. Er ermahnt 
zu suchen „bis zur Auffindung" (str. VI 15 § 1 

Was Plato von der Tugend gefordert, daf 
um ihrer selbst willen anzustreben sei 10 ), das s 



') Wenn die ovremg das Auge der Seele nach auß 
die Gnosis nach innen als Auge des voEj (str. III 5, 531 { 
ISioifia ysvxtfs Xoyixijt. 

■) Ilatdeia Se äre&keymoq itXaräiai P. 337 8 35. 

') § 33 aSnrs Wtf&' är aXXi-i; exetv id djto&ei% &ev ol 
P. 798 § 116; IV 22, 626 f 138. 

*) zov yrtoouxov xal )J ßoiilijoig xal ?) Kgiotq xal t\ 
*) 'Er lavioir/u rijg fatgorijs Snämjt (ins yvaionxäi 
') Tu lisyaXonQEUciri tijs PMOjtfac V :i inflaivovoa; endo, 
il/r aolttlar. Den Ausdruck für diesen Zustand (f'£is) übe 
aus dem peri patetischen Gedankenkreise, wiewohl er at 
dtä&eots berücksichtigt, cf. str. VII 18, 894 § 100: 9td»t 
§ 76 fif«; VI 9, 778 § 78 #« xal äidtfeo«. Über die #i 
s. v. Hertling, Materie und Form S. 172.) 

') Vgl. Härmet, Die Chronologie der altchristlich 
. EusebiuB, II. Leipzig 1904, S. 4, 14. 

') Vgl. str. VI 17 § 156 P. 821 Qeö&sv yäg V <P^> 
762 § 44; II 6, 445 § 29. 

■) £nr«V üf>a dsi tijv yv&atr tle Evgeoir 
") cf. Merk S. 21 A.2. 



auch als Ziel der yv&oic auf 1 ); Tugend und Philosophie 
entspringen nach ihm der gleichen Quelle, der vernünftigen 
Natur. Darum sind sie miteinander innig verwandt {str. VI 
12, 788 § 96); ja er spricht sogar den Gedanken aus: wenn 
der Gnostiker zwischen der „Erkenntnis" Gottes und dem 
ewigen Heile zu entscheiden hätte, unter der Voraussetzung, 
daß beides getrennt wäre: er müßte die Gnosis, die Er- 
kenntnis Gottes wählen, als selbstlose Pflicht des voll- 
kommenen Mannes zur uneigennützigen Tat *). Jedoch ver- 
langt Klemens nicht nur die Anstrengung des Suchens, er 
verheißt auch den Erfolg der Bemühung. Denn auf die 
Tat folgt süßes Auffinden und Erinnern 3 ), und wenn die 
Einsicht das ganze Leben beherrscht, geht von ihr aus „die 
ersehnte Frucht, die Ruhe der Seele"*). 



Zweiter Abschnitt. 
Das Erkenntnisgebiet in seinen Grundlinien. 

Erstes Kapitel. 

Umfang der natürlichen Erkenntnis. 

Es ist, schwierig, bei Klemens das Gebiet der philo- 
sophischen Erkenntnis von demjenigen des Offenbarungs- 
glaubens auseinanderzuhalten, wie dies schon mit seinem 
Grundgedanken in der Auffassung des Christentums als der 
einzig „wahren und vollkommenen Philosophie" zusammen- 
hängt "1. 

vierzig, ohne Beziehung zur Offen- 
n Erkenntnisprinzipien zu ver- 
avon bei der Betrachtung seiner 
;en. Für unseren Zweck jedoch 
Auseinanderhaltung von natür- 
tnis geboten. 

lie Verhältnisse, unter denen er 
vernünftigen Erkenntniskraft an- 



deicy. II 20 P. 486, 487 § 111. 

r Kirchenväter, München 1859, S. 137 ff. 



Hatte er gegenüber den die Wa' 
mißbrauchenden Sophisten ') die wahre 
Nutzen zur Erkenntnis und Verteidigun 
vorgehoben a ), so mußte ihm die Ske 
sehen Gnostiker — wohl weniger 
heidnischen Akademie B t — zu entse 
der Möglichkeit und Wirklichkeit wahi 
haupt Anlaß geben 4 ). Die jüdische 
andererseits mußte den Gegenstand 
Betrachtung näherhin auf den xöafiog 
hinlenken, um zum Weltgrund empe 
höchsten Erkenntnis Gottes nahe zu t 
steht Klemens unter Philosophie im allg 
nach der Wahrheit (str. I 20 § 97 ] 
Wahrheit (II 9 P. 452 § 45) 6 ), er wei 
Richtpunkte hin, welche den rechten 
verbürgen (I 5 § 32 P. 335) 7 ), während 
schult, die Einsicht weckt und das Tal 
um die höchste und wahre Philosophie 
in der wesenhaften Wahrheit ruht und 
Ausdruck findet; ja Klemens betrachte 
Wahrheit (tä nara tpdoootpiav innevxxixc 
auch nur im Bruchstück [/iBQatöe] als 
sophie (VI 17 § 160 P. 823) B ), gleichvi 
dieselbe sich findet (str. I 7 § 38 P. 3; 
einseitigen Sionswächtern mißtrauisch a 
sam erst Geltung erringen muß 9 ). 
auch von „Bruchstücken" der Wahrheil 
das ganze Gebiet der natürlichen E: 
denn wir werden im nächsten Kapitel e 
Sinne jene „Teile" der Wahrheit 11 ) ai 

•) str. I 3 P. 328 § 29 c. 2 § 21. 

*) I 20 P. 377 g 99. 

! ) Vgl. Faye p. 154. Offenbar hat er gei 
des Wahrscheinlichen (mänroy) als Auagangsp 
(s. oben 8. 17 A. 2) auch solche Gegner vor i 
Gewände der Sophistik, oder vielmehr der falsa 

») str. H 9, 452 § 45.^ 

*) tptXooofta-imr]Ot( ovoa itjg a&r/ihiag. 

') <£(lei fic xai äyann ir/v äS.>j&ciar 6 ipt).6t 

') <tta/iEr . . . li/v fiiiooogtiar £ijtr/atr ixc/v 
Svzrov ipvasio;. 'Akrftetn Sc aüir/, Jttgi !ji 6 Kvq 
|J äkrjöeta. 

') xäv fiipixüs ■,i:y/ / i" i (VI 17 P. 823 § 1 

•) Vgl. Wagner in Zeitschr. f. wiss. Theo: 
"•) cf. ob. A. 9 str. I 13 P. 349 § 57. 
") Vgl. str. VI 10 P.781 Kl. §83 M* e <*£ f 



n, die Grundanschauung des Klemens 
liehe Erkenntnisbetätigung anzugeben: 
re Wahrheit 1 ) (vgl. Paed. 116 St. 188 

Mil&elas: cf. str. VI 10 St. 188/50,3 
je der Gedanke Gottes ist (str. V 3 

der Logos Gottes. Aber es gibt auch 
ignung derselben durch die Überein- 
?ns mit der objektiven Wahrheit {fiezA 

t6 dlti&h str. VII 8 § 51 P. 862)") 
ist stets nur eine (str. I 20 § 97 P. 376 
eiag)*), mag sie irgendwelcher Wissen- 
)9 P. 377) oder der griechischen Philo- 
Vege zur Wahrheit sind vielgestaltig 
viAa/ißavöfieva Jipöf ttfryatv avxrjq) und 
;e des Irrtums (str. I 13 § 57 P. 348) 6 ). 
it sich nach allgemeiner Anschauung 
se geistige und sinnlich wahrnehmbare 

50 P. 818) den „xöopog vot}i6s u und 
■barischen" (Philonischen) Philosophie 
>3). Der Sinn trägt durch seine ent- 
;) Erkenntnis zur Wahrheit bei'), der 
int sie als seinen natürlichen Gegen- 

er dringt durch seine schlußfolgernde 

res) zu dem nur geistig erkennbaren 

?. 854) ") um so tiefer, je mehr er sich 

i losschält (str. V 1 1 § 68 P. 686) l0 ). 

r als die Zeit, in der sie erkannt 



} iip ovii äXri&eia . .. näaav 
§ 57. 
a. a. 0. vgl. § 81. 

i Ticgi &i.7jtfeias tu; liifK keytov 6 TIXäio>v Sr/Xiöact' 

OB. Plato spricht im Phaedrus von der Idee der 
reit er beweise» will öödrait» v'"*^ äe «fi) . . . 
Öe foxTiov cf. Miene in h. 1. A. 80. 
l Eid des Guostikere: xaiioi tö äi-r/deveiv Koxa 
Wahrheit des Schwurea) /icra ovpepiöviag iijg 



äe&rj 'EUip>ixfi ety Sy &lrj&tia Kl. § 97. 
glaq exigo/iä; frei. 
Kl. § 94 ipanaohu Aiit&tig. II 17, 468 Kl. § 76. 

377 iaei xal % öyns av/ißäUeiat xai fj dxoij, 
'•roiig de 6 yrwy^mv tii-ii/r :igo<pväg. 
fi nQO&vjiiq top avev(i<niK tU ii}v ror/ij/v ovaiav. 



' aia&rjOEav eipeXxi 



wird (str. I 13 § 57 P. 349) 1 ). Sie beste 
harrenden Zustand der Einsicht (i/inidtp i 
xataar^aet); wer sie besitzt ist unverändert 
in diesem Zustand [lv e£ei dox^oeco;) 2 ), der a 
nis und der daraus entspringenden Tätigkei 
vorgeht. Was in dieser Weise als Wahrhei 
können wir nach seiner allgemeinen und be 
unterscheiden. 

Zu den Wahrheiten der ersteren Nat 
Inhalte der allgemeinen Begriffe 3 ) von Ga 
und Zahl, von Wesen und zufalligen Ei( 
Dinge (str. V 12 P. 695 § 82)*), von der d 
der Denkgegenstände (votjtwv <pvatg), je nach 
sammenhängende, einheitliche, oder als i 
trennte Einzelwesen betrachtet werden 5 ) (■ 
diskrete Größen — h> jiooo& xal nrjAixotc), 
ihrer geistigen Erfassung im Worte sich 
Hier eröffnet uns Klemens einen Blick in 
Ideenlehre, welche ihm bei seiner dualistiscl 
ja besonders eine Führerin in die geistige W« 
und die er bis hinauf zum höchsten Ged 
wenigstens dem Wortlaut nach, beibehält. Ab« 
zugleich seine inhaltliche Abweichung von ] 
erscheinen die Ideen nicht als selbständige V 
eben als Gedanken Gottes, und aus dem 
Gott*) muß das reale Sein werden durch < 
treten eines göttlichen Willensaktes 10 ), aul 



') noXii Si JtXcor 6vraioiiiga lov altüros fj ÖX^Oei 

') Btr. VI 9 § 72 P. 776 äel fiivonse availaiic 

tjj /itä cffi uii-it rtj uiieiaßfihii yrrimiucüi-; äyancor. ef. 

') Vgl. die verschiedenen Ansätze zu Regriffsbcs 
S £7 [irintc-twi^i imövftlat) besonders in den Fragme 
751 P. 1008 (Willensfreiheit); P. 1007: oiola fori i 
frHgm. 17 M. 768. str. VI 15 P 805 Ö. 129. 

*) Vgl. I 13 P. 349 § 57; str. 1 19 P. 373 9 
I 13 P. 159 St. 151/101, 2 definiert die Philosophi 
äg&önjtog. 

') str. I 6, 335 § 33 tgnti} Se ij toitar (sc. >-. 
jioöoi« xal ntjlixott; xal lexiok ffeoiffovfiir'j. 

*) Vgl. v. Hertling, in den Akten dea katholit 
gresses S. 70. 

') Btr. IV 25, 634 § 157 ; V 3 § 16 *j Se ISia h 

«) Vgl. str. V 11, 690 g 74. 

■) str. IV26, 639 § 167; § 157. 

") Protr. P. 55 Stab.. 48,63, 3 y>(i£ i<r> ß<»'Ual, 

aal rij) pövov i&cXfjaai aviüv l'nejat tö yq'srijo&ai ; S 

VI 16, 813 § 142; 815 § 145. 



ü, wenn sie zu den Ideen gelangen will 1 ) 
die Gedanken Gottes, die Wahrheit nachzu- 

en und Begriffe sind enthalten im Verhält- 
zu sich selbst — der Identität') — und 
, im Gesetz des Widerspruches 4 ), sei es im 
;iv 6 ), sei es im Geschehen objektiv*) sich 
lum Gesetz des Widerspruchs gesellt sich 
der Ähnlichkeit und Ünähnlichkeit '), der 
Über Ordnung 8 ), die Verbindung und das 
GSanzen (im Beispiel des Weltalls) zu seinen 
: 2 § 12 P. 835)"), der Zusammengehörigkeit 
cheidung (str. VI 10 §82 P.781) 10 ), als einer 
5 des erfolgreichen Forschens, der Eigen- 
es Einen und der Zusammensetzung (str. V 
'S). Vor allem jedoch offenbart sich dem 
iehung der Kausalität 11 ). Es ist in seiner 
beim Handeln, Entfalten und Wirken einer 
auf das Ursächliche desselben denkend zu 
P. 367—68 § 82) IS ), wobei wir nicht nur 
sache überhaupt, sondern auch auf die ver- 
strebende zu achten haben; trägt doch gerade 
zur Erkenntnis der Ursachen die Erkenntnis 
itigung (tpQÖvr/ots) den Namen „Begreifen", 



634 § 157 ötar yäg ij yv^V fsvioeais vjie£avaßäoa 
ii öuüfi TOts tiäeoir (ir ßeaiirjiqj . . , Intal . . . &v aet 

§ 142; VII 3, 837 § 15; VII 3, 835 § 13. 
i90 § 83. 

i. bei Leontius und Johannes b. Ang. Mai acr. vet. nov. 
b. II ret. aacr. aus der Schrift dg rri mojo: zä barzia 
id aizä xois zb afab m,„ßijrat advrazov, 

825 § 162; VII 10, 870 § 65. ( 

633 § 155: ovdi äyirtjiov ytroii'Sr iiote to ytvö/tevov. 
: 17 P. 821 § 155; V 3 P. 656 Kl. § 18. 

' 26 P. 640 jj Ör. avystotmz ;:.ti iüJv xnli' öjinioioiv {iiro- 

i8); str. VII 2 § 12 P~ 835; VI 7 § 57 P. 769. 

aiaietay/iesa xai xnääi-im xai ix! ticoovi;; I 13, 349 §57; 

82. 

idar/S Ji'iavij-i y.id tfif.ii&nioSiag atz top zo /li/ Svvaaäm 

a/.'/.i'j/.ot.: if{ Min xotvcort.1 y.a: :tl] ht<.\-r)myF.y § 82. Das 

ach VIII der Stromata enthalt darüber fast eine syste- 

ug; vgl. VIII c. 6 f. M. 581 P. 914. 

17 P, 367 den ganzen § 82 Kl. §83; §84,86. VI 11, 

Zltbi (IVTOVZ, tu arriar ;:i rü Tlun'/v nij rvittyiTv Kai Sq'/v 



Klemens von Alex and rien 

verständige -„Einsicht" (str. VI 17 P. 820 § 15 
also Erkenntnis aus den Ursachen und zwar hiei 
höchsten Gründen des Seins, wodurch sie zu: 
Weisheit und Wissenschaft wird 2 ). Nach der E 
des Kausalitätstriebes selbst hat Klemens freilich 
forscht. Er scheint das Gesetz unter die Prin 
rechnen, welche unbeweisbar sind, aber auch k 
weises bedürfen 3 }. Desgleichen suchen wir bei 
geblich nach einer weiteren Erwägung der Wechs 
zwischen den beiden verschieden gedachten nvt 
Menschen bezw. eines ursächlichen Verhältnisses i 
tätigung, es genügt ihm, daß die ganze Ort 
^yiftoviMÖv ihren natürlichen Einheitspunkt finde 
16 § 135 P. 808) *), letzteres selbst als die vc 
Zweckursache (dt Ixetvo) 5 ), der ganzen Zusammc 
wie der Gestaltung des nvevfta aw/tanxöv voraut 

Damit sind wir vom Bereich allgemeiner V 
erkenntnis von selbst zu deren besonderen Geg' 
gelangt, die sich bei Klemens in aufsteigender Ol 
die drei Ideen Welt, Mensch und Weltgrund seh 

Was wir aus dem Bisherigen bereits zu ei 
v.ermögen, eine umfassende Beherrschung der dann 
den weltlichen Wissenschaft, das bekundet Klei 
jeder Seite seiner großen Trilogie 7 ), das läßt uns se 
Hinweis auf die SyxvxXta fia&rjixaxa (vgl. I 29 § t 
bis 374, I 5, 333 § 30. str. III 1 § 2 P. 429 e 
Spielen mit hellenischer, ägyptischer, jüdisch -ah 
scher, selbst indischer Weltweisheit wenigstens ahn 



') lloXv/iegiji äs ovoa tj epQÖvttais . . . Kai IniiSör fiiv h 
Jtoditoig alttoit vdr/ats xaXiizaf ot 'av S£ lavtr/v (röt/ote) änoSi 
ßtßaiiüotjxat, yv&aii ic xai aarpia xai f.xtonj/iii örofiäteiai. 

*) str. VI 16 § 133 P. 807, § 160 P. 823: Imotnßv «fr 

i<Df Av&Qtonivan ayaöür {eoiiy ooyia) ; c.7§54P.768; VII 12 

«) atr. 114 P. 43~> §§ 13. 14. 

*) aUiov rijs avaräoc<ae. 

") 'Alia r) navxmv ava.tpof>b. e!e a> nvriiraxiat id i)-;iuih , i 

ixeiro (= um jenes willen, Dicht durch jenes, was griech» 
ixeivov bedingen würde, zumal da unmittelbar darauf äta ioi 
nrev/iarof steht, wodurch die Wirfcursache der sensitiven Lebern 
bezeichnet wird; s. oben 8. 8. ötä c. Aec. kann an und für 
Wirb- wie Zweekursache bezeichnen. 

*) Über die eigentliche Lösung der Frage durch den ! 
später. 

') Paed. III 2 P. 25? ix ooffc xna^s St. 241/9, 1. sti 
Vgl. die Ausführungen über seine Bildung str. I 1. 

8 ] Klemens teilt mit Philo (Leges allegor. cd. Richter I 
die (weltliche) Wissenschaft ein in die enkyklischen Wissen« 



Scherer 

Veise, wie er die Dinge dieser Welt, die Ereig- 
leschiehte ') und aus der Vergangenheit wiederum 
ft 1 ) betrachtet, setat sein Bemühen voraus, das 

sich wahrhaft bis zu seinem Grunde zu erleben, 
ihn — abgesehen von dem Grade seines indi- 
Vermögens — sein apologetischer Zweck die 
iheit des Ganzen für Forscher anderer Geistes- 
inseitig beurteilen und den objektiven Weg der 
ing überschreiten lassen: sie müssen trotzdem 
ten großartigen Versuch der Vereinheitlichung 
r und christlicher Weltanschauung zu innerem Zu- 
ng anerkennen. 

inze sichtbare Welt stellt sich der Vernunft dar 
;s Menschen willen geschaffen — letzterer Be- 
schaffung aus der Offenbarung entlehnt (str. V 

93) und doch spekulativ aus der Gottesidee be- 
Der Mensch ist geworden zur Ähnlichkeit mit 

— was Plato nicht mehr erkannt — zur Kind- 
tes berufen (vgl. Epiktet bei Faye p. 226). 
der Erde weist der, nach Art des Xenokrates*) 
Himmel mit seinen 8 Sphären (cf. str. V 6 § 36, 
)') den sichtbaren 6 ) und der nur mit dem Ver- 
ennbaren über die Sinnenwelt hinausgehobenen, 
ait der Erde auf die erschaffende Kraft, den 

(§ 39 P. 668) 7 ), als das Werk des höchsten 

in die Philosophie vgl. str. VI 11 P. 785 Kl. § 91 I 19 
§ 93; I 5, 333; V 4 P. 657 § 20; atr. II 20 P. 494 Kl. 
c. 7 P. 538—39 g 60; str. V 14 P. 711 Kl. § 104; I 1 P. 322. 
r, Verwertung d. griech. Bildung S. 9 m. Anm. cf. Cyrill 
Julian. 1. VI (bei Zahn III 48): JUSJPW f" Y*e "J"'"'f <^">- 

vog nXcioztjs te ökr/s 'EkXtjrtxijs laiOfiias eis ixoifr ilödir; 8. 

VI 10 g 80 P. 779—80; str. I 9 § 43, 44 P. 342. 

II 12 P. 457 PI. § 53 Utarevofiev är iö xaijiiipixoia yeyovevat 
to coco&ai, fyanibfiir (yäp) u at> ovzws irm* za mtQtpjpfKdia . . . 
ttx&i änexfazöpm*. Vgl. 1 13 P. 349 El. § 57 o yovr atön 
> iiiU.ov . . , aviaQ Sr) Ma ' T * nagipxv 1 ^ ■ ■ ■ owi'oujoi jiolv Bs 
riea xo& alärot f, äljfcta. str. VI 7 P. 768 Kl. § 54: iä te 
tagijizyxöra xtä rd fiükoym. 
vor) 1 ärihtai.-ioii iSn)i:itii,ri,-i-iui . . . uöroi J'ög 6 Stof ijioiqon; 

o S üvtips iml 9*dg (Protr. c. 4 St. 48J66, 3 P. 55) vgl. Quia 
29 P. 952; str. V 669 § 39; VII 16 g 95. 
r. 5 P. 58 St. 50(66, 2 (cf. Huber S. 114). 
die allegorische Deutung str. VI 16 P. 811«. (nach Philo) 
40. 



Klemens von Alexandrien 

Willens, xöo/aos — Weltall, genannt (str. III c. 1' 
II 2 § 5 P. 431), den forschenden Geist emporfüh 
anfanglosen Anfang (ävagxos &QXV) l )> darum nich' 
schlechtes*). Und dient die Welt auf diese Weise 
zur Erkenntnis der höchsten Ursache, so drückt 
in ihr das Grundgesetz der Vorsehung aus s ), welcl 
in den niedersten Elementen der Natur waltet 
P. 347 § 52)*) und das Weltall im ganzen wie 
Teilen ordnet, welches auch der Philosophie st 
Stellung in der Geschichte angewiesen hat (§ 3 
gleicht denn die weltliche Wahrheit der Sonne 8 
die Einzelwesen bestrahlt und jede sophistisch« 
Weisheit als unhaltbar überführt nach den Ausspru 
nischer Bildung: Anfang hoher Leistungsfähigke 
Königin Wahrheit'). 

Als Teil der Welt offenbart sich in dieser und 
auch die Natur des Menschen (str. I 14 P. 351 § 
der Erkenntnis ihres Ursprunges auch derjenige des . 
d. i. seine Erschaffung, wenn nicht Klemens hie 
sprechend der sinnlich oder bloß geistig erfaßba 
den sichtbaren und geistigen Teil im Menschen, 
nvwixam unterschieden wissen will. 

Damit gelangt der Mensch zum yvär&t asaviöv 
der griechischen Philosophie, zur allergrößten Wis 
(Päd. III 1 P. 250 St. 235, 1,1)»), zu seinem auszei 
Vorzug, wodurch sich der Geist auf sein eigen 
(str. VI 7 P. 767— 68) l0 ), ja sein eigenes Wesei 

.') Coh. 4 St. 48/63, 3 P. 55 fiovor avzov zö ßoiX w a 
Tö &eXr]tta airov igyor cazi xai zovzo xöa/iog orofiä^Eiat. Pai 
St. 106/27, 2. 

') str. VIII P. 829 § 2; IV 25 P. 638 Kl. § 164. 

') str. III 3 § 12 P. 516. Bemerkenswert ist hier die v 
gewürdigte Beziehung der von ihm a. a. O. widerlegten G 
Plato und den Pytagoreern. 

*) Kl. § 52; 'H yäg äxökov&oq A'piöiijj öidaoxaXia . . . i 
fteXgt itov xaza fiega; äyet xai zgenzi/v xai yevczr/y li/v rcur oiai 
Btr. VII 2 P. 835 % 12 zip zwy SXoiv xvgicp mivza toxi oiaze 
xa&ölov xai im uigovg. 

e ) Str. V 6 P. 668. xazä zi/v fo{av nQörotar. 

') >J zip öVil äXy&cta lüo.Tfj) ijXiOf zxiXdpyas. , . ürc:;wr "y.aoinv 

') äf>%ä psyälaq dgszäg ävaooa äX^Oua (str. I 9, 341 § 4! 

*) Ovx lazi yag ävev zijs luv ÖXwv ovoias ttdevat lä liiol) 
yeveoiv zov xön/iav noXvngayuovijoai, Si' ^s xai iijf roö dr#g 
xaiafta&Ety efeoiai. 

•) 'Hv Sgo, üs eoixer, nävrtov /liyiaiov fiadrj/idzair id yt 

paed. 112 P. 159 St. 151 (102, 1). 

10 ) XhiiQ öntüs toxi rpiXoaofpia . . . lijv i/ineioiav nagi^ovc 
rw» ixcqi idv ßlov § 54. 



Scherer 

p. V 4 § 23 P. 658) 1 ). Klemens erklärt die ver- 
jge Inhaltsbedeutung des Begriffes der Selbst- 
im Zusammenhang: daß du sterblich und als 
boren . . . und wozu du geworden, wessen Ab- 
>ist ; welches dein Wesen , deine Erschaffung 
), dein Verhältnis zu Gott und ähnliche Wahr- 
d (a. a. O.) 3 ). Schon der Bau des Leibes läßt 
daß er den Himmel betrachten soll, die Sinnes- 
zielen auf Anschauung und Erkenntnis ab, die 
Teile und Glieder zeigen sich zusammengefügt 
iren und nicht zur Lust (str. IV 26 P, 638) 3 ), 
über ist auf sich selbst gestellt (str. V 2 P. 652 
:i es im Sinne des freien Aufschwunges zur Er- 
er Weisheit (a. a. O.) öder im Sinne der freien 
ng des höheren Teiles der menschlichen Natur 
15 P. 808) s ), und sie erkennt, daß das Leben nur 
Blebt zu werden, wenn es unvergängliche Dauer 

f beruhen die ethischen Anschauungen unseres 
iers, in stoisches Gewand g ekleidet, welches Kle- 
besonders bevorzugt, insoweit das sittliche Leben 
iche Anlage und Vervollkommnungsfähigkeit des 
zur Voraussetzung hat (str. VI 12 P. 788 §96)'); 
Handeln bedeutet : Handeln nach der Richt- 
■ Vernunft (str. VI 6 P. 764 § 47) 8 ), und dieses: 
Natur leben 6 ). Das iiQOsrjxov ist der Gehorsam 
Vernunft (Päd. 113 P. 160 St. 161,2)"); Sünde 

C -yiyovas yvü-St, f/i/ot, xai tivos eixäiv vxd(>Z*K " "S « iov q 
jj är/fiiovQyia. 

5. ngog to xaknv ov xgog tjdovyv. 
iv xad' avzijv yzvop&rtiv r^v i/>vxi/v. 
xpoaif>caxi)r Sc lö rjyc/tovtxov tjfii öiwiifitv, 

?. 567 § 8 vgl. Protr. c. 1 P. 7 St._7 (7, 1) P. 9 Kl. § 8 

• tpvva. i/] iiiijn'j, isiTEnn im anloiujw ji/>ög td ä&avaaiaq 
,0 Cijr. Jedoch aus str. V 14, 701 § 92 (1'jhto» Si Toizon 
ai ä^iii'aroi'Jauf die natürliche Erkenntnis der ÜDSterblichkeit 
(cf. Ziegert S. 36) kana aus dem Zusammenhang der Stelle 
t werden, der vielmehr hier ein Heispiel der Abhängigkeit 
Welt Weisheit von der Offenbarung feststellen will. 
inter, Die Ethik d. Klemens v. A. S. 40. 
V 24 M. 139 P. 703 dxol.oiOw^ zfi tpiot, Cfjv^ 
ig to xa?.i>K jiioVv y.ni vuiit'utiK coii ßiovr, xai id evköyws ßiovr 
tni ßioüv. str. II 2 § 4 P. 430. 

■>v niv xali-rjy.i/r -\iiii.:ip-iiv tifn. ni fii M(ii-a(ii)<ii'ufrnv xaiä lijv 
axoijv xQogijxar y.nt xaüfjxov 2't<o<xöir övo/i&Covoi natScg. Vgl. 



Klemens von Alexnndrien 

liegt im Handeln gegen die Stimme der \ 
P: 159 St. 150 (101,1)'). Nach Pindar 
stellt Klemens „Das Gesetz der Natur 
Gesetz aller Sterblichen und Unsterblich* 
428), welches in seiner Einheit zugleich 
geber erweist. Der Weg des Guten i 
Wissenschaft und Wahrheit (str. I 19 
&ya&ov dt imaT^/irjs xal tjjc äktj&elas . . . 
ist lehrbar 2 ) (str. V 13 P. 696 § 84), il 
in der beständigen Übereinstimmung di 
Vernunft während des ganzen Lebens 
Hauptaufgabe der Philosophie bildet eber 
dieser Geradheit (dg§6iijrog) der Vernunft 
die auch einigen Heiden durch die Einsic] 
also an sich der natürlichen Erkenntni 
(str. I 7 P. 338 §38) fl ); denn wir sin 
Tugend angelegt, nicht als hätten wir s 
burt, sondern weil wir geeignet sind, die: 
(str, VI 11 § 95 P. 788) 7 ). wenn auch 
Erreichung stets an der Mangelhaftigkeit 
Fähigkeit scheitert (str. VI 12 P. 78S) f 
Philosophen von der änäfota 9 ) und afai 
als Höhepunkt sittlicher Kraft verkündet 
und im wahren Sinne erst beim Gnostiker 10 
mehr stolze Gleichgültigkeit und stoische 



') ITäv io naoä riii- j.dyov iot fia&dv zqvto äfii 

*> cf. Faye p. 51 ; Zeller, Philosophie d. Gr 
Leipzig 1800, S. 135 üb. Sokrates. 

*) Kai yaQ äßEiii aini/ öiadioig lait yujj^S 
äkoy rdv ßlav. fj rov Xgioaayov yiv^rj; evigyuu . . . 
Kl. § 103, xazä xqIoiv äarciav (stoische Ausdrucke). 

*) 16 xogwpaUatov aviijr (piXoaofiar SxtryÖsvot 
äidöaoiv. 

*) Vgl. V 14 P. 733 g 142 yvoixti 6utatoavvti 

*) kriot 6i xai tvoiozovoi äia oveioeais eis rö 
str. IV 22 P. 628-29 § 146 

') Sßuosi fth hti!i)öft':i ytydvft/irr .too; ■Infn'/i; 

8 ) Tekctoe xarä zfjv xanianeiiijv ovx eyercio . 
xiijatv ize'fixaui äiX'Ö fiel' [täU-nv ö Sc rjiior ngögett 
") Die ixaga^la Epikurs setzt Klemens der st 
str. IV 7 P. 588-89 § 56. 

">) cfr. str. VI c. 9 § 71 P. 775 ff. P. 777 §7c 
P. 788ff.: II 20 gg 108, 109 P. 486 f. 

1] ) Paed. II 12 P. 247 St, 233 (128, 2) Mfae 
ttfhjvi) (— Nährmutter) &i ij aviaoxeta . . . noQiazixi 
ovYitloivtiov Stow. Den Ausdruck ovtA/ixun hat 
wendet. Paed. II 12 P. 247 St. 233/128, 2 findet 
nitioii der Genügsamkeit (cf. IV 25 § 157 P. 635) 



m die Macht der Wahrjieit und Liebe, die 
it führt {vgl. str. VI 9 P. 777 § 74, 73; 
§ 154) 1 ). Wie sich Klemens im einzelnen 
sr ethischen Erkenntnisse denkt, gehört, 
ihere Bestimmung seiner Kosmologie einer 
tungssphäre an, als daß wir sie im Zu- 
; Wesen und Quellen der Erkenntnis zu 
I. 

i vielmehr uns mit dem höchsten Gegen- 
s beschäftigen, zu der nach Klemens gerade 
inis führt, gleichwie die Welterkenntrüs zur 
ns geleitet hat. Denn Klemens hat uns 
geschrieben: „Man muß nach dem Ursprung 
ien, um auch die Menschennatur zu ver- 
. P. 351 § 60) 3 ), als einen Teil der Welt*; 
h das Wort geprägt: Wer sich selbst er- 
ott, und wer Gott erkennt, wird ihm ahn- 
'. 250 St. 235, 1,1)*). Wie denkt sich Kle- 
eserkenntnis? Wir dürfen darin wohl das 
blem seiner Erkenntnislehre erblicken und 
seren Schriftsteller von Unklarheiten, wenn 
:hen, keineswegs freisprechen. Wir finden 
che, welche die Gottesidee als in der An- 
snnatur begründet, hinstellen*), die Gottes- 
en Zweck unserer Erschaffung bezeichnen 
74 St. 164, 14,6) 7 ). Demetreskus e ) hat mit 

9 P. 450 nennt Klemens die Tugend der christlichen 

ler änä&zta ,jitt@ionä&na" (cf. VI 777 § 74) ov näöei 
/iet@tozä&ciav ifuiouZ, cf. Plato bei Merk S. 64. 
Die Ethik des Klemens von Alexaudrien, Leipzig 
Ethik des Tltus Flavius Klemens, Paderborn 1902. 

K/.tjutviw; rn-r' 'Ai.i:£arlii/K:*>; >'/ l.ihxii Aiduoxakla, Erl. 

Die Moral des Klemens von Alesandrien, Paderborn 
igesch. Abhandlungen, Paderborn 1899. S. 45 ff. Über 
ker vgl. Zeller III 1 S. 232—35. 

■criair toö xöafiov no).V7iQay!iovijoat Si' ijg xal ri/v zov 

oL 8, 9 ist der gleiche Gedanke ausgesprochen, 
g 88. 

oi : x i'va eniHoittei- xal xiviour.v üi?.' t'ra w/ier eis inl- 
özoü str. V 14 § 135 P. 730. 

, Klemens Alex and rinus, Boukarest 1896, p. 6. 17; 
10.151, 6; str. II 2 P 430—31 <p,?.oooyia . . . «Uijftjf . . . 
uöra xov xavtög. VII 15, 887 § 91 ieevvijieov ti/r i(J 
i iregi rdr «mi; ovia &tr>v xuiayh-eioi. 



Recht die Idee der „einzigen wahren Philoso 
Klemens als diejenige bezeichnet, welche zum ei 
Gott führt (cf. Protr. § 121f. P. 94f.). Die 
die Gott nicht suchen, unterliegen dem gerecl 
„Siehe der Himmel steht offen und ihr sucht 
(Paed. I1 12 P. 242 St. 229). Die Heiden sind 
sie gehrauchen nicht das Auge der Seele, den 
sie ihre Augen nicht zum Herrn aller Dinge und 
Welt erheben" (Protr. 10 P. 74 St. 67, 91,2)» 
kenntnis Gottes quillt aus der natürlichen Offen 
Verinnerlichung seiner durch die Sinne sich 
den zu diesen herabsteigenden Spur g/ttpaois 
xaziwv de atofyotv (str. V 6 P. 670 § 41 ; P 
§ 36) s ), so daß es dem Manschen ferne lieg 
nichts zu wissen (str. Vi 3 M. 129 P. 698 § 88) 
sogar in unmittelbarer natürlicher Anschauu 
Öeiogla) nahe tritt 6 ). 

Andererseits aber ist die Darstellung uns* 
stellers reich an Ausdrücken, welche von de: 
lichkeit der menschlichen Erkenntnis in . bes 
Gottesidee reden, wie wir im nächsten Kapitel 
werden. Für jetzt haben wir uns nur mit ( 
Weise zu beschäftigen, wie sich Klemens ihre 
denkt im Sinne der Quellen der Gotteserkennt 
tu ml ich erweise geht Klemens hierbei nicht s 
inneren Zeugnis des Gewissens (der eUi/ois, 
6,445 § 29) aus — wie dies Capitaine (S. 72) aus 
seinem Buche angeführten Stellen zu erweisen si 
dem vom Gesetz der Vorsehung (ngövoia), das <3 
Menschen in sich, im eigenen Leben, ausgepi 
und welches auch der Ungläubige nicht verk 
(str. V 1 P. 647 § 6) 1 ), so daß selbst die heidnii 
sophen darin das Walten der Gottheit erkannt r 

') Kai javia ÖQviriEg in tvtplrörtm Mai ovyl nf>&; xo 
Tiänaiv xai xvpiov löiv 6'Xwy ävaßXeyieic. 

*) Str. V 13 P. 698 § 88 0eoö uir yäg itiipaoK em 
xqAjoqo; naga jiüoi toTg ev ypovovat nantne •pvoixij. Von t 

Gottea, wie Cognat (Cognat, Clfiment d'Alexandrie, sa doch 
miqne, Paria 1858) bei Ziegert S. 5 meint, redet unser Kle 
als von der durch die Sinne (oo>/iäioir) vermittelten Erb 

■) 'AXXlog A'ol/im 6 Kvgiag .inodvtiai le xai eräveiai xazt 
*) IToikoü ys 6sl Sftoioor ehai teiat iwolas töy äv&gc 

') cf. Daehne, p. 54, 111 ; str. V 10 P. 685; c. 1, 04 

') xgevota de nr negi qfiäs xaiatpalviiai avrdiieai; &ei 
') ivra/us Tt oö Tiayxoairji tü> övn i?eia oite iofs 
öxara^ros; cf. str. I 13 § 57 P. 349. 



10)'), freilich ohne die richtige Schlußfolgerung 
iren Gott zu ziehen (str. V 13 P. 730 § 135)*). 
it ein anderer Forscher (Seitz, Die Heilsnot- 
3er Kirche, Freib. 1903, S. 163) das allgemeine 
itsein der Menschheit bei Klemens ausgesprochen, 
r Geist in sich erkennt, das vermag er auch in der 
ier Menschheit, in den Erfahrungen des Götzen- 

otr. 6 P. 62 St. 55) 3 ), beim Anblick aller sicht- 
löpfe bestätigt zu sehen (str. V § 6 P. 646) *). 
; uns zugleich mit der Vorsehung die Weisheit 
T83 § 86) und Macht des Schöpfers entgegen 

P. 342) und zwar mit Notwendigkeit (a. a. O.) 5 ) 
leit des Ganzen (str. VI 10 § 80 P. 780 iatogwv 
<ai ttjv ng6g äXitjla ov/ttpaiviav) So gelangt der 
zh wahre Beweisführung zum höchsten Vorzug 
phie, der in ihrer Beschäftigung mit den er- 
egriffen des Seienden liegt (str. VI 11 P. 786), 
en Gegenstand der Erkenntnis 6 ), insoweit sie 
iraft erreichbar ist, zum göttlichen Logos (str. IV 
!>8) 7 ) als der Kraft und Weisheit des Vaters 8 ), 
i und Anfang aller Dinge 8 ); freilich sieht Kle- 
>gos wenn auch die letzte, so doch die selbst 
& Ursache 10 ) des Weltganzen, und insofern den De- 
katur (str. 111, 346 § 50), den die Heiden auch 

'e, p.228f. V13, 730 § 135. 

ij itüor 6 nag' °Ellt/ot noXvngäy fiore; oi tpiX6oo<pot . . . äopÖTCj) 
ijv nQÖvotar fSoaavia äxö/.ov&a loviots ( — die natürliche 
; au s der xgäroia) . . . ovx emaidneyot äXk' oi>&' aviöv Sntus 

10 P. 79 St. 72—73. 

't ovaijs lijg ffelaf ngovoiai ex te lijs oyiEWS i<Ör ägalfliriov 
r xai ootptor xatt/fldzav. 

4 ,-tüi Si oix ävayxaTor s. u IV. 25, 635 § 158; str. I 9, 
yixor de egyov xazä dcor ixzefoirai; vorher: oi'Xt xai io 
i xai ro .TOitfv Ix rov ISyov -ylvezai ; cf. VII 838 § 17. näs 
tu nigi voTjiüiy •piioooftoyria iiaXaßfTr intnodovVTa rrjs xov 

inifioXov y'eree&at. 
I 1 P. 829 § 2. 

xai äxödetl-tv eyei xai &if£q&ov [6 v!6g) . . . ij ooipla iE ioit 
cf. Protr. 12,93 § 120 ßgayiuiv xvaiov, övvautg TÄf oliov; 

§2. 
I 2, 833 g 



Klemens von Alexandrien 53 

dem natürlichen Begriff nach ((pvoixrjv evvoiav) zu erkennen 
vermochten (str. I 19, 375 § 94), die Idee Gottes 1 ), welch 
letzterer als anfangloser Anfang auch das Sein des ewigen 
„Anfanges" d. i. des Logos bewirkt 2 ). Somit ist die Philo- 
sophie zuletzt geradezu ein „Streben nach der Weisheit des 
Demiurgen und Lehrers d. i. nach der Erkenntnis des 
Sohnes Gottes" (str. VI 7, 768). Ob jedoch dieses Sein 
ein persönliches, und was sonst vom Logos und seinen 
Eigenschaften zu halten sei, das kann nur „die barbarische 
Philosophie" d. h. die auf der Offenbarung beruhende Weis- 
heit, m. a. W. der Glaube lehren 3 ). 

Die Vernunft bleibt bei ihrem Drang nach den letzten 
und tiefsten Gründen, dem Höhepunkt alles Erkennbaren 4 ) 
stehen, nur „näher der schaffenden Allmacht" hat sie die 
Betrachtung der Himmelkörper geführt 5 ): Gott selbst steht 
ihr als der unsichtbare und unaussprechliche gegenüber 6 ). 
Sie bedarf eines höheren Anstoßes, eines göttlichen Hauches, 
um die letzten Denkfolgerungen zu bewerkstelligen. „Gott 
ist uns fern in seinem Wesen, aber nahe durch seine Macht" 
(str. II 2 § 5 P. 431) 7 ), das ist das Ergebnis der Welt- 
weisheit, die die Macht des Schöpfers erkennt, aber diesen 
selbst immer vor sich gleichsam zurückweichen läßt, je mehr 
sie ihm sich zu nähern verlangt (a. a. O.) 8 ), gleichwie 
Odysseus den Rauch der ithakischen Hütten schaute, aber 
nicht landen konnte (Protr. 9,71 St. 64). So kommt Kle- 
mens schließlich zu dem Urteil: Die höchste Ursache ist 
über jeden Ort und Zeit und Namen und Einsicht (vorjoig) 



*) V 3, 654 § 16 f\ de 16 ea eworjfjLa xov Geov, oneg oi ßdgßagoi Xoyov 
elgr\xaoi xov fisov . . . ngoeXd'wv üs 6 Xoyog dtjßiovgyiag alxiog. Protr. X, 
78—79 § 98 St. 71; § 110 Stt 78/110, 2, 3. 

2 ) str. IV 25, 638 § 164: 6 &edg ävagxog ägxy xcov oXcov navxeXrjg 
dgxfjg Jioirjxixog; V 14, 699 § 90. cf. VII 1, 829 § 2 ev de xoig vor\xolg 
xb jigeoßvxegov ev yeveoei xrjv äxgovov ävagxov dgxqv xe xal ajiagx^v 
tcöv ovxcov xov vlov (xi/Lcrjxeov). 

3 ) str. VII 1 § 2; V 3 § 16, 654; II 2, 430 § 5; VI 17, 819 § 153; 
VII 16, 891 § 95. 

4 ) str. V 12, 692 § 79. 

8 ) str. VI 11, 785 § 90 nkrjoiaixegov xfj xxi£ovorj övvdfiet uigogdyovoa 
xrjv xpvxrjv ; cf. II § 5. 

•) V 12, 692 § 79 Tov ydg naxega xal jzoitjxtjv xovöe xov navxog 
evgeXv . . . egyov . . . e^euieTv, ddvvaxov . . . Xsyet üXdxcov . . . 6 üeög dögaxög 
Sozi xal äggrjxog. P. 693 §80; P. 695 § 82. 

7 ) Iloggco juev xax* ovoiav . , . iyyvxdxco Se övvdfiei. Vgl. I 9 P. 342 
§ 44 xfjg xov Oeov üwafiecog eiclßoXov, 

8 ) Zufolge Wagner S. 238 wäre der Gottesbegriff nach der An- 
schauung unseres Klemens erreichbar, cf. VII 839 § 19. 



Scherer 

VHP. 689 KL § 72). Was Klemens zu 
heit veranlaßt hat, das kann uns erst die Be- 
von ihm gedachten Erkenntnisgrenzen zeigen, 
len versucht werden soll. 



Zweites Kapitel, 
nken der menschlichen Erkenntnis. 

unser Schriftsteller den Wert und die Be- 
Veltweisheit für die Erkenntnis der Wahrheit 

ist es zu verwundern, daß er an vielen Stellen 
e Bedeutung herabzudrücken scheint, wiewohl 
gegangenen Erwägungen einen höheren Platz 
shert hätten. 

wohl vor allem schuld seine Abhängigkeit 
isehen Religionsphilosophie in Alexandrien, 
lers seit Aristobal 1 ) Einfluß gewonnen, aber 
> 2 ) später und Numenius 3 ) ihren Höhepunkt 

Denn dadurch war in den Kreisen der Offen- 
jen die Meinung aufgekommen, die hl. Schrift 
iglichen Besitz der Menschheit gewesen 4 ), vor 
ien der Forschung natürlicher Wissenschaft, 
Schrift selbst, so habe auch ihr Inhalt den 
sen zur Vorlage gedient 5 ), der sie, absichtlich 
;t, den Wahrheitsgehalt ihrer eigenen Lehren 
eich dem Lichte einer Fackel, welches die 

Sonne stahlen 6 ). 
>ezeichnet diese Schriftweisheit mit dem Namen 
:hen u Philosophie, der „wahren und vollkom- 

II 2 | 5 P. 430'); VI 17 P. 818 § 151); 

sich gebraucht er den Ausdruck für die 

705 Kl. §98; I 22 P.410f. §150. str II 5 (II. Kapitel). 

22 P. 410—11 Kl. § 150. 

ita Mos. II 4, 5. Überweg-HeiDze , Gesch. der Philo- 
ii. schol. Zeit, IX. Aufl., Berl. 1905, S. 93«. C. Sieg- 
Alexandris, Jena 1875. 

l, Griechenland und Christentum S. 55 (Deutsch von E. 
5 1902). 

, Blicke in die Religionsgeschichte zu Anfang des II. christl. 
Breslau 1888, S. 88ff. 
P. 663 § 29. 

vv ßdßßagos tpdoooqita, ijr fisäexoiier ij/iw, icXtla xtfi 



nichtgriechische Weltweisheit überhaupt (Protr 
St. 53 (70,1); str. I 15 § 66 P. 354ff.) 1 ) die Lt 
Hellenen, vor allem jedoch eben für deren pro 
Endziel, die Offenbarung 8 ). Daher der geradezu 
such, die zeitliche Priorität der jüdischen Philoso 
c. 21 P. 378 ff.) 3 ) und Schriftdenkmäler vor all. 
nachzuweisen und das Bestreben, den Fortsc 
Weltweisheit davon allein abhängen zu lassen, d. 
nicht scheut, von der barbarischen Philosophie 
(str. VI 17 P. 819 § 153) 4 ). Plato, um von 
schweigen, der Freund der Wahrheit 6 ), der Li 
Klemens 8 ), wird nach dem letzteren erst aus ( 
sehen Schriften verständlieh 7 ), ja schließlich sogar 
Ausdruck des Numenius, einfach zum attischen 
stempelt (str. I 22 P. 411 S 150) 8 ). Jedoch dür 
wenigstens in Ansehung des Inhaltes — diese 
nähme des Klemens zur Schrift nicht mit dei 
„totaler Kritiklosigkeit" (Christ) belegen, vielme 
wir dabei den Zweck und Grundgedanken unsei 
stellers stets vor Augen haben. Vor den einseitige 
der Philosophie im katholischen Lager fühlte e 
anlaßt, deren wirkliche oder 'nur vermeintliche 
zur Offenbarung hervorzuheben ; gegenüber den 
stikern wollte er deren Überschätzung philosoph: 
schung auf das ihm geltende Kriterium der Wahrl 
führen: den Glauben der Schrift und Überlieferun 
begreiflicher erscheint uns dies, wenn wir in Ä 
an jugendchristliche Sekten wie die des K 



') notiä &i xai rä ,wv ßagßdgiov yht,, 

') atr. II 1 P. 428. 429 Kl. § 1; V 14 P. 733 §§ 14! 
«atä ti/r <U v dij yäooopiar P. 703, 702, 701, 699; I IS 
g| 57-58. 

') cf. c. 22—25, bes.^ auch str. V 14 P. 699ff.; cf.Pn 

*) V r (kAei'üjoiv) /ii) ejimo^ijfjjiai yvdiost ßagßäpq) 
cpiXoaoipia ngoxöncctv eis äiij&ciay; vgl. Str. VII 3 § 19 ] 

P. 733. 

') Btr. ISP. 341 § 42. 

*) Paed. III 11 § 54 P. 286 6 nävta ügtorog mäxmr. 

') üi-nitov ovx oiä' Sums ex tä/v 'Eßpawäir yga<p<ör 

V 14 P. 710 Kl. § 103. 

*) Ti yd s ian IDmioiv ^ MoivaF)g aniKi^ioc ; Vgl. C. 2! 

B A. Scheck, De fontibus dementia Alesandrini, Augsburg 
Merk, Klemens Alesandrinus, I. Kapitel. Kl. § 150. Belb 
lehre soll Plato aus der Schrift entnommen haben; str. 125 
c. 26 über Minos und Lykurg. 

•) ij toö Xöyov vnoKol/, fy jti'onv tpa/th (Paed I 13, 1! 



Jes u. a. denken 1 ) , welche Klemens 
n Waffen philosophischen Schriftverständ- 
zh allegorischer Auffassung widerlegen zu 
). Andererseits wie mußte es dem ehe- 
anmutend erscheinen, in der alexandrini- 
ichung eine Brücke zwischen Heidentum 
; gefunden zu haben, wie sehr mochte es 
einstigen Genossen des Götterglaubens auf 
aft der Wahrheitsgebiete aufmerksam zu 
e Wahrheit ist nur eine, aber viele Bäch- 
lieselbe ein*) — kein Wunder, daß er da- 
en beging und auch dort Beziehungen zu 
!, wo keine bestanden, 
seine Grundauffassung der Leitung des 
chtes durch die Vorsehung, als deren Aus- 
losophie für die Heiden, das Gesetz für die 
; zusammengefaßt wie das Gewölbe in dem 
blußstein, dem Logos. Und hatte er die 
latürlichen Erkenntnis soweit anerkannt, so 
daraus fließenden Schlußfolgerung auf die 

Logos die Schranke, an der die Vernunft 
macht, weil ihr ganz neue Gesichtspunkte 
welche sie sich nicht mehr zu erheben 
il sie es vermöchte, indem sie ihre ganze 
■ mehr in der Tätigkeit zur Gewinnung der 
'ersucht *). 

unächst unpersönlich gedachten Logos als 
eisheit Gottes*) macht Klemens den durch 

veranlaßten Übergang zum persönlichen 
'hilosophie erscheint nur als Vorbereitung 
auf ihn B ), aber nicht nur das, sie wird zur 
h durch ihn 1 ), gleichwie er in den Schriften 



12 §§88,83 P. 601. 799; IV 24 § 155 P. 634; 116, 
1. 2; P. 508-510, c. 2, 511 ff. § 5. 
31 ff. g§ 2Sff ; II G P. 443 $ 27; c. 8 § 36 P. 448; 
508— 510, c. 2 § 5 P. 511; IV 12 P. 551—53. Am 
lernens den falschen Glaube nsbegriff der Basilidianer; 



». 819 Kl. § 153; ISP. 331 § 28. 
349 § 57; c. 7 V. 339 §38; c. 5 P. 331 § 28. Vgl. 
IIT2 St. 2419. 1 P. 257 § 9: ix oo<p!a; xooputijs 
Ss tfftXfaarrot iov A6yov. 



des Alten Bundes sich ausgesprochen hat. 
heidnische Weltweisheit erkannt hat, ist m 
die aus Schrift oder Lehrverkündigung ein 
oder menschlichen Wesens als Zwischen] 
unmittelbar durch den Logos ihr zuteil g 
ist die Sonne der Seele*); erst wenn si 
glänzt, in der Tiefe des Verstandes, dar 
Auge der Seele bestrahlt {Protr. 6 P. 
Wenn der Logos nicht leuehtet, wände! 
Dunkeln*) (Protr. 11 P. 87— 88 St. 80, 11 
einem in der Finsternis gemästeten Vogf 
tötet wird, ohne zu wissen, was mit ihm 
St. 80, 113,3) S ). Aber gleichwie die Soi 
Erde erleuchtet und in das Innere der '. 
ist auch der göttliche Logos überall ausgej 
P. 840 § 21). Er ist der Sänger der ( 
der miteinander im Kampfe liegenden V 
zur Versöhnung und Einheit zu führen gle 
der griechischen Sage (Protr. 1 P. 1 — -10 £ 
vor der sichtbaren Ankunft des Herrn 11 
fang der Welt an den JjOgos wie einen E 
{str. I 7 P. 337 § 37) 7 ). Und seitdem 
Himmel zu uns herabstieg, hat es uns all 
liefert und die ganze Welt zu einem Ath 
land gemacht (Protr. 11 P. 86—87 St. 7< 
Das sind klementinische Gedanken, 
geeignet sein dürften zur Ergänzung der 
Fayes*) besonders über „die Rolle der F 
Vergangenheit" angefügt zu werden. E: 
ist diejenige über das Mittel, dessen sie 

■) 8tr. VII 2 P. 832 Kl. g 6. 

») Paed. 17 P. 134-35 St. 125 f. (60,10.); e 

.TgoijJ^io; StSovs, Oviol xal 'El.Xrpi.ov Tfioipi]iic ihuorr 

'} 'O Se Xöyos 6 vyir/g, Sg eony i/Äio; <i'"-/_y).: <il 

Xavto; £y i<S ßäött tov rov aiiijs (SC. '/'"Jt'7*) "oravy 

*) St. 79 {113, 2}. 

*) Ei ftij lov Aöyov cyvoi/tiv . , . oväiv äi> zätt 
i).ii.-niuii}<j h oxöxti moifö/ieroi xal -frardifo ige/p 

P. 71 St. 64/86, 2. 

•) P. 5 St. 5 (5, 1) Tovto toi xal tö nav xöop 
otoijtEiW rijv Stafpiariav eis tä$iv himve oriiii'mfia;. 

*) ex xataßolfjt xöofiou ia Ope.Tiixä oxcQfiata 6 r 
xatgav 'ejio/ißgiaas A6yov. 

*) 'Enel aviög tjxer vis >jiiä; oipavödev d Xöyos 
'Aöijvat xal 'EXAäe yiyorf. t/S löyto. 

') S. 161 ff. 



Klemens von Alexandrien 59 

Auch die großen Denker des Altertums haben durch gött- 
liche Eingebung die Wahrheit geschaut (Protr. 6 P. 63 
St. 55 St. 72,5), im Lichte des Logos (P. 60 St. 52, 69,4). 
Mit Recht hat daher Wagner (S. 213) den Ausdruck ydo- 
oocpia didaxtij äXrjfteiag (str. VI 11, 786 § 93) passivisch ge- 
faßt, insofern die Philosophen zuletzt alle fteodidaxroi d. i. von 
Gott belehrt sind (cf . Knittel in Tüb. Quartalschr. 1 873 S. 369ff.). 
Und kann die Philosophie als „folgerichtig" oder auf Folge- 
rung aufgebaut bezeichnet werden, so ist dabei jener Ein- 
fluß des Logos vorausgesetzt, der von Klemens als freie 
Gabe Gottes (nQorjyovjuevcog) 1 ) angesehen, also neben die 
natürlichen Gaben gestellt wird. Ob er sie auch einer 
höheren Seinsordnung zuweist (vgl. Reinkens De demente 
presbytero Vratislaviae p. 3), ist hier nicht weiter zu unter- 
suchen, wenn wir nur festhalten, daß sie Klemens nicht als 
Begleiterscheinung eines in die Seele gesenkten „Stückes" 
der Gottheit (fteiag fioigag anoggoiav) faßt 2 ), wie einst die 
heidnischen Weisen, vielleicht in dunkler Ahnung des wahren 
Verhältnisses, sich ausgesprochen hatten (str. V 13 P. 698 
§ 89) 3 ). Jedenfalls aber erblickt unser Schriftsteller in 
dieser äjzÖQQoia des Logos nur einen unvollkommenen Ein- 
fluß desselben, welcher der Philosophie auf ihrem Gebiete 
vollständige Freiheit des Forschens beläßt (vgl. str. I 13 
P. 349 § 57) 4 ), gleichwie sie die natürliche Erkenntnisfähig- 
keit nicht aufhebt, sondern unterstützt (c. 20 P. 377 § 99) ft ). 
Aber was immer die griechischen Philosophen an Wahr- 
heiten, sei es durch die reine, sei es durch die vom Samen 
des Logos befruchtete Vernunftkraft erkannt haben, es ist 
unvollkommen und mangelhaft sowohl am Umfang der Er- 
kenntnis, an größerer Überzeugungskraft der Beweisführung 
und noch mehr an praktisch wirkendem Einfluß auf das 
Leben (vgl. str. I 20 P. 376 § 98), wie sie nur das Christen- 



*) str. 15 P. 331 § 28 Td%a de xai ngorjyov^evoig xotg °EXXy\oiv edö&r] 
xoxe (r) (ptkooocpia) Jtgiv r) xov Kvgiov xaXeoai xai xovg "EXXrjvag. 

*) Vgl. das oben über den vovg Gesagte. 

8 ) ol de ä/nqpl IlXdxcova vovv fiev ev ipv%fj ftelag fioigag dnoggotav 
vndg%ovxa (eqtrjoav). 

*) dXfj&eta ovvayayeiv xd olxeXa anegfiaxa . . . elg xr)v dXXodaJirjv . . . 
yfjv . . . ovxcog ovv rjxe ßdgßagog rj ze l EXXr)vixr) qptXoooqpfa xi)v dtdiov dXtföeiav 
ojtagay/uöv xtva . . . Jienoirjzai. cf. C 20 P. 377 Kl. § 99 6 de fied^ exegov 
noieX dxeXeg ov xaü f avxo evegyelv ovvegyov (sc. (piXoooqpia) . 

•) ovx ojg xaxd xr\v dqpaigeoiv avxfjg fjxoi eXXeiJieiv HjjJ xa&oXov Aoycp 
r) dvaigeXodai xi)v aXifj-deiav * enei xai r) bxpig ovfxßdXXexai etc. VHP. 689 
§ 72 r) per t,r)xr\oig detdr)g xai dögaxog, r) #aß/g de xfjg yvcboewg nag* avxov 



xov viov. 



Seilerei: 

h göttliche Kraft (de/? dwdfiei), nicht durch 

m Erkenntnissen umspannt, ist Stückwerk *), 
in wirkliches Erkennen ist (str. I 7 P. 338 
es sind nur die Anfänge der Erkenntnis 
nur Teile der Wahrheit (VI 17 P. 823 § 160), 
:hen nach derselben offenbar werden*). Und 
i auch die Teile der Wahrheit, so gleichen 

den Mainaden auseinander gerissenen Glie- 
us in der Mythologie; erst durch den Logos 
nheit und Zusammenhang (str. I 13 § 57 
•st was sie mit innerer Notwendigkeit er- 
nnt erst durch die Bestätigung in der Lehre 
i Klarheit der Erfassung (str. I 20 P. 377 

die Weltweisheit stets nur als Vorbereitung 

erscheint (a. a. O.) 1 ). 

n Stellen hat es sogar den Anschein, als ob 
'nicht menschlichen Forschens und künst- 
in s auf die Samen des Logos 9 ) zurückführen 
hischen Genius keine Selbständigkeit zu- 
! ). Was irdische Wissenschaft ersinnt, ist 
is des Seins, aber nicht das „Sein selbst" 

str. I 7, 338 § 38). Den Epikureer Metro- 
ie für inspiriert (iv&eaK) 10 ). Gott ist der Ur- 

e fj 'ElXtjviK)) äXijOtia tijs xaS' yfläs . . . xal /ieye&ei 
:ej xupituttpn xal On'a dwniitt xal toU ö/ioioie. Klemens 
ende Ethik der Philosophie atoipgoainiti . . . äieX^ tpgä- 

ipoi)r))nei,)<; . . . Sixaiowri) äv&Qto.iirtj str. VI 7, 805 
:h, Christentum und Weltmoral, Münster 1897, S. 27 
dichter» Geistesoffenbarung gilt Klemens nur oio^aaii- 
aknnux&s str. I 29 P. 427 § 181. 
*. 349 § 57. 

'. 768; str. I 7, 338 § 38; VI 8 P. 774 Kl. § 68: 
; «'s £01(1- xal fiigtxrj aSir/ <ptXoooa>la; P. 771, Tgl. 120 
ioitxv>$ TÖ xiui'i ifiktiai») im- iniitvxttxov rijs äJLtj&elae 

-!} VI 15 P. 799 Kl. § 117; I 7 P. 338 Kl. § 38; 

823. 

'. 441 Kl. § 24 t<bv SXoiv ägxije hmn^/ir) siiorii äXX' 

[MötlHTU,). 

t/gri/iira ovrOei; avßiz xal eronoitjoac icXnov idr Aöyov 
u tt)v äXföuav. cf. C. 12 § 56 P. 348. 
Xoaotplav Xcyovies irjs . . , äXtj&Ei'as jiooiraidciav. cf. Htr. 
i irdische Wissenschaft ersinnt, ist nur ein Gleichnis 
lt das „Sein selbst" (ai*6 n> Sv cf. str. I 7, 328 § 38. 
337 § 37. 

11, 347 § 53 rtjTUOt ovv xal ot q/iXöaoepoi iäv fti) forö 
(i>i)äiaiy. 
12 § 139 Tgl. II 22, 498 § 131. 



heher der weltlichen und göttlichen Weis! 
den Hellenen ureigenste — die Kunst — 
baren her 2 ), in letzter Linie aber durch 
Offenbarung zu ihrer Kenntnis gelangt. 
diese Übertreibungen zusammen, wenn t 
Augen halten, daß Klemens damit nur sein 
der Vorbereitung der Menschheit durch di 
drücken und die nicht auf die Ankunft 
beziehenden Wahrheiten unberührt lasse 
nimmt er in Wahrheit diese Einstrahlung 
funken des Logos (Protr. 7 P. 64 St. '■ 
itva tov Xöyov rov &eiov Xaßövieg) nur in 
Erkenntnis der sittlichen und religiösen 
die sich, seinem Zweck entsprechend, vo 
örterungen über die Erkenntnis beziel 
Selbst die Tierschutzidee des Pythagoras 
die ethischen Lehren des Plato über 
(str.n22 | 131 ff. P. 499ff.) s ), über die G 
über den Staat (IV 26 § 174), die Ansch 
über Tugend und Glückseligkeit, insoweit 
beruhen, abgesehen von vielen rein chris 
Klemens bei Plato finden will (str. IV § II 
V 14 § 103 P. 710), stehen im Zusamn 
göttlichen Logos 1 ) oder wenigstens bekun 
Übereinstimmung mit den hl. Schriften 1 
Quelle ihres Ursprunges 9 ). Die höchste 
Guten und aller Erkenntnis ist der anfanj 

') I 4 P. 330 § 25 öeo'fcv 1J tep'Mtij »d ij oocpr, 

') I 16 P. 361 § 74; I 15, 354 § 66; I 7 § E 
') V 4 P. 656 § 19 ij/ittf avroi zä ixciroiv « 

tov v'tov xai fiähoia exmdtj lä xnXä naq' fjjtvir £>g t 
*) Vgl. I 7, 337 § 37 „ov xaiä mooir/ov/irröv'- 

tä%a di xai ngotjyov/ievios lÖöih} totg "EX/.r/Ct .njir r} 

love "EUt/ras. Daher ist die WeltweiBheit nicht Bei 
sondern Jtat' enaxolov&rjfia (vgl. oben], aber nach c 
den Logos. 

«) P. 340-41 Kl. g§ 22, 23; I 25 P. 419 Kl. 
§ 146 P. 816 näv tt av ti xaliv xal oz/iror an 

yiyrwoxnai. 

') str. II 4 P. 438 Kl. § 19; I 22 P. 410-1 
*) S. Paed. I 13 P. 159 ff. übet das xoosijxov 
151 § 102; str. VI 16, 816 § 146. 

*) Vgl. str. II c. 5 P. 439ff.§ 20. _ 

'! S. Kh'iiir.i-KK ruf 'Ali^arSgiotg i) >j#ixij Att 
Baodaxt/, Erlangen 1891. p. lSff. 

M ) X)ooy yaii ävru/jti (jeov kchutat ävÖQioxo. 
avzov efao&evel. 



Scherer 

I 5, 331 ndvxtov ftev yäg ainog ta>v xaXä>v & 
0). Aber wenn dies auch zum Teil durch 
mg" erkannt ward, so steht im Hintergrund 
irer", „der Sohn", der den Menschen unter- 
1 25 a. a. O.). Allen aber ruft Klemens die 
te zu: Wenn ihr nicht glaubet, werdet ihr 
m (str. II 4 P. 437 § 17). Aber wo diese 
ung nicht besteht, bezeichnet er selbst ihre 
ils „gottlos" (AOimsste. VI 14 P. 886 Kl. § 88 
i<o$ ndvv Tt)v afatifv äger^r &v$g<bnov . . . xai 
ch so erscheinen ihre Erkenntnisse nur dürftig 
377 Kl. § 99). Sie kannten nicht den rechten 
im Gebete (str. VI 14 P. 796 § 112; cf. 17 
str. I c. 25 § 165 P. 419—20; Paed. I c.13 
!. 3 P. 160 § 102: TeXog U Imi »EOaeßäag rj 
■ig h T(ß &ecp). Die Vernunft gebot ihnen 
de zu hassen, als zu lieben (Quis dives § 22 
wußten sie von sittlicher Kraft (str. VI 17 
l, die von oben kommt, gleich der Kenntnis 
ind Ehrbaren (str. VI 816 § 146), von dem 
der Wahrheit durch die Teilnahme am Logos 
349 § 57; Quis div. 1 § 1 P. 936)»), dessen 
lle das Getriebe der Welt beherrscht (Paed.III2 
1 (9,1)*), und zuletzt vom Ursprung und Ziel 
; 3 ), vom Heil der Menschheit (str. V 13 P. 698), 
Jhristus sie belehrte 4 )! Auch das Geheimnis 
■ „dreigeteilten Seele" muß schließlich die Macht 
klären 6 ), im Gehorsam des Logos gelangen 
'svfia zur Einheit (str. III § 93 unter nvev/m 
gedacht wegen des dv/ttp xai Im&vfiia). Das 
pitel des 5. Buches der Stromata hat zur be- 
;abe die verschiedenen Weltanschauungen der 
darzustellen (vgl. bes. V 14 P. 711 ff.), von 
[i Plato und Pytagoras bis zur Erkenntnis der 

12 P. 242 St. 229/120,2. 

.- niii^ia- eitüi/nartni rtfi-äs 70V Aoyov. 

I 14 § 60 P. 351 Au br, ™» yhemv iov x6o/iov JioXt- 

I § 95. 

r toiwv diä Xpiaiov hjv äf.ijdeiav iieuadqxöits oo/£edtfai 

Oxnmr. str. I 11 P. 347 KI. § 52 'H yäo xaia jt,v &äav 

ota (oiijoi iijv ,-rgoroiav . . . xai . . . pixm jäv xatä ßd^os 

xai yerar^y oider zrjr iwv aioi^eioir yvotr; Str. III 6 

i} igifteoi}? — aiüZetai yvxv ... Ott ij io^iii <oü Aöyov , , . 
ttjpa «V hörriia ovrayti (str. V 12 P. 694 Kl. § 81). 



Klemens von Alexandrien 63 

Unsterblichkeit sich erhebt 1 ), weil sie am meisten aus der 
barbarischen Philosophie des Logos entlehnt (P. 701 ff. 
§ 92) 2 ) unmittelbar oder mittelbar, Plato durch Pytagoras 3 ) 
und dieser wiederum vermittelst der Weisheit der Ägypter 
(str. VI 2, 752 § 27). 

Durch alle diese Ausführungen des Klemens leuchtet 
der Gottesgedanke 4 ), den er sogar, wie wir wissen, eine 
ejucpaotg (pyoixri ein natürliches Innewerden der Gottheit 
genannt tat (str. V 13 P. 698 § 88), von dem er sagt, 
daß er sich auch wider Willen aufdränge (Protr. 6 P. 60 
St. 52 — 68,3) 5 ), zum Inhalt des allgemeinen Bewußtseins 
der Menschheit gehöre 6 ), als der Höhepunkt geistiger 
Erkenntnis (xoQvyrj xCov vorjrcbv (str. V 12 P. 692 § 79) 
und als ein unsichtbarer Hauch, der die Welt durchdringt; 
Protr. 6 P. 61 St. 53/71,1) 7 ). Aber es ist eben der „Hauch 
Gottes", der Ausfluß der Gottheit (P. 60 St. 52), die Funken 
des Logos 8 ), welche Klemens dieses Innewerden des Gottes- 
gedankens erklären, so daß er sich weiter keine Rechen- 
schaft über die Entstehung desselben geben zu müssen 
braucht, nachdem ihn die schlußfolgernde Erkenntnis bis 
zum Logos geführt, dem alles in sich vereinigenden In- 
begriff aller Kräfte {hvxXoq naocbv zcbv dvvdjuecov elg ev ... 
ivovjuevcov str. IV 25 P. 635 § 158), dessen Weisheit und 
Macht die ganze Welt als Tempel Gottes verkündet (str. V 10 
P. 691 § 77) 9 ). So erzählt Klemens das Beispiel Abrahams, 
der aus der Betrachtung des Himmels zum Glauben an 
Gott gelangte (str. I 5 P. 334 §31) 10 ); denn die Kenntnis 
des Sternenhimmels „führt näher die Seele hin zur schaffen- 
den Macht" (str. VI 11 P. 785 § 90). Aus Welt und Ge- 



*) Die „physische Schlußfolgerung" führt nach Klemens zur An- 
nahme einer Auflösung der Leiber (cf. Fragm. b. Zahn Suppl. Clem. p. 42) 

2 ) Vgl. str. VI 2 P. 752; IV 22, 629. 

8 ) Vgl. I str. c. 15—17; VI § 27. 

4 ) Vgl. das schöne Wort: v Av&Qcojiog el, zo xoivozazov mi^rjztjaov 
zov drjiuiovQyrjoavzd oe. viög el, zo idiaizazov avayvcboioov, zov jiazeoa. Protr. 10 
P. 79 St. 72/99, 3. 

•) xal äxovzeg /nev ofxokoyovoiv sva ye slvai fieov. 

e ) str. V 14, 731 § 136 :, 6 üeog zrjv ovvaicr&rjoiv zcbv elg zov Tlav- 
zoxQazoga emßakovzcov zov vovv edvcbv sdrjXcooev zcbv firjösjcco Tzemozev- 
xozcov (cf. § 135). 

*) zov sva övzcog fjiovov dsov dvacpd'syyofievovg üeov xaz imjivoiav avzov 
cf. str. V 7 § 40 P. 671. 

8 ) Protr. 7, 64 § 74. 

9 ) Ilkdzcov vecov zov Gsov zov xöoftov eiScog, Vgl. VII § 16. 17 P. 838; 
VI 11 M. 304— 08 P. 781— 83. 

10 ) 'Ex zcbv ovgavicov fteag fiezicbv elg zr\v xazd &e6v Jtioziv. 



i er mit Notwendigkeit (nä>$ 6' ovx ävayxalov) 
jiner höheren Macht und Vorsehung 1 ). Aus- 
t er den Satz aus: „Die Physiologie" oder 
liauung der Natur steigt von der Unter- 
ltentstohung tum göttlichen Begriff empor" 
| 3). Aber sie führt ihn nicht über den 
;tr. V 1 P. 646 § 6) s ); nicht die irdische 

ist es, die jemals den wahren Gott er- 
andern die Sonne der Seele, der Logos 
3t. 51/68,4) 3 ). Auch Abraham ist von dem 
ur Gottesweisheit gelangt durch den Logos 
i Kl. § 8). Gott selber ist unbeweisbar 1 ) 
;n Begriffen der Erkenntnis; von ihm Be- 
en wäre seiner geradezu unwürdig (str. V 1 
Die Untersuchung über Gott ist dunkel 

Gott kann nicht durch Lehre und Wort 
len ausgedrückt, nur durch die von ihm 
ht — den Logos — erkannt werden (V 11 

12, 696). Damit geht Klemens noch über 
Piatos hinaus 1 ), der erklärt hat, Gott sei 

ennen und noch schwieriger auszusprechen, 
erkannt hat (Protr. 6 P. 59 St. 51/68,1) 8 ). 
■er zugleich die Erklärung dieser Schwierig- 
ini Mangel an geistiger Energie, die sich 
zten Folgerungen des Denkens aufzuraffen 
13 § 135 P. 730) 9 ), d. i. zur Anerkennung 

564 Kl. § 3 TlQärota S'c ti? jrepi y/iäg xaza/palvezai 

'lyaftie w ai mtyxQatr); reo örci &eia. Vgl. str. I 9 

13, 349 § 57. 

P. 696 trotz der inqmau; ■pvoixii. 

'. 635 % 158; V 12 P. G9G § 88; aU' ovdi woir/wi 
«rixjj " avii) yäo ex. ngoiegior . , . avviaiaiai. 
ä&eoc . . . tu; BJio3li£tig tag Tiaga StrftfHOJHBT änaiieiv 

689 Kl. g 72 % hbv ybo Cv'l^s fet&ht «d ä6 eat0f . 
. 695 Kl. § 83 hält nicht Gott (vgl. § 83 äyvwmog), 

und älteste Ursadie, die allem anderen Grund des 
hwer' zu finden [Sugsvoeio^) und zu erweisen; unter 
; Aqx$ aber verstand Klemens den Logos (V § 39), 
s IV 25 § 15 „der Anfang des Anfanges". 

ijeureii' äävvaiov. cf. Protr. c. 5 über die Gotteslehre 
osophen 

ior oi siap' "KV.ijoi noXvnody/iovsg ol (piXooofpoi . . . 
■otiiv i'Simar . . . rd änökovfia xoiitoK (= die aus der 
e Schlußfolgerung) . . . ovn intatä/uvot, äkl' ovo' aviör 



KleraeiiB von Atexandrieu 

der Gottheit als Ausgangspunkt der Vors 
Welt regiert (vgl. str. V 14, 730 § 135; I 
Protr. 10 P. 74 St. 67/91,2) und zugleich 
der Notwendigkeit des ftav&dveiv (VII 15 § 1 
Ursache liegt aber zuletzt in den Lei« 
Heiden, welche die geistige Kraft lähme; 
den (str. III 5 P. 530 §§ 42, 43) 1 ); dej 
gedanke ist den Sinnen unzugänglich (s 
§ 33) 2 ), sein „natürliches Innewerden" ledig 
lieh Gesinnten" (ei <pQovovai) gegeben (str. V 
Nur der von den Leidenschaften der Sinne s 
Geist macht sich geeignet zur Aufnahme de 
wodurch in ihm das Bild der Gottheit auf; 
der Gottheit aber ist das Bild des Soh] 
Logos*). Der Neuplatonismus faßte letzt« 
begriff zwischen dem k'v und der Welt 5 ). 
Hatch 6 ) in Klemens den Vorläufer Plotin 
da ersterer den Logos auch als Sohn des 
betrachtet 7 ). Allein Hatch übersieht, daß Go 
ebenso das unteilbare k'v 8 ) wie der göttli 
ist 8 ), dessen Gedanke sich im Logos ausspri 
immer wieder die Untersuchung unseres Sc. 
Logos zurück, der ihm alle Rätsel löst 11 ), s 
kein Ausweg mehr sich zu bieten scheint '■ 
daher die klementiniscbe Anschauung übe 
Gotteserkenntnis in einem Satze zusammen 
die scheinbaren Widersprüche in den 
Schriftsteller löst : Klemens hält die Gotteserli 
d. i. der menschlichen Vernunft als solcher 1 

Sjiuis voelo&ai niipvxi 

iiaaijS äfiaqtiaq ävoia, 

hnövftiae ugaisiv. 

') Gcov Sc yräotv Xaßcir rois eil und xö>r na&äi 
! } "Aßaioy yaQ äxoaTs «at reife öfioyereoiv 17 frfijci 

a. a. O. 

') Vgl. III 5 P. 530 § 42 Kaöaeds yä e S,r xal :« 

ueros 6 vovs äexiiitös neos vxaoyji lijt: ioFr (-if.iv ilrt 1 « 
avttp njf #«'os dxävos cf. str. VII 3, 837—38 § 16 
*) a. a. 0. VI 11, 784 Protr. X 98. 
l ) Vgl. Aal], Gesch. der Logosidee, Leipzig 189 
') S. 190 cf. Aall S. 405 ff. 
') str. V 1, 648 § 8. 
1 V 12, 695. 

') IV 25, 634 § 157 vovs M 6 ßsSg. 
lfl ) V 3 § 16. 

") cf. alr. I 20 1'. 376 ij üi tdetats 1} &' Yloh. 
") V3, 654; c. 6, 668; c. 5, 694. 



Scherer 

oder in konkreter Beziehung d. i. in Anbetracht 
hichtlichen Verhältnisse und der Leidenschaften 
dich ohne den besonderen Einfluß des göttlichen 
brigens ist es ihm auch nicht um Beweise für 
i Gottes zu tun: Es gilt ihm nur, die von Plato 1 ) 
ier Reinheit erfaßte transzendente Idee der Gott- 
vollkommener auszusprechen, von der in der 
offenbarenden Macht zu dem uns fernen Wesen 
»rtzuschreiten 8 ), ferne unserer subjektiven Er- 
obschon nicht ferne in der objektiven Wahrheit 
acht. Wir staunen zuweilen über geradezu pan- 
klingende Ausdrücke 3 ), welche aber nur das relati ve 
der ganzen Welt zum Schöpfer bezeichnen sollen 
. § 93; IV 25 P. 635 § 158). Vielleicht ist diese 
idung bei Klemens bisher zu wenig berücksichtigt 
Auch ist zu beachten, daß Klemens gegen die 
das übernatürliche Heil verteidigt, welches nicht 
natürlicher Gotteserkenntnis beruhen kann (vgl. 
. 644—45 Kl. § 3), sowie daß er die „Vollkommen- 
heidnischen Gotteserkenntnis in Abrede stellt 
7 P. 817 Kl. § 149), dagegen die biiyvmatg 
der christl. Philosophie (str. VI 5 P. 759—60 
hervorheben will. Ihm ist es nicht um den Er- 
Daseins Gottes zu tun, sondern um die Näher- 
seines Wesens gegenüber der menschlichen Er- 
und hierin betrat er allerdings einen Weg, den 
ebahnt und die alexandrinisch-philonische Schule 
«n hatte, der aber mit jenem Mißtrauen unseres 
lers an der Fähigkeit der natürlichen Erkenntnis 
n sollte — den Weg der Abstraktion*); wenig- 

i p. 216. 

P, 431 nÖQQiü «at' nioiav . . . cyyviät<*> äi Svvä/iet. 

>aed. II 8," 215 St. 203/75, 2; str. V 12 P. 695; TV 25, 635 

j'iii i-'v ■ tvifev xnt nfirin ; c. '2G, H3Ö § 167 uul; fter lijg ovoias . . . 
9io>>. str. V14, 734; IV25§ 164 P. 638: fit« de ära S7 og, 
ov . . . äQfijs xotijnxdg. 

lens scheidet die Gotteserkenntnis in eine solche xax' t/ttpaatr, 
rrgiipaotv. Offenbar meint er unter den beiden letzteren Arten 
:heinung" der Gottesidee in der sichtbaren Welt (str. 1 19, 
id deren sprachliche Umschreibung mit Hilfe der Abstraktion 

39) nicht — wie Cognat, entsprechend seiner trichotomischen 
neiut — die Erkenntnis durch Schlultfolgerung als solche und 
ttlung der Sinne (Cognat, Clöment d'Alßxandrie, sa doctrine 
]ue p. 140 Absatz, zitiert bei Ziegcrt, zwei Abhandlungen 
lemens Ales., Heidelberg 1894, S. 7 ff.), str. VI 5, 759 §39; 

101. 



Klemens von Alexandrien 

stens die Abstraktion Philos und der Neupyta 
welcher Klemens vorzugsweise die Gottesidee < 
mußte damit endigen. 

Klemens erhebt das Wesen Gottes über 
Welt, selbst diejenige der Ideen (str. V 6 § 3 1 
deren höchste er im Logos Gottes erblickt {sl 
P. 654) 3 ); Plato bleibt beim Ideal des Gute 
aber Klemens ist damit nicht zufrieden. Er wi] 
die Überlegenheit des Christentums zeigen. 
sucht er die Abstraktionsweise Philos durch 
(oY dvaXvaetog) nachzuahmen 6 ). Nehmen wir 
natürlichen Eigenschaften die Tiefe, Breite und 
Lage bis zur Einheit, dann gelangen wir zur Gj 
[eis t6 ftfye&os rov Xqiötov) und von da zur 
des Allmächtigen, nicht dessen was er ist, sont 
nicht ist*). Die erste Ursache ist über Ort ui 
Name und Begriff 7 ). Aber auch die „Einheit", 
pytagoreischen Wortspiel 'A-noU&v ihren Ausd 
(str. I 24 P. 419 8 164; vgl. Zeller III 2 S. 
1903) 8 ) genügt Klemens nicht zur Bezeichm. 
denn dieser ist das Eine und über das Eine 8 
selbst über der Monas, dem „höchsten Zusamme 
Dinge" (Paed. I 8 St. 131 P. 140 10 ); vgl. Ph 
contempl. I p. 472). Gott ist nicht Gattung ( 
schied oder Art, nicht Einzelwesen oder Zal 
fällige Eigenschaft oder Träger einer solchen, k 
denn das Eine ist ungeteilt [ädtaigeTo* yäg zo 
unendlich, unermeßlich, ohne Gestalt und Nan 
Namen wie Eins, das Gute, derNous 11 ), das Seit 

») Vgl. str. VI 5 P. 759 KI. § 39. oi mn> inlyvtoc 

am najä ncQiipQaoiv. 

') '0 Kvgiog isisQÖrm rov xoajiov aarios, fiöXlov Se räe'xi 

*) cf. Phaedrus bei Klemens zitiert. 

*} Pfled. I 8 § 71 I '. 138-41 St. 128 : Rep. VI 509 B. bei K 

') Htr. V 11 P. 689ff. § 72; V 12 § 83. 

') ijj VOrjOEl TOV 7iaVZOXOÜlOQD$ . . . QV% O itfZIV, {/ <Sr tt>-j M 

'} Vgl. Philo de nomimira mutationc apud Migue C ] 

«) Zeller I 329, 2". 

•) Nach Protr.4, 55 St. 48: 6 pävot Ätoic hri &s6g. 

*'') "Er Ss 6 (9i'ic Kai cxi-xcira roT h'i.k y.ai v.tcu nvii/v 
quod Deus sit immut. I 285 finiiov ös 17 ftoräs xairc idv 
raundi opificio 17; str. I 28 P. 425 'H dlijftfa Sudncux 
ßairci xegl ifjv nävttov xQaTiot>)Y ovaiav, zo&itq te snexeira h 
Be6v. cf. Harnack D. G. 3. Aufl. I S. 105; vgl. str. V 12 P. 

83 : xakovvies >jcoi er r\ röyaöoi 1 f) vovv ij aitö lö 5t> »; iraiep 

") Aall, Geschieht« der Logosidee, Leipzig 1899, £ 
Plotin s. oben S. 83. 



Kiemen 

erwachsen als in seinem ■ 
mus 1 ). Diesem standen 
lieferung nicht minder zu 
heidnischer Kultur, welcl 
Sorgfalt sich angeeignet 
ihren Zwecken der Befe 
dienstbar gemacht hattei 
hundert», nachdem ihre I 
deutenderen Gegenmaßna 
und gedankenvollen Syst 
katholischen Glauben m 
Verteidiger erstanden, de 
tiver Überlieferung stehe 
den eigentlichen Kernpui 
Durchdringung des Glau 
vermochte. So erklärt s 
Abwehr des Gegners mi 
sich selbst bediente s ). Ui 
wiederholten Geisteskamf 
die christlichen Ideen an 
und jüdischen Elementen 
hochgefeierten Schule des 
mußten? So bildete sich ir 
hl. Schriften bereits angel 
eigentümlichen Gestalt au 
gemäß auf zweifachem C 
auf der Vergleichung de) 
dem Christentum ), ande 
sehen Schriften, durch d 
liehe Gnosis ins Leben g 
erste Fechter auf dem 
Religion, welche er schüt 
auch seine Absicht nicht 



') Seine Auhänger werde 

genannt, tfti:doi-iiiiro; yi'iimttil'ji'- 

') Vgl. seine 5 Bücher ad 

s > Vgl. str. III 3 P. 515f. 

*} Vgl. Faye p. 126. Caj 
xandrien, Paderborn 1903, S. 2 

') Vgl. den Titel xat« nj» 
atQotfuuels (str. I 29 P. 427 Kl. 

') cf. str. III 3 P. 515 ff. 

') Vgl. Funk, Kirchengesc 
P. 6;iS ff. ; str I l über die ' 
Einleitung sowie oben. 



Stherer 

juren des ersten Versuches trägt. Al> 
die Geschichte des menschlichen Gei 
ht, darf nicht achtlos an dem großen 
an, wie ihn de Faye (S. 112) nennt, v 
in seinem Bemühen die ersten Keimi 
lenwirkens der zwei mächtigsten Ideei 
; die Menschheit je beherrschten — helle 
und christlicher Lehre 1 ). Die Gno: 
ebenso das Einströmen griechischen 
les Herrn, wie das Ringen der letzte 
laft gegenüber dem einstigen Gegn< 
esgenossen werden und mit der Offen 
oll gleich dem Strome, der in den Ozean r 
idanke erscheint als der eigentliche 
gekünstelten Beziehungen, welche K 
yrrjoig der Forschung und jid^aa; dei 
ben. Jetzt aber, da er den Standpui 
inglich gerechtfertigt glaubt, läßt er c 
gt auf dem Felde des freien Geist' 
ti steht es von vornherein fest, daß s 
• Gnosis nicht von der Regel des G 
ien 3 ), den er gleichwohl, wenn aucl 
ifung der Vernunft unterwirft. Er st 
: wer in den Sinn der Schrift ein.' 
■liehst in der Dialektik gebildet sein (i 

;))•)■ 

osis unseres Klemens ist jedoch ein Dopy. 
ihr Endziel und ihr Wesen. Beides ist bi 
-quiekt worden und hat so Anlaß zur Un! 
äntlich scheint Reinkens 1 ) beides vereir 
er die Gnosis als die „Ruhe" in „d 
;s" 5 ) bezeichnet. Insofern gibt es keiner 

•pdoaovia" atr. I 28 P. 425 § 177 gilt deshalb 

vgl. Harnack, Wesen des Christentums S. 125 

Aufl., 1894, S. 51 Ä. 1. 

: 7 1*. 771 Kl. § 61 j-fräoif . . . ewion}«!) . . . ß 

■■ fatoeins dtSioy xai SsraXXoltoto». VII 12, P. 874 

icegtor öe w; evi pähoza xgo;itSoi> aöcfj (sc. yg 

a; ötäaaxaiia; Itriptofierots. 

Me presbytero Alexandrino theologo Vratislavia« 

'. 865 Kl. § 57 : äjjfjis äv 'k ivv xoqv<poXqv änoi 

noy , . , imeTtjuovntü; aal xaiiiXrjniixiö; zov &■ 

'aed. I 13 P. 160. 

ich Paed. 16 P. 116 St. 107 iö &i xigag uj s 
1 1 P. 456 Kl. § 52 ip Y "«»"""P 'igt/da xni . 
§ 53: fj äydnij ip yvöjaimip xeyoixrjxzv cya dl 



schied zwischen Psychikern, d. i. bloß GläuJ 
matikern, d. i. durch Einsicht in die 61a 
Vollendeten J ). Denn auch der Gläubige ver 
Vollendung in jener Vereinigung mit Gott zu 
schon die aus der einfachen ftä&yoi<z des 1 
gehende Belehrung f didaxrj) wandelt den Ment 
Natur um, welche die Grundlage des Gnostiki 

IV 631 § 151), damit er die „Ruhe der Seele" 
radezu Gott werde" (roi5r<p (WarÄv t<j3 xqo: 
fjSr) yevea&at #e<5v). Darum kann Klemens sei 
und wiedergeboren sein, das heißt die Voll 
Leben besitzen (Paed. I 6 P. 114 St. 10 
es finden sich nicht Gnostiker auf der 
Psychiker auf der anderen, sondern alle, 
liehen Begierden abgelegt haben, sind I 
dem Herrn (a. a. O. P. 116—17 St. lt 

V 11 P. 690 § 74). Allein gerade das 
Wort des Klemens, dessen &xqic (= bi* 
nach dem Ziel, nicht das Wesen anzudeu 
einen Beisatz, womit die Gnosis bezeichni 
feste und zuverlässige Beweisführung durc 
Herrn auf der Grundlage des Glaubens, 
schütterlichen Standpunkt der wissenschaff 
zu führen" (VII §57). Worin soll aber dam 
führung" bestehen? Es ist ein „Begrüne 
ein Grübeln nur, es ist eine &e<ogia, bt 
intuitiven unmittelbaren Anschauen des 
in sich, sondern in seinen innersten Grüi 
der Wahrheit durch deren feststehende Seins 
&E(j}Qta ueyioTfj zur Erkenntnis der höchster 
sache führt (str. n 10, 454 § 47; vgl. Wint 
Klemens v. Alexandrien S. 124; str. VI 18 § 
Ruhe in der Gottheit also ist das Ziel, c 



') str. V 1 P. 643-44 Kl. § 1; VI 15 P. 801 

ögfii/ lul id naiakaßeTr — 17 süosmq Senegal xai äväna 

— Sneo iativ fj yvioaic. 

*) Vgl. str. II P. 430 Kl. § D ßd e ßa e o s yiXoaof 
*) T6 iriamvnat ßtnvov xai ävtLvrrvri&rjvai itkeluio 

I 338 Q 38; III 531. Philo nahm nur einen voröberj 
Bube in der Ekstasis an. 

*) »tr. II 17 P. 469 Kl. § 77 c. 10 P. 454 Kl. § : 
VII 16 P. 895 iragyijs AnöSetSK. 

*J *H yä.Q j'jj öj'ii tiuoiij/it] Sjv ffitjicv fiövor 1 
h/yris lau ßeßaia ihn Xöyiav <Uij0w na! ßeßsiaiv hfl 
üväyovoa; cf. VI 7, 771 § (iL 



Klemens von Alexandrien 

voraussetzt. Insofern sie jedoch die vo: 
meinte christliche Gnosis ist, beruht sie 
williger Meinung (<pdavzia) '), sondern hat de 
glauben zur Grundlage (V 1 § 5 P. 646 2 ; 
P, 864 maievoat d-E/xihog yvcöoEwq), von we. 
die Erkenntnis zur sicheren und stets ge 
führung 3 ) zum unerschütterlichen, wissens 
vollkommenen Besitz der Wahrheit, zur w 
schaft" aus der „Kenntnis der Ursache 
akiag yv&oiv dväyovaa), d. i. eben zur Gnos 
(§ 57 P. 865) *). Ist aber — theoretisch wei 
Grundlage und Richtschnur alles Forschen 
in die Seele aufgenommen (str. I 1 P. 35 
hindert nichts den freien Geist, nach Hei 
der Betrachtung der Weltweisheit zu ergeh< 
Regeln auch an den Inhalt des Glaubens 
die Ergebnisse ihrer Forschung, alle wel 
schatten in den Dienst des Logos zu ste 
allen Zeiten und Orten anzupassen vern 
St. 183/43,2 P. 194) 'J, dessen Abbild die 
kenntniskraft ist 6 ), wie er selbst das Abbilc 
Denn vernunftgemäß sind die Pforte 
Logos 9 ), zum Verständnis seiner Lehre, fl 

■) Vgl. VII P. 887 KI. 8 91 vOmw* ™i v,k6& 
der Irrlehrer; VI 8 P. 774 § 88; VII 16 P. 891 1 
nkeoyexTitiia; VI 7 § 50; II 1 § 2. 

-'] i:i:iiy.c:!laiinror.y ti.'i fhue/.i'iii lijc Tiiaieco^ li/v ft 
&efa yvötmv... Va/ar. str. VII 16 P. 892 Kl. g 98. 

*) Kl. § 70 c. 12 P. 874; str. II 6 P. 445 Kl 
«5« tlasiv faoäe&w VII § 98; str. VI 18 P. 825 Kl 

*) /Viüoii äe lijrofcfis luv flu'i ni'mtbK .latjulr, 

ßißa.,og Btr.V 1 gl P. 643; II 11 P. 454 KI. §48- >■ 

ihutün'zi: iwy xaici ii/v äXTjöij if.i'/.oao'fiui .inpaAiiiri/ieyn 
*) Koloiv f.vhvyor z!jv niauv HSXTtjiiivoq str. V 
VII 16 PrSOO Kl. §95: g X o/av y&e ti/r ä ex i/r rij; 5t 
5iä te Töiv nQOt/xjiöir diu jf roi- th:yyt/.iov xa! öiä r<5 
lanr etc.; dann aber g 96: ij äXjdeta . . . sb e io>ieiai er 
Tqj ßcßatovv cxaotov tmv ä/ioöiixrvficrair xaza lä; yßa' : 
'} Str. 19, 342: rofig iniV™'," (L-initef i/pos oatpt 

I 9 g 45 P. 342 f.; VI 15 P. 802 § 123. str. I 2, P. J 

IzQ/o/iaiEig t;J i7oXvfia&in\ oo>/iaTOnoiov/iiroi xgijiietr i 
oeais ßovXottai oaegftam. 

') '0 $£ Xoyog otisog ovrag/iöfriai xai i>rn-/ijiiaii'.' : :i 

■) 'H fiicY yig iov 6eov elxätv S Xöyos aitoB , . . 
ävOgtanos; vgl. str. V 14 P. 703 § 95. 

') str. V 10 P 085-86 Kl § 67; cf. I 24 § li 
BiXov (= Kreuz) iö ßXijtciv fjfiiv toijiäi? StdJ>gr}iai, A 
Protr. c. 1 P- 10. 



gegen die Angriffe der Sophistik gleichsam 
hau beschützend, wie wir dies früher tu 
Aufgabe der Dialektik gewürdigt haben 
Werdegang wirft die Gnosis ihre Strahlen 
wärts. Gegenüber den Heiden gibt sie du 
Hand, wodurch die Wahrheit des Glaubens 
würdig erwiesen 2 ), die Tatsache der uberli 
werden kann, wenn die Heiden das ihnen 
in den Beweisgang der Gnosis mitverwt 
iä>v idicov eis niauv &itj&siag bIxotw? äq>ixon 
diese Weise auch denjenigen nützlich bez 
der Beweisführung den Glauben empfange 
P. 331)'). So soll das Erdreich bereitet < 
pneumatischen Samen aufzunehmen und 
zu machen (str. I 1 P. 326 Kl. § 18). 
aber macht sie alles offenbar. Ist die V 
das Suchen nach der Wahrheit, so ist di 
die wahre Wissenschaft der göttlichen u 
Dinge (str. VII 12 P. 874 § 70), sie hellt 
der Offenbarung auf (str. VI 8 P. 774 Kl 
natürlichen Verstände unzugänglich bleiben 
nai tqi Övu yvwattx&v 6 ). Sie kommt auch 
die Geschichte des menschlichen Geistes 
Worte unseres Klemens (str. V 3 P. 6f 
dem Bedürfnis der Menge entgegen, die, 
mit dem bloßen Heil aus dem Glauben, < 
weis für die Wahrheit fordert 6 ) (vgl. VII 
Durch den Beweis der Glaubwürdigkeit v 
dem Glauben Bestand (str. VI 9 P. 778; 
§ l) 1 ), gleichwie dieser ihre eigene GrundU 

') VgL str. 120 P. 377 Kl. § 100 Ugoeiovaa di 
vixti ov dvvmioTegav xotti ti/v tUiJAnar, äV.' ädiim-tor 
avtijs ooquotixr/r ini-(eigijaiii . . . epg/iy/tö; oixtto; (oüroi 

') Btr. V 3 §18 P. 656 "Ott öi hm xä fftitsga £ 

n£ia yriöaoviai "EMrjveg, 

*) nQonatRiia n« ovaa ioTc rijti mour tf äxod 
s. Bratke in theol. Stud. u. Krit. 1B87 S. 663. 

■) Vgl. den stoischen Ausdruck nach Überweg 
P. 767 KI. § 54; I 5 P. 333 Kl. § 30. 

6 ) Faye nennt dies mystische Poesie p. 270. 

') 'Evexvew yao trj; äÄij&tin; tt/v ä.TÖAei^ir äna 
äoxovitevoi yidfi xji ix xlaieas moir/gta vgl. Einleiten) 
innerhalb der kirchlichen Kreise gegen die Philosophie 
Klemens das wahre Bedürfnis des Volkes verkannten. 

') Vgl. oben das von dem Verhältnis der yvwois : 



Klemens von Alexandrien 77 

fassen will x ). Denn die Vernunft ist dazu aus sich nicht im- 
stande; nur xarä 7iegt(fQaaiv 2 \ wie Klemens diese Art der 
Gotteserkenntnis nennt, kann der Mensch das Wesen der 
Gottheit einigermaßen bezeichnen. Diese Methode hängt 
zusammen mit dem grundsätzlichen Dualismus 3 ) der Lehre 
von einer sichtbaren und einer geistigen Welt, welche 
beide, von dem einen „Demiurg" geschaffen 4 ), in ihm sich 
vereinigen 5 ), von denen die eine das Bild der anderen ist fi ), 
da der Urheber jeder derselben der göttliche Logos war 7 ), 
der selbst die höchste Vereinigung der sichtbaren und unsicht- 
baren Welt in seiner Menschwerdung darstellt, wenn Klemens 
auch von ihm die Lehrmeinung der alexandrinischen Reli- 
gionsphilosophie im Sinne eines loyog jtgoipoQixdg als un- 
zutreffend abweist 8 ), zu der ihn vielleicht die Konsequenz 
seiner eigenen philosophischen Betrachtung hingeführt hätte, 
würde nicht ihn der Glaube darüber erhoben haben. 

Aber jene Grundanschauung vom Dualismus macht 
sich unverkennbar geltend, wenn sie die Sinne als das 
Eingangstor der Wahrheit zur Seele betrachtet, wenn sie 
den eingepflanzten Geist das Vorbild für die ganze Zu- 
sammensetzung des Leibes nennt 9 ), wenn sie die Gottheit 
gleichsam zu den Sinnen niedersteigen läßt 10 ), um den Ver- 



*) cf. VI 18, 826 § 166 rpgdoeiv &e6v, ovöe xtjv ovoiav • äkla xrjv 
dvvafiiv xai xd egya x. tyeov. 

2 ) str. V 14, 730 § 135 xaxd negiygaoiv äXrj&rj; VI 5, 759 § 39; 
760 § 40; I 19, 372 § 91; VI 12, 791 § 101. 

3 ) str. V 6, 667 § 37. 

4 ) str. I 11, 347 § 52; 19, 373 § 94; Protr. c. 4 P. 54 St. 48. 
Klemens gebraucht also das Wort auch im Sinne der christlichen Gnosis; 
cf. Harnack, Dogmengesch., III. Aufl., I, S. 105 f. 

*) str. V 6, 667 § 36 ; 669 § 39. 

8 ) str. V 14, 702 § 94 xöo/liov xe av&ig xov (xev vorjxov olöev tf ßdg- 
ßagog (pilooocpia, xov Öe aiod"rjxor } xov [jsv dgxrjxvjiov, xov de elxova xov 
xaXovfievov Jiagadeiy/Liaxos. 

7 ) str. 19, 343 § 45 akV ovxl 6 Kvgiog A6yq> jidvxa ejtgaooev; VI 16, 
815 xai St 1 ov elg y&g xai yeveoiv exaoxov xcov xxiofiäxcov jiaQfjXftev, V 13, 697. 

8 ) str. V 1, 646 § 6; c. 6, 669 § 39. Der Äoyog jiooyoQixög für 
Klemens ist der Ausdruck der yv&oig (d. i. die Allegorie) im Gegensatz 
zum Xoyog evdid&exog (auch xagxeQixog) des Glaubens (str. VII 10,864 §55; 
VII 9, 864 § 54). 

9 ) str. IV 23, 632 § 152 vgl. umgekehrt nach Paed. 1 13, 160 § 102: 
der „zusara mengepflanzte Leib" vollendet die Kraft (Svegyeia) der Seele. 
V 667 § 37 wird die Stirne bezw. das Antlitz das Sinnbild der vernünftigen 
Seele genannt. 

10 ) str. V 6, 670 § 41 xaxiwv elg alo&rjotv. Dies hindert aber Klemens 
nicht, an anderer Stelle (str. V 5, 662 § 28) von der Entwürdigung des 
Göttlichen, der „geistigen Wesenheit" durch eine sinnliche Darstellung 
zu sprechen. 



Klemens von Alexandrien 

entschleiert die Allegorie 1 ). Klemens beruft 
nuf „alle Schriftsteller über göttliche Dinge", 
schließt er sich — wenn auch nicht sklavis 
nigstens ■/, seiner Allegorien (Faye S. 77) an . 
gelangt dadurch zu Deutungen subjektivster 
Folge solcher Methode 3 ), wie dies der oberfl 
blick in seine oft gewaltsam aus der Schrift hi 
Symbolik bereits bestätigen dürfte. Außerde 

ferade in diesem Umstand der eigentliche Grün 
Inklarheiten seiner Lehranschauungen *). Cassio< 
Fragment der verloren gegangenen Hypotypose 
gerettet, aus dem nach Kutter 5 ) hervorgeht, daß 
wahren Sinn der Schrift nicht zur Geltung ko; 
sondern ihren Text nur als Anknüpfungspun 
will für seine eigenen Ideen. Und wenn er auc 
die Philosophie der christlichen Weisheit unt< 
Hagar der Sara, die Magd der Herrin (str. I 
§§ 30—32): Praktisch herrschte zuletzt die M 
Herrin — wenigstens dies Wort Ziegerts (S. 
schränkt auf die Allegorie. „Es gibt in der Tat 
H. Kutter a. a. O. — nichts Seltsameres, : 
fahren dieses Mannes, der auf der einen Se 
trautheit mit der Schrift beweist, die später 
troffen worden ist, auf der anderen Seite aber 
sorgloser Spekulation überläßt, wie wenn 
Stimmung zwischen der Schrift (d. i. dem 
aufgefaßten Schriftsinn) und Philosophie d: 
ständlichste von der Welt wäre 8 )." (ct. VI c 
Man sieht aber auch, wie wenig die Behaup 
der Wahrheit' entspricht, daß Klemens 1 nur 



') atr. VI 15 P. 804-05; V 4,^7 g 20 ij & (a. 

igraitxäts . . . ij Si... älXt/yapctiat xaiä itvas ahiyftovs; I 
781 § 82 nennt es dtaotolij t&v je Svo/tdia>v xmv re xi 

*) str. V 4, 658 g 21 ; 657 g 20. 

*) Vgl. Siegfried, Philo von Alexandra en, Jena 18 
Knitte! in theologischer Quartalschr. 1873, S. 369ff, F 
gleich Klemens auch von der .,Begel der Wahrheit" spricht I 

') Bei Zahn, Supplem. dem. III, 79. 

') Klemens Alex, und das Alte Testament, Gießen 1 

*) Nach str. VI 7 P. 803 8 126; VII 1 P. 829 § 1 
unter den Gründen für die Verborgenheit des Sinnes (v. 
zu allererst den an, daß wir so zu beständiger Forschung 
ständnis der Heilslehre angetrieben werden (Iva £t/ttxoi b; 
i&v aioiijeiaiv Xöyior evQFaet), also subjektiver Spekulatio 
was auch das Mittel derselben — bi olxeTov <päx (str. VI 
deutet; cf. V 1 P. 650. 



Kiemen» Hm Äfciaudrier] 

jedoch nicht gesagt, daß KlemeDS .Mysterien - ers 
stent um eingeführt habe (Bratke. Die Stellung 
Alexandrmus zum antiken Mvsterienwesen, in ti 
und Kritiken, Jahrg. 1887 S. 697); wohl abei 
Sprache der Mysterien mit glücklichem Gesc 
wenden gewußt und sich dadurch zu übertreibi 
allegorischen Auffassung bestimmen lassen, 
Gemeingut der kath. Kirche bildeten, so sehr K 
in derselben gerühmt wurde {vgl. H. Kutter, „I 
tum des Klemens von Alexandrien" in „Sc 
theolog. Zeitschrift", Zürich 1899 S. 140). 1 
vater sollte er gewiß von Winter (S. 156 und 
bezeichnet werden. 

Faye (p. 63) hat in der oftmaligen Hervo 
Herrn mit <pä>e dessen formellen Unterschied ' 
des Johannesevangeliums herausgefühlt und ein 
Gepräge io der Denkweise des Klemens hf 
Aber die Lösung der Frage scheint uns eben 
ziehung zu den hellenischen Geheimkulten zu 
beim wogenden Lichterschein zu Eleusis die I 
den ihre Reinigung empfingen '). Ihnen stellt 
christliche Mysterienfeier gegenüber 5 ), die Geht 
Logos ähnlich denjenigen am Kithäron a ), und läc 
zur Teilnahme „an der Wahrheit" ein: Christu 
heller als die Sonne 4 ), er bringt die wahre Erle 
Reinigung: die Gnosis, sein wunderbares Geh 
selbst das urbildlicht; Licht 8 ), dem in Wahrheil 
heidnischen Mysterien übliche Ruf gebührt 
sei gegrüßt Licht '), da er ganz vovc, ganz 
Vater ist 8 ). 

Nun ist der „Unaussprechliche" und Unsich 
6, 666 §34 äegtJTov yroiot;)*) der Gegenstand u 

') cf. str. V 17 P. 689; Wobbermin, Die Myster. 1 
eine zur Schrifterklärung gebraucht« geistige Sinn jqöho; 
nannt, der andere cho.tiixoc entsprechend der Erleuchtung d 
cf. ,JtovTßöv ioytxör" i. Taufe b. Kutter, S. 140 a. a, 0. 

*) Protr. 12 P. 92 St 84/119, lff. 

') I 12, 349; c. 1, 323; VI 16. 815; Quis div. e. 21 

*) Protr. 6 P- 59; str. I 24, 419 § 164. 

*) Protr. 11 P. 86 St 79/111. 3. 

■) Protr. 11, 87 St 79/113, 2. 

') P. 88 St. 80/114, 2. cf. Firmic. de errore profan 
Aall, Gesch. der Logoslehre S. 393 ff. 

"} str. VII 2, 831 § 5 SXos vovs Sias <pwg 

•) V 695 § 82, Hippolyt philosoph. VI 41; str. V 
11 P. 431 Stäh. II, 115: Gott ist öavpa äee>f">y. 



Kiemen i von Alexandrion 

die Verschmelzung der Wahrheit mit dei 
göttliche Gnosis (VI 803), das höchste 
werden der Wahrheit (xar efi<paoiv äXt 
der Beschauung 3 ), der Friede der W 
leuchtet, welche mit Liebe nach der 
(VI 805 § 129). Zum unvergänglicher 
schauung 6 ) wird der von ihr Erfüllte g( 
Piatos schönem Worte der Drang der Se 
zur Weltweisheit sich zum Himmel s 
Hoffnungsziel der Gnosis erreicht: die Un 
7 P. 774 § 68)*). 

') str. V 10, 685 g 67 ßeSbp* 6k ij ™wm»} 

ypü>oi;-8idXr/yng ä).r> äeiag . . . aitjj ijj dsoigitf-, II 

883 § 83; I 28, 424 §176 ^voixijg iJr oiQtng ■ f.to.t: 

') I 19 P. 374. 

') I 28 § 176 tj xara Mtooia tpiloootpla letgaxj 
i6 &coloyix6v eiäog tj Enontsla. 

*) str. VI 7, 77! § 61 rilog tov ooo-oP n 9e 
St. 151/102, 2. 

•J a. ft. O. atr. VI § 61 dg ^tv & Ea > e ias ätdior, 
Philosophie [str. I i P. 330—31 § 26). 

') str. V 2 P. 653. 

') iva Siä iij£ yvtuoeag ilq ääaraniav imygatf 



r^w